Ramadan

RAMADAN- Der islamische Fastenmonat

Es ist September. Ayse und Esye nehmen gerade an dem türkischen Fastenmonat Ramadan teil. Was bedeutet: Den ganzen Tag über nichts essen und nichts trinken. Wäre doch ein guter Tipp für Topmodels im Gegensatz zur mit Orangensaft getränkten Watte. Doch natürlich ist es nicht so, dass sie überhaupt nie essen und trinken. „Wir essen abends, wenn es dunkel ist, das ist überhaupt nicht schwer“, erklärt Ayse auf die Frage wie man so etwas gut durchstehen kann. Abends, wenn es dunkel wird, also ungefähr ab 20:30 bis morgens um vier hört das Fasten auf und man darf etwas essen. Also von Sonnenauf- gang bis Sonnenuntergang. Doch wer sich darunter jetzt vorstellt, dass die Türken die ganze Nacht durchfuttern, irrt sich. „Wir essen abends gegen 21 Uhr. Dann gehen wir schlafen und essen erst am nächsten Abend wieder“, erklärt die gläubige Muslimin Esye. „Man gewöhnt sich einfach mit der Zeit daran, ich mache den Ramadan schon seit ich acht Jahre alt bin.“ Den Ramadan mitmachen kann also eigentlich schon jedes Kind. Außer Babys, stillende Mütter und die Alten und Kranken. Frei bekommt man in diesem Monat, der sich jedes Jahr verschiebt nicht. Man muss genau so hart arbeiten wie vorher auch. Doch wieso macht man so was überhaupt freiwillig? „Wir wollen mit dem Geld, das wir durch das Nicht- Essen sparen anderen helfen in dem wir das Geld spenden. Außerdem reinigen wir damit unseren Körper.“ Und wenn man doch mal schwach wird? „Das ist bei uns noch nie vorgekommen. Wir fasten ja nicht aus Zwang, sondern weil wir es wollen. Wenn andere schwach werden, können sie den Ramadan verlängern und in der Moschee beten“, sagt Ayse. Für sie ist das also eine Selbstverständlichkeit. Einen Tag vor Beendigung des Ramadans beten sie in der Moschee. Das spezielle Gebet nennt sich dann „Bayram“, bei dem sie Allah danken und zeigen, dass sie den Fastenmonat eisern durchgestanden haben. Und zur Belohnung gibt es nach dem Ramadan ein Zuckerfest oder ein Schlachtfest. Das Zuckerfest kann man sich wie Halloween vorstellen, denn Süßigkeiten werden an Kinder verteilt. Der einzige Unterschied ist, dass die Kinder dabei natürlich Nicht als Kürbisse oder Hexen verkleidet sind. Bei dem Schlacht- fest wird, wie der Name schon sagt geschlachtet und das Fleisch anschließend auch verteilt. Für viele kaum vorstellbar. Und wenn man einmal krank wird? „Tabletten dürfen wir keine nehmen. Auch Spritzen sind tabu, weil sie uns mit Flüssigkeit versorgen.“ Naja auf Spritzen könnten ohnehin die meisten verzichten. Fakt ist, dass die Türken einmal im Jahr ihren eisernen Willen unter Beweis stellen, der uns oftmals leider fehlt. Selbst nach dem Sport nehmen sie keinen Tropfen Flüssigkeit zu sich. Wann der Ramadan immer statt- findet ist wie gesagt unterschiedlich. Es wird nach der Sonne ausgerechnet. Doch wer neugierig ist, muss einfach öfter Ausschau halten. Denn wer kleine Kinder beim Abholen von Süßigkeiten entdeckt und es nicht der 31. Oktober ist, kann sich sicher sein, dass es das Ende des Ramadans ist.
Sina Weis