Europa - Quo vadis? Bericht von der Deutschen Schülerakademie in Braunschweig

 

Europa, was hat das mit mir zu tun? Mit dieser Frage habe ich mich 16 Tage lang in der Schülerakademie in Braunschweig beschäftigt. Dabei ging es vor allem um politische und journalistische Aspekte. Anders als in der Schule und dem alltäglichen Lernen waren in meinem Kurs alle am Thema interessiert und die Arbeitsatmosphäre hatte nicht den üblichen „Zwang der Schule“. Außerdem ging es bei dem Kurs nicht um Theorie und langweiliges Lernen, sondern um den praktischen Alltag in Politik und Journalismus. Um dieses Ziel zu erreichen, gab es viele Exkursionen und Gäste in den Kursen. Man hatte viele, normalerweise unerreichbare, Möglichkeiten seinen Horizont zu erweitern. Zu Gast waren beispielsweise ein Landtagsabgeordneter aus Niedersachsen (Herr Heere, Die Grünen), ein Medienexperte und ein Wirtschaftsexperte. Sie berichteten über ihr alltägliches Arbeiten, erklärten uns ihre Ansichten und Visionen von Europa und standen zum Schluss für eine Fragerunde zur Verfügung. Ein weiteres Projekt der Akademie war die Erstellung einer Dokumentation und eines Radiomagazins. Um dieses Projekt mit Leben zu füllen, sammelten wir Originaltöne in Interviews. Ich interviewte die Chefredakteurin der Braunschweiger Regionalzeitung zu der Bedeutung von Europa für ihren Verlag. Wir wurden dabei alle ins „ kalte Wasser“ gestoßen und erfuhren am eigenen Leib, wie schwierig es ist ein Interview führen und was dabei alles schief gehen kann. Mich hat zudem erstaunt, wie viel Arbeit sogar in einem sehr kurzen Radiobeitrag steckt.  In einem Planspiel verdeutlichten wir uns, wie ein Land der Europäischen Union beitreten kann. Die Kursteilnehmer wurden auf die Gremien der europäischen Union aufgeteilt und verfolgten ihre Aufgaben. Der Beitritt der Türkei in die EU ist in unserem Fall jedoch gescheitert.

Neben den Kursen gab es ein großes Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Es gab Sportplätze, ein Theater, Computerräume und vieles mehr. Man konnte sich seinen Tag abseits der Kurszeiten frei gestalten und in der Stadt und auf dem Gelände alles unternehmen, was man wollte. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus der ganzen Welt. Ein paar ausländische Teilnehmer kamen aus New York, Belgien, der Türkei, Griechenland, Mexico und sogar aus Brasilien. Man lernte sich schnell kennen und entwickelte schnell Kontakte, die auch nach der Akademiezeit noch aufrechterhalten werden.

Als Fazit kann ich sagen, dass ich jedem eine solche Akademie empfehlen würde. Die Vorstellung 16 Tage seiner Ferien zu opfern ist sicherlich schwierig, der Zuwachs an Selbständigkeit, Allgemeinbildung und Bekanntschaften ist dies jedoch auf jeden Fall wert. 

Julian Dahl