Besuch aus Mâcon am SGL

von Anna Merz (10b)

 

Dieses Jahr nahmen je 18 Mädchen aus Frankreich und Deutschland sowie jeweils nur ein Junge aus beiden Ländern an dem Austausch teil.

Im Vorfeld des Besuchs machten wir uns viele Gedanken, was wir mit unseren Gästen unternehmen könnten und ob wir uns wohl verstehen würden, doch am Ende verging die Zeit viel schneller als gedacht und die meisten von uns haben sich gut mit ihren französischen Gästen verstanden.

Nachdem der Bus am Samstagnachmittag mit leichter Verspätung hinter der Stadthalle ankam, suchten sich kurz die Pärchen und dann ging es erstmal nach Hause. Während des anschließenden Kaffeetrinkens lernte Clotilde meine Familie kennen und mit einer Mischung aus Französisch und Deutsch gelang die Verständigung überraschend gut. Nachdem ich Clotilde ihr Zimmer gezeigt hatte, nutzten wir die Zeit, gemeinsame Interessen zu finden und Pläne für die Woche zu machen.

Sonntags war Familientag, an dem wir Clotilde die Landeshauptstadt Mainz zeigten. Nach dem Mittagstisch in einem Restaurant am Winterhafen liefen wir am Rhein entlang in die City, besuchten das Gutenberg Museum und konnten dabei Audio-Guides in deutscher und französischer Sprache nutzen. Danach ging es in den Dom und zur St. Stephans Kirche, um die berühmten Chagall-Fenster zu bewundern. Unser Spaziergang endete schließlich an der Ausgrabungsstätte des römischen Theaters am Südbahnhof.

Der erste Schultag begann für die drei Französinnen, deren Austauschpartnerinnen in meiner Klasse waren, mit zwei Stunden Biologieunterricht und dem Sezieren von Schweineorganen; leider verpassten wir dabei die offizielle Begrüßung durch Frau Meiswinkel. Unsere Gäste waren insbesondere darüber erstaunt, dass wir so viele Unterrichtspausen haben und uns durchgehend am Unterricht beteiligen.

Nach der Schule fuhr eine größere Gruppe nach Kaiserslautern, um unseren Gästen ein bisschen Shopping zu ermöglichen; es war ein lustiger Nachmittag mit einigen erfolgreichen Einkäufen.

Am Dienstagmorgen hatten wir eine spannende Stadt- und Burgführung durch Herrn Heist, der uns einen Einblick in die Stadtgeschichte gab und auch den Landstuhlern noch einige neue Dinge zu erzählen hatte. Die französische Lehrerin hat dabei für ihre Schülerinnen übersetzt.

Unser großer Ausflug fand am Mittwoch statt und führte uns nach Worms. Dort angekommen, machten wir erstmal getrennte Stadtführungen in der jeweiligen Muttersprache. Unsere Stadtführerin erzählte uns neben einigen grundlegenden Fakten über Worms auch interessante Details, z.B. warum ein Dackel auf den Eingang des Doms schaut. Nach einer längeren Mittagspause, in der unsere Austauschpartnerinnen unbedingt ins „McDo“ gehen wollten, besuchten wir das Nibelungenmuseum, das sich in zwei Türmen der Stadtmauer befindet.

Am Donnerstag nahmen wir nochmals am Unterricht teil und versuchten, unseren Partnerinnen die wesentlichen Inhalte zu übersetzen. Nach der Schule backten Clotilde und ich einen Kuchen für den Abschlussabend, hörten gemeinsam Musik und vereinbarten, dass sie im Sommer wiederkommen solle.

Den Abschluss der Austauschwoche bildete wie jedes Jahr eine „Soirée Amicale“, die durch einen musikalischen Beitrag der Familie Kopp und ihrer französischen Austauschschülerin eröffnet wurde. Die Verpflegung kam diesmal vom chinesischen Restaurant „Hong Kong ´97“, das von den Eltern zweier Mitschülerinnen betrieben wird. Bei leckerem Essen und guter Musik unterhielten wir uns über die vergangenen Tage. Es herrschte eine gute Stimmung, die einige Teilnehmerinnen im späteren Verlauf zum Tanzen animierte. Allen fiel das Nachhausegehen an diesem Abend schwer, denn am nächsten Morgen hieß es bereits wieder, Abschied zu nehmen. Nur langsam begaben sich unsere neuen Freunde in den Bus zurück nach Frankreich; eine ereignisreiche und unvergessliche Woche ging zu Ende. Wir freuen uns jedoch schon auf die Fahrt nach Mâcon im Mai. 

 

Den Artikel mit den Dankesworten der französischen Schülerinnen und Schülern finden Sie hier.