„FROM PREJUDICE TO DEEPER INSIGHT: EXPLORING EACH OTHERS’ CULTURES AT HOME AND ABROAD“ - Zusammenfassung unseres Comenius-Projektes.

 

 

 

Allgemeine Informationen zum Comenius-Programm

 

COMENIUS ist im Rahmen des EU-Programms „Lebenslanges Lernen“ ein von der Europäischen Union finanziell gefördertes Programm, welches insbesondere die Zusammenarbeit zwischen schulischen Einrichtungen in verschiedenen europäischen Ländern fördert. Für die Durchführung des Programms in Deutschland ist der Pädagogische Austauschdienst als Nationale Agentur zuständig.

Das Ziel von COMENIUS ist es, die europäische Integration zu unterstützen, indem das Verständnis für verschiedene Kulturen und die Notwendigkeit, miteinander zu kommunizieren und gemeinsam Projekte zu entwickeln, gefördert werden. Die hierfür notwendigen Kompetenzen werden durch COMENIUS-Projekte geschult.

COMENIUS-Projekte sind auf den Bereich von der Vorschule bis zum Ende der Sekundarstufe II beschränkt. Neben Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften können auch außerschulische Partner wie örtliche Behörden, nicht-schulische Organisationen und Einrichtungen mitwirken.

Für weitere Informationen siehe: www.kmk-pad.org

 

 

 Zusammenfassung unseres Comenius-Projektes (2012-2014):

 

„FROM PREJUDICE TO DEEPER INSIGHT: EXPLORING EACH OTHERS’ CULTURES AT HOME AND ABROAD“

 

Wir alle besitzen unterschiedliche Vorstellungen bzw. Bilder (englisch „pic“) über fremde Nationen, Völker und Kulturen und begegnen diesen entsprechend voreingenommen. Ein vertrauensvoller Umgang und  eine effektive Zusammenarbeit miteinander, sei es weltweit oder auch nur auf Europa begrenzt, ist jedoch unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit. Hierfür müssen wir unsere Vorurteile und subjektiven Fremdbilder überwinden.

Auf welche Art und Weise lernen wir fremde Kulturen über unsere Vorstellungen und Vorurteile hinaus besser kennen?

Ausgehend von unseren Fremdbildern untersuchen wir, in welchem Maße und in welchem Verhältnis theoretische Informationen und praktische Feldforschungen (z.B. während unserer gegenseitigen Besuche) diese beeinflussen und ein differenzierteres Bild entstehen lassen.

Daher haben sich fünf Schulen aus sechs verschiedenen europäischen Ländern (Deutschland, Norwegen, Slowakei, Italien, Türkei und Spanien) zu dem multilateralen Comenius-Projekt „From prejudice to deeper insight: Exploring each others’ cultures at home and abroad“ zusammengeschlossen.

 

Hierbei ist folgendes Vorgehen geplant:

 

1.        In einem schülerorientierten Ansatz gehen wir von den Vorurteilen und Vorstellungen unserer Schüler aus: Welche Fremdbilder (Heterostereotypen) haben sie von unseren Partnerländern? Wie sehen sie sich selber (Autostereotyp)? Diese Vorstellungen dienen uns als Ausgangspunkt unserer Untersuchungen.

2 .        In einem zweiten Schritt wollen wir dazu übergehen, uns kritisch und multiperspektiv mit den Vorstellungen und Vorurteilen unserer Schüler auseinanderzusetzen. Hierbei arbeiten wir theoriebezogen „at home“ und praxisorientiert „abroad“.

2.1.     „At home“: Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und theoretische Auseinandersetzung mit den Fremdbildern.

Wir werden die gesammelten Fremdbilder und Selbstbilder anhand von Reise- und Kulturführen, Informationen und Material aus der Tourismusbranche, Reiseberichten aus verschiedenen Epochen untersuchen (fächerübergreifend im Unterricht sowie in der Arbeitsgemeinschaft). Ebenso können Schüler mit Migrationshintergrund befragt werden, die vor allem aus den Ländern unserer Partnerschulen kommen. Auch kulturelle Veranstaltungen wie z.B. gemeinsames Kochen oder Singen werden hierzu beitragen.

2.2.      „Abroad“: Auseinandersetzung und tatsächliches Erleben der fremden Kulturen.

2.3 .     Auf den Reisen zu unseren Partnerschulen haben wir die Gelegenheit, deren Sitten und Gebräuche erlebbar zu machen und uns mit ihnen im Dialog auseinanderzusetzen. Die „at home“ gesammelten Vorstellungen hinterfragen wir aktiv durch verschiedene Kommunikations- und Interaktionsformen (z.B. Teilnahme am Schul- und Familienleben, gemeinsame Aktivitäten der Schüler in verschiedenen Bereichen wie Sport, Kultur etc.). Diese Erlebnisse werden schon während der Reisen in Text und Bild dokumentiert (z.B. Reisetagebuch, Blog).

3.        Zwischenstand: Vergleich der Ergebnisse der Untersuchungen „at home“ und „abroad“ mit den ursprünglichen Vorstellungen der Schüler.

4.          Vertiefungs- und Fortführungsphase: Gibt es „den Europäer“? Lassen unsere Untersuchungen zu den einzelnen Fremd- und Eigenbildern Gemeinsamkeiten erkennen, die eine europäische Identität ermöglichen?

5.         Evaluation und Präsentation der Ergebnisse in verschiedenen, individuell gewählten Formen, wie z.B. Reiseführer als Print- oder Online-Version, Homepage, Film oder Schauspiel, digitale Enzyklopädie.

 

 

Besuch des Partnerlandes Italien

 

4 Schülerinnen und 2 Lehrkräfte des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl besuchten vom 21.-25. Oktober 2013 die italienische Stadt Neapel im Rahmen des Comenius-Projektes.

Um uns mental auf unsere Italienreise einzustimmen, gönnten wir uns ganz traditionell einen Espresso als wir am Stuttgarter Flughafen auf unseren Hinflug warteten. Dass die Neapolitaner ein großes Herz haben, konnten wir bereits bei unserer Ankunft feststellen. Am Nachmittag sammelten wir erste Eindrücke von der Stadt. Bei einem gemeinsamen Abendessen lernten wir die Schüler aus den anderen teilnehmenden Ländern kennen.

Der nächste Tag begann in der Schule, der I.T.S.G.I. Carlo Alberto Dalla Chiesa, wo wir in einem Workshop unsere bestehenden Vorurteile gegenüber den Italienern vorstellten. Neben der Präsentation unserer Vorurteile gab es noch ein weiteres Thema mit dem wir uns auseinandersetzten, indem jedes Land seine wichtigsten historischen und aktuellen Persönlichkeiten vorstellte. Nachdem wir einen kurzen Rundgang durch die Schule gemacht hatten, begaben wir uns auf eine Stadtführung und besichtigten anschließend die Altstadt Neapels. Unsere Partnerschüler kümmerten sich darum, dass uns auch am Abend nicht langweilig wurde und so trafen wir uns alle zum gemeinsamen Bowlingspielen.

Am Mittwochvormittag fuhren wir gemeinsam mit dem Bus nach Pompeji, wo wir die berühmten Ausgrabungen der antiken römischen Stadt besichtigten. Von dort aus ging es weiter nach Sorrento, wo man die Inseln Capri und Ischia und den ganzen Golf von Neapel mit seinem berühmten Vulkan, dem Vesuv, bewundern kann. Die kleinen Gässchen mit ihren vielen Geschäften und das passende Wetter luden zum Shoppen und Verweilen in den idyllischen Cafés ein, in denen wir das italienische Flair genossen. Mit einem großen Eis aus der besten Eisdiele Neapels ließen wir den Tag gemütlich ausklingen und kehrten am Abend zurück in unsere Gastfamilien.

Unseren letzten gemeinsamen Tag verbrachten wir in der uns bereits bekannten Altstadt Neapels, wo wir einige Sehenswürdigkeiten wie den Königspalast, die Hafenburg Castel Dell´Ovo, den Dom San Gerannen und den Palazzo Reale besichtigten. Um auf die gemeinsame Zeit noch einmal anzustoßen, verbrachten wir den Abend in der „Villa Minieri“ in Nola unter dem Motto „Farewell Dinner“. Dass die Italiener sehr modebewusst sind, wurde an diesem Abend nochmal besonders betont, als wir bei gutem Essen und passender Abendgarderobe final über die Vorurteile ihnen gegenüber diskutierten. Die lockere und stets fröhliche Art der humorvollen Italiener riss an diesem Abend alle mit und sorgte so für eine tolle Stimmung, die bis in die Nacht anhielt.

Nach fünf ereignisreichen Tagen mussten wir leider viel zu früh die Heimreise in das kalte Deutschland antreten. Abschließend können wir sagen, dass die Neapolitaner sehr stolz auf ihre Heimatstadt sind und Pasta und Pizza ihre Speisekarte dominieren. Außerdem unterstützen sie leidenschaftlich ihren traditionellen Fußballverein SSC Napoli, während sie auf Verkehrsregeln und das Anschnallen im Auto weniger Wert legen.

 

Besuch des Partnerlandes Türkei

 

Im Rahmen des Comenius-Projekts „From prejudice to deeper insight: Exploring Each others‘ cultures at home and abroad“ besuchten die SchülerInnen Ada Haen, Laura Schweitzer, Lukas Lang und Jens Nowagk aus den Jahrgangsstufen 11 und 12 zusammen mit den beiden Lehrkräften Frau Weidler und Herrn Jacobs vom 3. bis zum 7. März die Privatschule „Bilim Koleji“ in Istanbul, unsere Partnerschule in der Türkei. Ziel war es, gemeinsam mit SchülerInnen aus den übrigen Partnerländern Norwegen, Italien, Spanien und der Slowakischen Republik Vorurteile gegenüber dem Gastland zu diskutieren und zu überprüfen sowie darüber hinaus neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.

Nach einem knapp dreistündigen Flug kamen wir am frühen Abend des 3. März im asiatischen Teil Istanbuls an und verbrachten den ersten Abend in unseren Gastfamilien, die uns mit viel Herzlichkeit empfingen. Am nächsten Morgen trafen sich die Teilnehmer der sechs Partnerländer in der Schule im europäischen Teil Istanbuls. Nach einer gelungenen Einführungsvorstellung mit traditioneller und moderner Musik wurden die in den jeweiligen Ländern allgemein verbreiteten Vorurteile gegenüber der Türkei präsentiert und diskutiert. Zusätzlich stellte jede Nation noch „Sieben Wunder" des eigenen Landes vor, um zusätzlich einen Einblick in die eigene Kultur zu geben.

Nach einer Schulführung ging es dann gemeinsam mit den Lehrern am Nachmittag zum höchsten Wolkenkratzer Istanbuls, dem „Sapphire Istanbul 360° observation", von dem man einen fabelhaften Blick auf die Stadt hat. Nach einer zweistündigen Fahrt im Stau konnten wir Istanbul dann sogar bei Dunkelheit von oben überschauen. Für die Schüler gab es am Abend noch eine Willkommens-Party in einem Restaurant direkt am Bosporus mit einer tollen Torte, belegt mit den Flaggen der beteiligten Nationen. Am ersten Abend mit den Schülern aus halb Europa ergaben sich also schon interessante Gespräche, jeder konnte jeden kennenlernen und die Stimmung war sehr gut.

Am nächsten Tag standen die Sehenswürdigkeiten Istanbuls auf dem Programm: die Hagia Sophia, die Blaue Moschee, die Basilika Cistern und der Sultanspalast. Am späten Nachmittag „erfuhren“ wir Istanbul mit einer zweistündigen Bosporus Bootsfahrt von Seeseite. Den Abend ließen wir Schüler wieder gemeinsam in einem Restaurant ausklingen.

Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein besuchten wir am Donnerstag, dem letzten Tag unseres Aufenthalts, das Goldene Horn, die berühmte Bucht bei Istanbul. Dort besichtigten wir das „Miniatürk“, eine Anlage mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes im Kleinformat. Nachmittags hatten die Schüler die Möglichkeit, den Großen Bazar zu besuchen, abends gab es dann eine Abschied

sparty auf dem Bosporus.

 

Nach drei sehr schönen, abwechslungsreichen, aber auch sehr anstrengenden Tagen hieß es dann,
schweren Herzens von Istanbul und vor allem unseren Freunden Abschied zu nehmen, aber nicht ohne das Versprechen jedes Einzelnen, wieder zurückzukommen. Denn obwohl wir so viel besichtigt haben, gibt es immer noch ganz viel in Istanbul zu entdecken und gewonnene Freunde zu besuchen.