Gäste aus 6 Ländern am Sickingen-Gymnasium

Landstuhl: Schüler und Lehrer aus fremden Ländern zu Gast am Gymnasium

Von Thomas Braun

Ganz im Zeichen der europäischen Verständigung stand in der vergangenen Woche das Leben am Sickingen-Gymnasium Landstuhl. Als initiierende Kraft und koordinierende Schule hatte es zu einem viertägigen Comenius-Projekt, an dem Schüler und Lehrer verschiedener Gymnasien aus Italien, Spanien, Norwegen, der Slowakei und der Türkei teilnahmen, eingeladen. Im Mittelpunkt des Comenius-Projektes, an dem sich das Sickingen-Gymnasium Landstuhl beteiligt und das als interkulturelles Schüleraustauschprojekt von der Europäischen Union gefördert wird, stand die Leitfrage „From Prejudice to deeper Insight“, also „Von Vorurteilen zu tieferem Einblick“. Hierzu präsentierten die Landstuhler Gymnasiasten den 50 Gästen aus den europäischen Nachbarstaaten mehrere Workshops, Dokumentationen und Diskussionsrunden. In einem Workshop zeigten die Schüler Filme, die sie selbst gedreht hatten und in denen es um Vorurteile gegenüber Deutschland ging. In der anschließenden Fragerunde, die von den Schülern in englischer Sprache moderiert wurde, diskutierten die Teilnehmer die Selbst- und Fremdwahrnehmung der deutschen Kultur.
Eine gemeinsame Fahrt nach Heidelberg und die Teilnahme der europäischen Nachbarn an Unterrichtsstunden des Sickingen-Gymnasiums boten weitere Einsichten in die deutsche Lebensart sowie Gelegenheiten, die Vorurteile gegenüber Deutschland abzubauen.
Das interkulturelle Treffen stärke nicht nur das Selbstvertrauen der Schüler, sondern diene auch dazu „im Detail die andere Kultur kennenzulernen“ und den „Horizont zu öffnen“, sagte Gunther Jacobs, einer der vier betreuenden Lehrkräfte des Projektes. Ziel sei es, die europäische Integration zu unterstützen, indem das Verständnis für die vielen verschiedenen Kulturen auf dem Kontinent und die Notwendigkeit, miteinander zu kommunizieren, gefördert werden.
Vor dem Hintergrund der ökonomischen, ökologischen, finanziellen und politischen Probleme, mit denen Europa gegenwärtig zu kämpfen hat, sei es wichtig, Vorurteile aufzulösen und „Respekt und Vertrauen aufzubauen“, so der Mitorganisator des Projektes, Michael Loth. Es gehe „um die Basis Europas“, darum, das Zusammenwachsen Europas zu fördern sowie das Verständnis für Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den europäischen Ländern zu erweitern. Deshalb stelle das Projekt die Fremd- und Selbstbetrachtung der Kulturen jedes Landes in den Vordergrund.
Michael Loth zog ein positives Fazit: „Wenn man sieht, wie die Schüler unvoreingenommen aufeinander zugehen und miteinander arbeiten, besteht große Hoffnung, dass sie sinnvoll am Haus Europa mit gestalten.“ Weitere Bausteine zum Haus Europa werden die Gymnasiasten auch in Zukunft einarbeiten. Der Gegenbesuch bei den europäischen Nachbarn ist schon in Planung. (Rheinpfalz vom 31.10.2012)

 

Den Artikel aus der Rheinpfalz vom 31.10.2012 als PDF hier!

Den Wochenblattbericht vom 02.11.2012 als PDF hier!