Der schmale Grat zwischen Philosophie und Wirtschaft – Deutsche Schülerakademie 2015 in Papenburg

von Ellen Winkler MSS 13

 

Nachhaltigkeitsakademie; das bedeutet 90 Schüler und 12 Studenten, die sich 15 Tage lang innerhalb von 6 Kursen mit den unterschiedlichen Dimensionen des Themas „Klimawandel“ auseinandersetzten.

Als ich von meinem Stammkursleiter, Herrn Lieser, für die Deutsche Schülerakademie vorgeschlagen wurde, war ich im ersten Moment unsicher; Schule in den Ferien? Doch nachdem ich mich im Internet informiert hatte, stand fest: „Da will ich unbedingt hin!“. Insgesamt konnte ich aus 10 Akademien mit insgesamt 60 Kursen wählen. Die Nachhaltigkeitsakademie begeisterte mich auf Anhieb und auch die Kurse entsprachen meinen Interessen. Im Frühjahr erhielt ich dann die Zusage. Ich würde zwei Wochen lang an dem Kurs „Zwischen (Un)gleichheit und Marktversagen“ teilnehmen dürfen.

Am 18.08. ging es dann mit dem Zug nach Papenburg. Die Akademie fand in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte, kurz HÖB, statt. Dort lebten und lernten wir für die Dauer der 15 Tage.
Meine anfängliche Sorge ausschließlich „Streber“ anzutreffen, konnte schnell verworfen werden. Teilnehmer und Kursleiter bildeten von Anfang an eine harmonische Gruppe, die während der Akademiezeit immer weiter zusammenwachsen sollte.

Gleich am Ankunftsabend gab es eine Kennenlernrunde in den Kursen, in der wir auch erfuhren, was uns in den folgenden Wochen erwarten würde.
Jeder Tag unterlag einem festen Zeitplan:

Bis 8:20 – Frühstück
8:30 – Plenum
9:00-12:20 – Kurs
12:30 – Mittagessen
13:30-16.00 – KüAs (Kursübergreifende Angebote)
16:00-18:20 – Kurs
18:30 – Abendessen
ab 19:30 – KüAs

Jeder Kurs beschäftigte sich mit einem anderen Themenbereich und wurde von jeweils zwei Stunden geleitet. Mein Kurs befasste sich hauptsächlich mit den Zusammenhängen zwischen Wirtschaft und Philosophie in Bezug auf verschiedene Lösungsmodelle für die Problematik „Klimawandel“. Dieser Zusammenhang erscheint im ersten Moment eher konstruiert, jedoch wurde uns im Laufe des Kurses schnell klar, dass zwischen diesen Bereichen nur ein schmaler Grat existiert und sie somit eng miteinander verbunden sind. Angeleitet und Begleitet wurden wir von unseren zwei Kursleitern, Simon Faets und Xueqian Chen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, unseren Horizont um ein Vielfaches zu erweitern, was ihnen auch mit Bravour gelang. Mit Leichtigkeit schafften sie es, uns zu begeistern und angeregte Diskussionen auszulösen. Bereits nach wenigen Tagen war unser Kursklima unbeschreiblich gut. Mit der Unterstützung unserer beiden Kursleiter verstrickten wir uns in Grundsatzdiskussionen vom Kapitalismus, bis hin zur Definition von Gerechtigkeit und freuten uns über jeden neuen Fachbegriff, den wir erlernten und jedes neue Modell, dass wir kritisieren durften.

Natürlich brauchte man bei 6 Stunden Kurs am Tag auch etwas Freizeit, daher gab es die sogenannten KüAs, die Kursübergreifenden Angebote. Diese wurden von den Teilnehmern selbst organisiert und erreichten bereits am ersten Tag eine breite Vielfalt. Von Musik und Tanz über Sport und Massagekreise zu Poker und Planspielen, für jeden war etwas Passendes dabei.

Selbstverständlich gab es während der zwei Wochen auch Abwechslung im Programm. So fanden beispielsweise Projekttage statt, an denen jeder Kursleiter ein Projekt zur praktischen Umsetzung von Nachhaltigkeit anleitete. Diese Projekte wurden dann im Rahmen eines Präsentationsabends vorgestellt, an dem auch Vertreter der Stadt Papenburg und der HÖB zugegen waren. In diesen Tagen wurde eine Kleidertauschparty organisiert, ein Foodsharing-Projekt gestartet. ein Widerstandsvideo gedreht und vieles mehr. Außerdem fanden an einem Tag mehrere Exkursionen statt, die ebenfalls alle mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung standen. Selbstverständlich wurde am letzten Abend auch ein „Bunter Abend“ organisiert, zu dem alle Kurse etwas beitragen konnten. So wurde getanzt und gesungen, es wurden Sketche aufgeführt und Herzblatt gespielt. Mein Kurs nutzte diesen Abend darüber hinaus, um sich mit einem selbstgedichteten Lied bei seinen Kursleitern zu bedanken.

Die Stimmung während der gesamten Akademiezeit und besonders in meinem Kurs, war überwältigend. Ich konnte viele neue Menschen kennenlernen und unbeschreiblich viele Erfahrungen sammeln.

Fazit: Die Akademie war ein wundervolles Erlebnis, das ich mir in diesem Ausmaß nie hätte träumen lassen. Sie lässt sich nicht mit dem Schulalltag vergleichen und ich würde sie jedem empfehlen, der den Wunsch hat Neues zu lernen und seinen Horizont zu erweitern.

Besonders bedanken möchte ich mich an dieser Stelle noch bei meinem Stammkursleiter Herrn Lieser, ohne dessen Bemühen ich nie an dieser Akademie hätte teilnehmen können.

 

Beispiele aus den Mitschriften