Jugend debattiert: Hanne Tijman siegt beim Landesfinale in Mainz

12.04.2011

Im Streitgespräch die Nase vorn

 

Hanne Tijman vom Sickingen-Gymnasium in Landstuhl und Mona Offenberg vom Gymnasium am Rittersberg in Kaiserslautern siegen im Jubiläumsjahr beim Landesfinale Rheinland-Pfalz

 

Vier Schülerinnen haben sich heute beim Landesfinale Jugend debattiert für die Bundesebene des Wettbewerbs  in Berlin qualifiziert: Die 14jährige Hanne Tijman vom Sickingen-Gymnasium in Landstuhl überzeugte bei der Frage „Soll Internet-Piraterie mit Internet-Sperren bekämpft werden?“, dem Thema für die Klassen 8 bis 10. Sie argumentierte eindrucksvoll gegen die Einrichtung elektronischer Sperren.  Mona Offenberg,  16 Jahre, vom Gymnasium am Rittersberg in Kaiserslautern konnte bei der Frage „Soll in Rheinland-Pfalz ein Zentralabitur eingeführt werden?“ den Wettbewerb der Jahrgangsstufen 11 bis 13  für sich entscheiden. Sie trat überzeugend für ein Zentralabitur ein. Rund 3.100  Schüler haben sich im laufenden Schuljahr in Rheinland-Pfalz an Jugend debattiert beteiligt. Die besten acht Schüler, die sich zuvor auf Schul- und Schulverbundebene durchgesetzt hatten, debattierten heute beim Landesfinale im Plenarsaal des Mainzer Landtags.

Jugend debattiert ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz und den Kultusministerien der Länder, in Rheinland-Pfalz das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Kooperationspartner ist hier auch der Landtag Rheinland-Pfalz.

 

2001 wurde Jugend debattiert in Frankfurt am Main an rund 30 Schulen erprobt. Im selben Jahr hat der Bundespräsident die Ausweitung des Wettbewerbs auf Bundesebene unter seiner Schirmherrschaft initiiert. Heute ist Jugend debattiert das größte privat-öffentlich finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung mit bundesweit über 100.000 Schülerinnen und Schülern an 730 Schulen im laufenden Schuljahr.

Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten Paula Werner vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in  Kaiserslautern und Marleen Werner vom Nikolaus-von-Weis-Gymnasium Speyer vertreten Rheinland-Pfalz nun beim Bundeswettbewerb Jugend debattiert im Juni in Berlin. Als Preis für ihren heutigen Erfolg erhalten alle vier ein fünftägiges professionelles Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene vorbereitet. Bundespräsident Christian Wulff wird den überzeugendsten Rednern im Bundesfinale am 3. Juni 2011 die Siegerurkunden persönlich überreichen.

Staatssekretärin Vera Reiß, die nicht nur zu den ersten Gratulanten der Landesbesten, sondern auch zur Jury der Finalrunde gehörte, betonte: „Ein großes Lob für die überzeugenden rhetorischen Leistungen aller Finalteilnehmerinnen und Finalteilnehmer. Wer eine eigene Meinung entwickeln und diese auch gut begründen kann, ist auch in der Lage, sich in unserer Gesellschaft gezielt zu engagieren und unsere gemeinsame Zukunft mit zu gestalten. Anerkennung verdient aber nicht nur das Engagement aller Schülerinnen und Schüler, die sich an diesem Wettbewerb beteiligt haben, sondern auch der Einsatz der Lehrkräfte, die sie dabei unterstützt haben.

„In den vergangenen 10 Jahren ist Jugend debattiert ein wichtiger Baustein für die Schulentwicklung geworden“, ergänzt  Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, stellvertretend für die Projektpartner. „Das Projekt ist ein Modell für die länderübergreifende Zusammenarbeit von Stiftungen und staatlichen Akteuren. Durch unsere Kooperation ist es uns gelungen, innovative Formen der Lehrerfortbildung und des Unterrichts in der deutschen Schullandschaft anzuregen und umzusetzen.“

Jugend debattiert bringt Rhetorik in die Schule: Seit 10 Jahren fördert das Projekt mit einer Unterrichtsreihe und einem bundesweiten Wettbewerb die sprachliche und politische Bildung sowie die Meinungs- und Persönlichkeitsbildung von Schülerinnen und Schülern ab Klasse 8. Für die Schülerinnen und Schüler beginnt Jugend debattiert mit einer Unterrichtsreihe in der Klasse. Anschließend folgt der Wettbewerb, zunächst in der Schule, dann im Regionalverbund und schließlich auf Landesebene. Regional- und Landessieger gewinnen jeweils ein Seminar zur Vorbereitung auf die nächste Stufe des Wettbewerbs.

Der Schülerwettbewerb folgt klaren Regeln: Debattiert wird jeweils zu viert über aktuelle gesellschaftliche Streitfragen. Jeder Schüler hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position – pro oder contra – darlegt. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine weitere Minute zur Verfügung, wobei er seine ursprüngliche Position auch verändern darf. Bewertungskriterien für die Debatte sind Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

 

Die Sieger im Landeswettbewerb Jugend debattiert Rheinland-Pfalz 2011:

Altersgruppe I  (Klassen 8 bis 9/10):
1. Platz: Hanne Tijman, 14 Jahre, Sickingen-Gymnasium, Landstuhl
2. Platz: Paula Werner, 16 Jahre, Albert-Schweitzer-Gymnasium, Kaiserslautern
3. Platz: Romy Hoffart, 15 Jahre, Alfred-Grosser-Schulzentrum, Bad Bergzabern