Austausch mit der Manheim Central High School im US-Bundesstaat Pennsylvania

von Maike Hansen

 

Seit 2007 gibt es am Sickingen-Gymnasium Landstuhl einen Austausch mit der Manheim Central High School im US-Bundesstaat Pennsylvania, der es alljährlich einer kleinen Schar unserer Schülerinnen und Schülern ermöglicht, etwa vier Wochen in einer amerikanischen Familie zu leben und gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern den Schulalltag kennen zu lernen. Im vergangenen Schuljahr konnten Maike Hansen, Lena Stahlschmitt, Sophie Herth, Aaron Pfaff, Oguz Günes und Till Schubert diese Erfahrung machen. Der folgende Bericht spiegelt Maikes Erfahrungen wider:

 

Während unseres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten lebten wir in der Kleinstadt Manheim, etwa eine Autostunde von Philadelphia entfernt und im Lancaster County, dem Partnerkreis des Landkreises Kaiserslautern gelegen. Da in dieser Region fast alle Häuser auf großen Grundstücken stehen, sind die meisten Ortschaften so groß, dass man mit dem Auto zum Teil 20 Minuten benötigt, um von einem Ende zum anderen zu gelangen.

Nach einem herzlichen Empfang in unseren Gastfamilien haben wir vor allen Dingen den Schulalltag unser Partner kennen gelernt, der sich deutlich von unserem unterscheidet. Besonders ist zunächst, dass fast alle Schülerinnen und Schüler in gelben Schulbussen zur Schule fahren, die ihre Passagiere an Straßenkreuzungen abholen und unmittelbar vor dem Schulgebäude absetzen. Auch die Stundenpläne haben mit unseren wenig gemeinsam: So haben die amerikanischen Schülerinnen und Schüler pro Tag vier Schulstunden, die jeweils 90 Minuten dauern und sich von montags bis freitags in derselben Weise wiederholen. Allerdings werden die unterrichteten Fächer regelmäßig ausgetauscht, wodurch sich neue Stundenpläne ergeben. Auch das Prüfungssystem ist anders als in Deutschland: So enthalten die meisten Tests Multiple-Choice-Aufgaben, die am Computer beantwortet und anschließend online korrigiert werden.

Insgesamt spielt Technik im Alltag unserer amerikanischen Partnerschule eine große Rolle: So ist jeder Saal mit einem Whiteboard und einer ausreichenden Anzahl von Computern für alle Schülerinnen und Schüler ausgestattet. Erstaunlich war für uns zudem, dass jede Lehrkraft über ihren eigenen Saal verfügt und diesen nach Belieben einrichten kann.

Hervorzuheben sind jedoch vor allen Dingen der große Zusammenhalt innerhalb der Schülerschaft sowie die starke Identifikation mit der eigenen Schule, die sich in einer Vielzahl an sozialen Aktivitäten widerspiegelt, die an der Manheim Central High School angeboten werden und an denen immer viele Schülerinnen und Schüler teilnehmen. So gibt es zahlreiche Schülermannschaften, deren Spiele stark besucht werden, obwohl für den Eintritt in der Regel gezahlt werden muss. Besonders die Spiele der Footballmannschaft waren für uns eine beeindruckende Erfahrung, vor allem aufgrund der tollen Stimmung im Schülerblock.

Neben dem Schulalltag haben wir natürlich unheimlich viel über das Leben in Pennsylvania gelernt. Noch immer lebt in der Region um Lancaster eine große Zahl von Amish, eine Bevölkerungsgruppe, die eine sehr traditionelle Lebensweise pflegt und noch heute weitgehend auf Technik verzichtet. Einige von uns hatten die Gelegenheit, in einer ihrer Kutschen zu sitzen, eine Schreinerei zu besichtigen oder aber an einem typischen, von Amish zubereiteten Essen teilzunehmen. Da die meisten von ihnen deutsche Vorfahren haben, verstehen viele nach wie vor Hochdeutsch und sprechen einen auch uns verständlichen Dialekt, das so genannten Pennsylvania Dutch, wobei Dutch für Deutsch und nicht für Niederländisch steht.

Unvergessliche Momente waren sicherlich die beiden Tagesausflüge nach New York und Washington D.C. Im dortigen Luft- und Raumfahrtmuseum haben wir einen ehemaligen Astronauten getroffen, der uns etwas über sich und seine Erfahrungen im Weltraum erzählt hat. Bei wunderschönem Wetter sind wir anschließend über die Mall geschlendert und haben das Weiße Haus, das Kapitol sowie das Lincoln Memorial gesehen. Insgesamt ein herrlicher wenn auch anstrengender Tag. Ein weiteres Highlight war weiterhin der Besuch in New York, den wir allerdings nicht gemeinsam unternehmen konnten.

Außerhalb dieser großen Touren haben wir viele kleine Dinge erlebt wie den Besuch des Hershey Chocolate Museums mit dem dazugehörigen Freizeitpark, die Besichtigung einer Eis- und Brezelfabrik sowie eine Fahrt nach Gettysburg, wo es im amerikanischen Bürgerkrieg zur entscheidenden Schlacht zwischen den Nord- und den konföderierten Südstaaten kam.

Till hatte zudem die Möglichkeit, auf einem Ausflug nach Kanada die Niagarafälle zu besuchen, Lena verbrachte mit ihrer Gastfamilie ein Wochenende am Strand und Oguz besuchte eine Vorstellung des Cirque du Soleil.

Abschließend können wir alle nur sagen, dass wir in Manheim eine tolle Zeit verbringen durften, die wir sicherlich niemals vergessen werden. Wir freuen uns bereits jetzt auf den Gegenbesuch und hoffen, dass es unseren Partnerinnen und Partnern bei uns genauso gut gefällt wie uns bei ihnen.