Sprachen sind das Tor zur Welt

Samstags freiwillig zur Schule? Zu einer weiteren Prüfung?

 

Tatsächlich haben sich mehr als 60 Schülerinnen und Schüler der MSS 13 des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl dafür entschieden, auch an einem Samstag die Schulbank zu drücken – und das nachdem am Wochenende zuvor bereits mehr als 80 ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler der 11. Jahrgangsstufe die Aula und zwei weitere Räume gefüllt hatten.

Sie alle haben ein Ziel: ein Zertifikat der telc-GmbH, welches ihnen unabhängig von ihrer Zeugnisnote Englischkenntnisse auf einem internationalen Niveau bescheinigt.

Auch am Sickingen-Gymnasium Landstuhl hat der Fremdsprachenunterricht einen hohen Stellenwert, was sich schon darin äußert, dass neben den „herkömmlichen“ Fremdsprachen Englisch, Französisch und Latein auch Spanisch und Russisch erlernt werden können. Als i-Tüpfelchen bietet die Schule interessierten Schülerinnen und Schülern schon seit mehr als fünf Jahren die Möglichkeit, in zwei dieser Sprachen (Französisch und Spanisch) ein Zertifikat einer unabhängigen Institution zu erhalten, für Französisch zum Beispiel vom französischen Erziehungsministerium und in Spanisch von telc language tests (in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule). Seit diesem Jahr nunmehr organisiert ein Lehrerteam mithilfe der telc-GmbH, einem gemeinnützigen Tochterunternehmen des Deutschen Volkshochschulverbandes mit Sitz in Frankfurt, den Erwerb des European language certificate auf verschiedenen Niveaus. Im Rahmen eines Pilotprojekts hatte das Sickingen-Gymnasium die Gelegenheit, motivierten Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an einem Sprachtest in Englisch zu ermöglichen.  

Vorbereitet wurde die Prüfung im Unterricht sowie in Form eines ganztägigen Workshops, bei dem die Schülerinnen und Schüler mit dem Aufgabenformat vertraut gemacht wurden und zudem die Möglichkeit hatten, eine Art Probeklausur zu schreiben.

Die Schülerinnen und Schüler selbst versprechen sich viel von diesem Test, so auch Jessica Enzminger aus der Jahrgangsstufe 13. Sie sagt: „Da ich bereits sehr positive Erfahrungen mit der Delf-Prüfung (Französisch) sammeln konnte, habe ich nicht gezögert, mich für das telc language certificate einzuschreiben. Für meinen bevorstehenden Auslandsaufenthalt in Australien wird es mir von großem Nutzen sein!“ Patrick Ersing, ebenfalls MSS 13, fügt hinzu: „Obwohl ich Englisch „nur“ als Grundfach habe, wollte ich mir diese Chance nicht entgehen lassen. Schon bei der Probeklausur habe ich sehr gut abgeschnitten.“

Da bei einer solchen Sprachprüfung sehr unterschiedliche Kompetenzen wie Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen sowie Grammatik und Wortschatz abgeprüft werden, hat ihr Ergebnis eine andere Aussagekraft als Schulnoten, deren Bedeutung sich aufgrund einer sich stetig differenzierenden Schullandschaft zusehends relativieren. Die angebotenen Zertifikate hingegen orientieren sich am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen und sind folglich international anerkannt. Sie werden von zahlreichen Universitäten als Nachweis von Sprachkenntnissen akzeptiert bzw. vorausgesetzt und das nicht nur bei sprachorientierten Studiengängen. So erwartet zum Beispiel die Freie Universität Berlin für den Masterstudiengang im Fach Betriebswirtschaftslehre Sprachkenntnisse auf Niveau C1 (kompetente Sprachverwendung auf einem fortgeschrittenen Kompetenzniveau), aber auch bei Bewerbungen um Auslandsaufenthalte oder Ausbildungsstellen stellen sie eine zusätzliche Qualifikation dar, die unter Umständen entscheidende Türen zu öffnen vermag.  

Bei der Zertifikatsübergabe an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrgangsstufe 11 betonte die Schulleiterin Frau Andrea Meiswinkel daher, dass das Sickingen-Gymnasium auch in Zukunft interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnen werde, im schulischen Rahmen entsprechende Prüfungen vorzubereiten und abzulegen. Weiterhin zeigte sie sich sehr erfreut über das gute Abschneiden der Schülerinnen und Schüler in beiden Jahrgangsstufen und bedankte sich bei allen Anwesenden, ohne deren Unterstützung das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.