Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis

von Johanna Bittes

 

„Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis‘‘ – Albert Camus

 

Die Philosophie ist  die Mutter aller Wissenschaften und ein wichtiger sowie auch allgegenwärtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens, doch vergessen wir dies leider allzu oft. In Deutschland erscheint das Schulfach Philosophie fast schon exotisch und wie eine Rarität, nur in wenigen Schulen wird Philosophieunterricht überhaupt  angeboten, obwohl das Fach eine wichtige Grundlage für die anderen Wissenschaften bildet. In Frankreich hingegen wird der Philosophie mehr Anerkennung entgegengebracht, sie ist sogar ein wichtiges Hauptfach, das jede/-r Schüler/-in belegen muss, sie ist aus der französischen Schule nicht wegzudenken, da die philosophische Bildung nicht zuletzt die Grundwerte der Demokratie und der Republik vermittelt.

Durch ein gemeinsames Treffen mit französischen Philosophieschülern erhofften wir uns, neue Erfahrungen sammeln und unseren philosophischen Horizont erweitern zu können. Als Ort für das Projekt wurde die Jugendherberge auf dem Gelände der Burg Thallichtenberg ausgewählt, eine schöne harmonische Atmosphäre für das Philosophie-Projekt, das sich vom 27.1 bis zum 31.1 erstrecken sollte. Die Anreise war für uns angenehm, da die Burg nur wenige Kilometer von unserer gewohnten Umgebung entfernt liegt, wir hatten also keinen langen Weg vor uns. Hingegen mussten die französischen Schülerinnen zuerst mit dem Zug anreisen und dann mit dem Bus in Kaiserslautern abgeholt werden, bevor sie in unserer Schule feierlich empfangen werden konnten.

Klavier wurde gespielt und Reden wurden gehalten, dazu wurden noch leichte Snacks und Getränke angeboten, um unsere Gäste zu versorgen. Die Busfahrt gestaltete sich ruhig, dann aber auf dem Burggelände angekommen hat das wilde Treiben begonnen. Vieles Neues gab es zu entdecken, neue Gesichter und eine neue Umgebung, also viel Aufregung auf einmal. Wenig Zeit verging, bis das Programm zum Thema „Freiheit“ startete und wir stürzten uns auch gleich in die Philosophie hinein. Ein strammer Zeitplan und ein reger Austausch standen uns an den nächsten Tage bevor, in denen wir viel Neues lernen sollten. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal einen Dank an die Lehrkräfte und JProf. Dr. Christian Thein aussprechen, die dieses Treffen erst möglich gemacht haben, ein großes Lob und vielen herzlichen Dank dafür.

Die ersten Stunden vergingen wie im Flug und das gemeinsame Arbeiten entpuppte sich als außerordentlich spannend, man konnte viel Neues über die eigentlich doch so nahe Kultur lernen. Und auch die sprachlichen Unterschiede wurden schnell problemlos überwunden, dem gemeinsamen Philosophieren stand nichts mehr im Wege.

Das gesamte Projekt widmete sich der Thematik der Freiheit und Vorträge wurden sowohl in deutscher als auch französischer Sprache vorgetragen. Verschiedene Ideen, Kenntnisse, Meinungen und auch Grundlagen wurden ausgetauscht und die Wichtigkeit der Philosophie für die Politik, die Wirtschaft, im Alltag und sogar in der Liebe wurde deutlich. Am meisten hat mir das kreative Arbeiten in den kleineren Gruppen gefallen, da man auch so gut persönliche Kenntnisse und Erfahrungen mit den französischen Projektpartnern austauschen konnte. Im Grunde waren die verschiedenen Arbeitsweisen aber sehr abwechslungsreich und nicht zu einseitig. Ich fand es spannend, so viel Neues kennen zu lernen, nicht nur philosophisch, sondern auch kulturell.
Selbst abends, als das Programm zu Ende war, ging der Austausch in den Zimmern noch weiter. Der Höhepunkt des Treffens war der Ausflug am zweitletzten Tag nach Trier in das Landesmuseum und in das berühmte Karl Marx Haus. So konnten die französischen Schülerinnen Deutschland noch besser kennenlernen. Ich persönlich fand das Projekt sehr spannend und lehrreich, doch hätte ich mir gewünscht, dass wir uns manchen Themenbereichen der Freiheit noch genauer gewidmet hätten, dazu hätte jedoch die Zeit leider nicht mehr gereicht. Im Großen und Ganzen war es ein gelungenes Unterrichtsprojekt und es besteht auf jeden Fall Wiederholungsbedarf. Nochmals ein herzlichen Dank an alle beteiligten Lehrkräfte und JProf. Dr. Christian Thein!