Ein Hauch von Indiana Jones – der Archäologe Stefan Müller zu Besuch am Sickingen-Gymnasium

„Steven Spielbergs Indiana-Jones-Filmen haben nichts mit dem Alltag eines Archäologen zu tun – mit Ausnahme der Lehrtätigkeit an der Universität.“  So lautete der Kommentar des jungen Archäologen Stefan Müller (zur Zeit Uni Trier), der am Montag, den 17. November 2014, den Leistungskurs Geschichte der Klassenstufe 11 am SGL besuchte und über seinen Beruf informierte. Neben der archäologischen Forschung (Ausgrabungen, Auswertungen und Lehre) bieten sich berufliche Felder in den Bereichen Museen und Denkmalpflege oder auch in der Tourismusbranche an. Stefan Müller selbst hat die Forschung für sich entdeckt und wird seine Doktorarbeit auch innerhalb der Zeit der Ägäischen Bronzezeit, in welche auch die Schachtgräber von Mykene zeitlich einzuordnen sind, anlegen. Gerade erst ist er von einer Forschungsreise aus  der Ägäis zurückgekehrt, wo er mehrere Monate dazu geforscht hat.

Der Archäologe informierte darüber hinaus über Forschungsmethoden und Gegenstände der Archäologie und gab auch Einblicke in die Ägyptologie am Beispiel verschiedener Pyramidentypen und Arten von Hieroglyphen. Dabei erkannten die Schülerinnen und Schüler aktuelle Berührungspunkte zu Fächern wie Geschichte und Bildende Kunst. Gemeinsame Forschungsgegenstände sind z.B. die Statuen der Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton. Diese wurden in Athen als Sinnbild für die Stärke und Durchsetzungskraft der Demokratie in klassischer Zeit errichtet, sind aber letztlich nichts als reine Propaganda – waren es doch ausgerechnet die Spartaner, die Athen aus tyrannischer Herrschaft befreiten.  

Wer sich näher für Archäologie interessiert, kann sich über den Fachbereich Geschichte gern an Stefan Müller persönlich wenden (Ansprechpartner: Hr. Loth).

 

 


 

Die Schachtgräber von Mykene

von Stefan Müller

1. Einführung

Bei Mykene handelt es sich um eine der bedeutendsten Stätten während der sog. „Ägäischen Bronzezeit“ (ca. 3000 – 1050 v. Chr.) bzw. gar um die wichtigste auf dem griechischen Festland während der „Späten Bronzezeit“ (ca. 1600-1050 v. Chr.) – die letztgenannte wurde deshalb auch mit dem Namen „Mykenisch“ versehen, wobei diese aber ebenso unter dem Begriff „Späthelladisch“ bekannt ist. Während die Siedlungstätigkeit jedoch nicht auf diese beiden Jahrtausende beschränkt ist (sondern noch mehr als ein Jahrtausend länger läuft), ist ihre Nutzung in der Bronzezeit doch klar als die wichtigere und berühmtere hervorzuheben.

Im Nordosten der Peloponnes, in der Landschaft „Argolis“ liegend, erhebt sich zwischen zwei Bergen ein ca. 280 m hoher Hügel, auf welchem sich die Zitadelle, d.h. die Burg von Mykene befindet ...

 

Den vollständigen wissenschaftlichen Artikel des Archäologen Stefan Müller als PDF finden Sie hier!