"Ich diene Deutschland"

So das Motto vom 24-jährigen Stabsgefreiten Christian Hampe, der im Bild unten auf der Liege abgebildet ist.

Hätte man mich vor zwei Wochen gefragt, was ich von der Bundeswehr halte, wäre meine Antwort: "Die Bundeswehr ist ein Club für überbezahlte Hobbyschützen!" Doch mittlerweile hat sich meine Ansicht verändert und dazu kam es so:

Die Organisation "Young Leaders" bietet für engagierte junge Leute im Alter von 15 bis 25 Jahren europaweit Seminare an, sei es einen Radioworkshop, einen TV-Workshop oder eine Debattierwoche im Parlament. Da ich mich sehr für den journalistischen Beruf interessiere, bewarb ich mich für den 118. Jugend Presse Kongress in Berlin und bekam in den folgenden Tagen eine Bestätigung. Voller Vorfreude startete ich meine Reise in die Hauptstadt. In Berlin angekommen, ging es weiter mit der Straßenbahn nach Straußberg in die Akademie der Bundeswehr, wo alle 125 Teilnehmer unterkamen. Der erste Morgen begann mit einem Frühstück, gefolgt von den Workshops mit Profijournalisten. Ich war in der "Webmag -Redaktion" und meiner Gruppe war David Ohrndorf vom "WDR Köln" zugeteilt. Gemeinsam besprachen wir zuerst den Tagesablauf, dann wurden Teams  gebildet, die während der "Medienbörse" Unteroffiziere der Bundeswehr interviewen sollten, dazu gab uns David Ohrndorf Tipps, wie wir als angehende Journalisten vorgehen können. Nach einem Vortrag des Diplom-Psychologen Reinhard Werner und dem Mittagessen erwartete uns ein weiterer Vortrag vom Generalmajor Manfred Schlenker, dem Amtschef des Personalamtes der Bundeswehr. Im Foyer fand anschließend den ganzen Nachmittag die "Medienbörse" statt. Zahlreiche Soldaten stellten sich freiwillig zur Verfügung, um unseren kritischen Fragen Rede und Antwort zu stehen. Während der Gespräche mit den Unteroffizieren war ich sehr erstaunt über die facettenreiche Arbeitsbereiche, die die Bundeswehr bietet und erfuhr des Weiteren von den Karrierechancen und Aufstiegsmöglichkeiten, die es gibt. Hierzu ein Beispiel eines Unteroffiziers: Der 25-jährige Frank Dannenberg wurde nach seinem Grundwehrdienst zum Oberfeldwebel befördert und ist als Rettungssanitäter tätig .Für die Zukunft stellt sich Dannenberg vor, ein Medizinstudium zu absolvieren, welches vom Bund finanziert werden kann. Auf die Frage welche Opfer die Bundeswehr bringt und wie er zum Klischee des schießwütigen Soldaten steht, antwortete er, dass in der Kaserne die Privatsphäre eingeschränkt sei und die langen Reisen fern von der Familie anstrengend seien. Sein Standpunkt zu dem besagten Klischee ist, dass ein Soldat dazu ausgebildet wird, Gesetz und Freiheit zu verteidigen und er selbstverständlich zur Waffe greifen muss, wenn sich Kameraden in Gefahr befinden. Daraufhin konnte ich feststellen, dass die Bundeswehr keineswegs eine Organisation ist, die "Hobbyschützen" unterhält! Gegen Abend ging es anschließend mit drei Bussen nach Berlin am Gendarmenmarkt. Nach dem Dinner  erkundeten wir in einzelnen Gruppen die Metropole. Am letzten Tag versammelten sich alle 125 Teilnehmer wieder im Plenum zur Infobörse. Dort konnte den Profijournalisten Fragen zum Beruf gestellt werden. Zu meiner Überraschung rieten sie uns alle davon ab, den Studiengang Journalistik zu wählen und empfahlen, dass wir uns auf ein oder zwei Gebiete zu spezialisieren sollten. Außerdem sollten wir uns für viele Praktika bewerben, um so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln, da sie im späteren Beruf sehr hilfreich sein könnten.

Vor der Abreise  präsentierten die "Webmag-Redaktion" und "TV-Redaktion 2" noch ihre Beiträge. Dann starteten die 125 Teilnehmer zur Rückfahrt nach Hause.