Mein Weg zum Stipendium

von Timo Natter

 

Du bist engagiert und bringst sowohl gute Noten als auch soziale Kompetenz mit? Dann lohnt sich auf alle Fälle eine Bewerbung um ein Stipendium! Ich hatte Erfolg und möchte Euch meinen Weg bis hin zum Stipendium beschreiben.

 

Ich habe am 20.03.15 meine Schulzeit am Sickingen-Gymnasium beendet und zum Wintersemester mit dem Pharmaziestudium in Saarbrücken begonnen. Im Januar diesen Jahres habe ich dann die grandiose Nachricht erhalten, dass ich in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen wurde und in Zukunft sowohl deren finanzielle als auch ideelle Förderung in Anspruch nehmen darf.

Wie alles begann: Nach dem Abitur bekamen einige Mitschülerinnen und Mitschüler und auch ich eine Einladung von Frau Schuster zu einem Informationstreffen zum Thema „Stipendium“. Ausgewählt wurden hierfür diejenigen Schülerinnen und Schüler mit den notwendigen Grundvoraussetzungen, wie guten schulischen Leistungen, aber auch sozialer Kompetenz und Engagement! In meinem Fall handelte es sich dabei vor allem um meine Tätigkeit als Schülersprecher und mein langjähriges Mitwirken in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, wie „Jugend debattiert“ und „Musical AG“. Vorgestellt wurden uns damals die verschiedenen Stiftungen und Förderwerke, die uns für Bewerbungen zur Auswahl standen. Da ich schon wusste was, wann und wo ich studieren wollte, nahm ich das Thema Stipendium gleich in Angriff. Da ich zudem auch nicht gerade aus betuchtem Elternhaus stamme, klang die Chance auf ein paar „extra Flocken“zum Studieren ganz verlockend.

Bei den zahlreichen Stiftungen hat man die Qual der Wahl. Ich habe mir angeschaut, welche Voraussetzungen und Ziele die verschiedenen Stiftungen verfolgen und was am ehesten auf mich zutreffen könnte. Meine Bewerbungen gingen schließlich an die Heinrich Böll Stiftung, die der Partei „Bündnis 90 – die Grünen“ nahesteht und an das evangelische Studienwerk Villigst. Die Schule nutzte zusätzlich ihr Vorschlagsrecht und schlug mich bei der Studienstiftung des deutschen Volkes vor. Die Bewerbungsunterlagen sind je nach Stiftung wirklich umfassend und reichen von Fragen zu Person und Lebenslauf, über die politische Einstellung bis hin zum typischen Anschreiben, wie man es von Bewerbungen her kennt. Zudem waren auch einige Gutachten meiner ehemaligen Lehrer nötig, die sich damit sehr viel Mühe gaben.

Beim Versuch, die verschiedenen Anforderungen der Stiftungen auseinander zu halten, bin ich zeitweise fast verzweifelt und man stellt sich schon die Frage, ob sich dieser ganze Aufwand überhaupt lohnt. Die erste Absage flatterte auch prompt ins Haus, denn zumindest die Heinrich-Böll Stiftung sah in mir nicht den richtigen Bewerber für ihr Stipendium. Beim evangelischen Studienwerk wurde ich zumindest noch auf ein Bewerbungsgespräch nach Saarbrücken eingeladen. Dort hatte ich verschiedene Fragen zu meiner Person und meinen Angaben in den Bewerbungsunterlagen zu beantworten, sowie drei Karikaturen zu aktuellen politischen Sachverhalten, wie der Syrienkrise, zu interpretieren. Schon während des Gesprächs wurde mir klar, dass es nicht wirklich optimal lief, sodass mich die Absage nach gut einer Woche kaum wunderte. Dennoch etwas entmutigt wusste ich nicht so recht, ob es sich lohnen würde die dritte und letzte Chance zu ergreifen und meine Bewerbungsunterlagen an die Studienstiftung zu senden. Pünktlich 3 Tage vor Einsendeschluss war mein Lebenslauf dann doch noch so gut geworden, dass ich mich traute ihn zur Post zu bringen! Typisch Student eben..

Etwas später wurde ich dann auf ein zweitägiges Bewerberwochenende nach Mannheim eingeladen, wofür ich ein Referat über ein Thema meiner Wahl vorzubereiten hatte, über welches anschließend unter meiner Moderation diskutiert werden sollte. Mein Thema lautete „Impfpflicht – sinnvoll und notwendig?!“. Meine Erwartungen an das Wochenende waren von Skepsis geprägt: „Ob ich mich mit den Leuten dort verstehe… sind da nur „Nerds“? .. wenn ja, bin ich selbst auch einer!?“.

In Mannheim angekommen wurden sämtliche Vorurteile innerhalb weniger Minuten beseitigt!

Ich habe ein super schönes Wochenende verbracht mit netten, interessanten und wirklich gesprächigen jungen Leuten. Auch mein Vortrag ging reibungslos über die Bühne, da meine Kleingruppe wirklich diskussionsfreudig war und mich als Moderator fast gar nicht brauchte. Zusätzlich hatte ich zwei Einzelgespräche mit „Jurymitgliedern“ der Studienstiftung, die ähnlich, aber deutlich angenehmer verliefen als beim Ev. Studienwerk. Einschätzen konnte ich meine Chancen auf ein Stipendium dennoch nicht und letztendlich gehört auch einfach eine kleine Portion Glück dazu.

Diese Portion hatte ich und bin nun in der tollen Situation mich zwischen den verschiedenen Angeboten der Studienstiftung entscheiden zu können. Diese stellt von Sprachkursen, über Auslandsstipendien, bis hin zu Sommerakademien in ganz Europa ein wirklich vielfältiges Angebot für ihre Stipendiaten auf die Beine. Jetzt fehlt mir nur noch die „passende Stiftung“, die mir ein paar freie Tage im Monat überweist an denen ich auch Zeit habe dieses Angebot zu nutzen ;)

Bei der Studienstiftung des deutschen Volkes ist übrigens auch eine Initiativbewerbung ohne Vorschlag der Schule möglich.

 

An dieser Stelle vielen Dank an alle Lehrer, die mich auf „meinem Weg“ unterstützt haben und vor allem an Frau Schuster für die tolle schulinterne Organisation.

Und wie gesagt Leute: Nicht denken „das klappt sowieso nicht“, sondern einfach mal probieren. Man kann nur gewinnen!