Hausmusikabend am 12.12.2012

Neues und Altes

 

Am mathematisch-ästhetischsten Datum des Jahres, dem 12.12.12, luden die Musiker des Sickingen-Gymnasiums zur alljährlichen „Hausmusik“ in die Aula ein; und wie die aussagekräftige Artikelüberschrift schon andeutet, wurde der versierte Hausmusik-Besucher diesmal mit Altem erfreut und mit Neuem überrascht -

Begriffe, deren Interpretationsspielraum hier aber durchaus weit gefasst ist:

Wenn man bei den vergangen Konzerten hauptsächlich die altbekannten Hausmusik-Allstars bewundern durfte, traute sich dieses Jahr eine beachtliche Anzahl Neulinge auf die Bühne (was wohl auch den parallel zur Zuschauerzahl gewachsenen Umfang des Programms erklärt), so zum Beispiel die frisch gegründete Schulband mit „Boulevard of Broken Dreams“ und dem ersten Basssolo in der Geschichte der Hausmusik, Lea Hoffmann (7d) am Klavier u.a. mit „River flows in you“, der jungen Sängerin Lydia Langer (8a) mit „Read all about it“, Tom David Borger, MSS 12, der auf der Gitarre seine Eigenkomposition „Kindermelodie“, angelehnt an ein Gedicht Rainer Marie Rilkes, vortrug, oder Andreas Naujoks( 5b) mit Yann Tiersens „Comptine d'une autre été“, ein Klavierstück, das dem aufmerksamen Hausmusik-Besucher seltsam bekannt vorkommen dürfte.

Und was die Altlinge angeht (man verzeihe den kühnen Neologismus) - nun, von ihnen gaben einige (Eva Ganjon, Laura Schmalenberger, Marie Böhlke, Franziska Schulz, Franziska Sprengart, Luca Tarantini, alle MSS 13) mit der diesjährigen Hausmusik ihr Abschiedskonzert am Sickingen Gymnasium und damit das Zepter an die nachfolgende Generation hoffnungsvoller Musiker-Talente weiter.

Denn auch rein musikalisch wurde ein erfrischender Wechsel traditioneller Stücke (beispielsweise Phillip Guhl (10a) an der Geige mit einem Allegro von A. Vivaldi oder Romy und Felix Kries (Klavier, MSS 12 und Klasse 6) mit exzellent vorgetragenen Stücken von Mozart und Mussorgski) und modernen Pop-Songs (z.B. Jens Schwab (9a), Klavier, der mit „I don't like Mondays“ tosenden Applaus erntete, Timo Natter (MSS 11) mit „When the children cry“ oder Theresa Perschke, Lara Guhl und Sophie Steidel, alle MSS 11, mit herausragenden Interpretationen von „Be mine“ und Colplays „Fix you“). Unbedingt bemerkenswert auch Anna Burger und Melanie Kugland, beide MSS 11, Klavier und Querflöte, mit dem beschwingt-mitreißenden Weihnachtslied „Another Rock&Roll Christmas“.

Für den nötigen Weihnachtsgeist sorgte wie immer das Schulorchester unter Leitung Joachim Pallmanns, das diesmal mit ungewöhnlich vielen Beiträgen aufwartete: „Nun lob mein Seel“, „Macht hoch die Tür“, „Es kommt ein Schiff geladen“, „Allemande“ und, zum krönenden Abschluss mit viel Pauke und Trompete, „Adeste Fideles“.

Auch die Schlussworte der Schulleiterin A. Meiswinkel ließen eine gehörige Portion vertrauter Tradition nicht vermissen. Wie so oft hat sie auch diesmal  „nicht zu viel versprochen“ und wie so oft war der Abend wieder „sehr kurzweilig“.

Jedoch stach dem aufmerksamen Konzertbesucher trotz aller Konstanz eine kuriose Neuerung ins Auge: Offenbar hat der Zeitgeist das ja nun wirklich vollkommen altmodische, gar überholte „Verbeugen nach Solo-Darbietungen“, wie man es in Fachkreisen häufig nennt, in einem Großteil der Fälle durch ein neumodisch-verschämtes Verschwinden von der Bühne ersetzt. Und das obwohl jedwede Verlegenheit seitens der jungen Musiker bei der gegebenen Qualität ihrer Beiträge wahrhaftig nicht angebracht ist!

 

Jutta Kühn, MSS 13