Der Beruf des Menschen ist es, Mensch zu sein

Deutsch-Französisches Philosophie-Projekt im Wald von Fontainebleau

von Achim Jung

Zum zweiten Mal begegneten sich zwei Philosophieklassen aus Versailles und Landstuhl zu einem gemeinsamen Unterrichtsprojekt, diesmal in der Jugendbegegnungsstätte Bois du Lys im Wald von Fontainebleau südlich von Paris. Der Schwerpunkt der Projektwoche war das Thema „Bildung“. Im Mittelpunkt der Schüleraktivitäten standen vor allem Übungen zum philosohischen Schreiben. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Bildungstheorien von Jean-Jacques Rousseau und Wilhelm von Humboldt. 

Die Schülerinnen und Schüler aus Versailles und Landstuhl mit JProf. Dr. Christian Thein (vorne links), Peter Holz (vorne, Mitte, Christine Martin (hinten, Mitte) und Achim Jung (hinten, rechts)

Beide sehen das Ziel der Bildung nicht in der Ausbildung zu einem Beruf, sondern begreifen den Menschen als entwicklungsfähige Persönlichkeit, die die Freiheit haben muss, sich gemäß ihren Neigungen und Begabungen zu entwickeln: Der Beruf des Menschen ist es, Mensch zu sein. Rousseau vertrat die optimistische Ansicht, dass der Mensch von Natur aus gut und unendlich entwicklungsfähig sei. 

 

JProf. Dr. Christian Thein gab eine Einführung in die Gender-Debatte

 

Der aus der freien Republik Genf stammende Philosoph forderte, dass man sich bei der Erziehung an den Bedürfnissen und dem Wesen der Kinder orientieren müsse und seine im "Émile", dem Klassiker der Pädagogik, dargelegten Gedanken bieten bis heute eine philosophische Orientierung, wenn es darum geht, darüber reflektieren, was eine richtige und den Kindern gemäße Erziehung ist.

Auch Rousseaus ungewöhnliche Vorstellungen zur unterschiedlichen Erziehung von Jungen und Mädchen wurden von den deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern kritisch reflektiert. Zum Verhältnis der Geschlechter und zur Gender-Debatte bot der Philosoph JProf. Dr. Christian Thein von der Johannes Gutenberg – Universität Mainz eine Einführung und einen Workshop zum philosophischen Schreiben an. Während des Projekts wechselten sich Phasen des gemeinsamen Philosophierens mit kreativen Aktivitäten ab. Auch das gemeinsame Spiel, philosophische Gespräche und die Geselligkeit kamen nicht zu kurz.

 

Das Projekt wurde von den Philosophielehrern Christine Martin und Peter Holz vom Deutsch-Französischen Gymnasium in Buc und von Achim Jung vom Sickingen-Gymnasium geleitet. Für alle Beteiligten waren die Tage in Frankreich eine sehr bereichernde und wertvolle Erfahrung, gerade in einer Zeit, in der wieder viel von Grenzen zwischen Ländern die Rede ist und in der auch wieder Grenzen in den Köpfen entstehen.

Eine solche grenzübergreifende Kooperation mit einem gemeinsamen Unterrichtsprojekt ist nichts Selbstverständliches. Etwas ganz Besonderes ist sie jedoch ganz vornehmlich im Fach Philosophie.

Die Projektgruppe vor dem Panthéon in Paris, wo Jean-Jacques Rousseau begraben liegt

Zwar ist Philosophie in Frankreich für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtendes Hauptfach und schriftliches Prüfungsfach im Abitur und gilt insbesondere als notwendiger Bestandteil staatsbürgerlicher Bildung. In Rheinland-Pfalz jedoch ist das Sickingen-Gymnasium die einzige Schule, an dem es einen Leistungskurs Philosophie gibt, wobei Philosophie nicht zu verwechseln ist mit Ethik, das heißt dem „Ersatzfach“ für Religion. Philosophie als eigenständiges Fach zusätzlich zu Religion bzw. Ethik wird sogar in ganz Deutschland an keiner anderen Schule in der Oberstufe als Leistungskurs angeboten.

 

Es gab während der Projektwoche auch beschauliche Momente und

philosophische Erfahrungen, wie hier im Jardin du Luxemburg in Paris

Das deutsch-französische Philosophie-Projekt wurde vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, vom Ministerium für Bildung in Mainz und vom Verein der Freunde des Sickingen-Gymnasiums gefördert.

 

Den Artikel in französischer Sprache lesen Sie hier.

Den Artikel zum Philosophie-Projekt auf der Burg Thallichtenberg im letzten Schuljahr lesen Sie hier.

"Der Mensch Nathan" - Bilder der Aufführungen

Weitere Bilder der Aufführung vom 25.09.2016 sehen Sie hier!

Weitere Bilder der Aufführung vom 26.09.2016 sehen Sie hier!

„... zu lieben in Frieden ohne Unterschied“

„Der Mensch Nathan“ am SGL

von Sabrina Ecker (13)

 

Wieder einmal gab es in der Aula des Sickingen-Gymnasiums mit der Aufführung des Dramas „Der Mensch Nathan“ eine große Theater-Premiere. Der Antrieb dazu kam aus dem Deutsch Grundkurs der jetzigen MSS 13 unter der Leitung von Jörg Rettig.

Paul Merz als Nathan und Jörg Rettig in der Rolle des Patriarchen

Gemeinsam kamen der Deutschlehrer und seine Schülerinnen und Schüler auf die Idee, „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing  umzuschreiben und eine Intrigengeschichte einzufügen, um den Epochenwandel von der Aufklärung zum Sturm und Drang und vom Rationalismus zur Romantik, deutlich zu machen.
Nachdem Jörg Rettig Lessings klassisches Drama in seine Fassung „Der Mensch Nathan“ umgearbeitet hatte, entschloss sich der Kurs dazu, es bis zur Aufführung zu bringen. In mühevoller Eigenarbeit organisierten sie Kostüme, verbrachten die Projektwoche im Frühjahr mit dem Malen der Bühnenbilder und opferten viele Wochenenden und Nachmittage, um ihr schauspielerisches Können zu optimieren und das Stück selbst auf die Beine zu stellen – was von außerordentlichem Erfolg gekrönt war, wie man dem Applaus des Publikums entnehmen konnte.

Das Original dieses wirkungsvollsten Dramas der Aufklärung veröffentlichte Lessing im Jahre 1779. Es spielt in Jerusalem zur Zeit des dritten Kreuzzuges.

 

Till Schubert als Templer und Jörg Rettig

Als der Jude Nathan von einer Geschäftsreise heimkehrt, erfährt er, dass seine Tochter Recha bei einem Brand des Hauses ums Leben gekommen wäre, wenn sie nicht im letzten Moment von einem Tempelritter gerettet worden wäre. Allerdings umgibt ein Geheimnis die Herkunft der Jüdin Recha und des christlichen Tempelritters, denn eigentlich besteht zwischen eine verborgene Verbindung, wodurch die Problematik des friedlichen Zusammenlebens der Religionen zu einem Kernthema des Stücks wird.
Im Zentrum der Aufführung stand, wie auch im Original, die Ringparabel. Diese wurde anhand eines eingespielten, selbstgedrehten Videos von Knut Böhlke erzählt, was an den Einsatz von Videoeinspielungen in Inszenierungen des modernen Theaters erinnerte, wie etwa in den Bühnenarbeiten von Frank Castorf und Martin Wuttke an der Berliner Volksbühne. Durch die Ringparabel wurde besonders deutlich, dass der Appell an den Dialog und an das friedliche Zusammenleben der Religionen nach wie vor aktuell ist. Gerade in unserer heutigen Zeit gewinnt dieser Appell mehr und mehr an Bedeutung, denn „es sind wir Menschen, die eine Klinge führen oder nicht, die aufrufen zum Krieg – oder nicht.“ Aus diesem Grund wandte sich Nathan zum Schluss mit dem folgenden Appell an die Zuschauer: „Gewähren wir uns selbst das, was der Höchste für uns ausersehen – zu lieben in Frieden ohne Unterschied.“

Alisa Müller, Paul Merz, Till Schubert, Moritz Geier und Oguz Günez

 

Fotos von den Proben finden Sie hier. 

Das Programm lesen Sie hier.

3. Platz beim Bundesfinale „Jugend präsentiert“ für Tobias Feuerbach (MSS 13)

von Beate Schuster

 

Beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend präsentiert“ in Berlin hat Tobias Feuerbach (MSS 13) mit seiner Präsentation den 3. Platz belegt.

Insgesamt 110 Schülerinnen und Schüler haben mit 80 Präsentationen am Bundeswettbewerb teilgenommen.

Am 16. September mussten die Wettbewerbsteilnehmer ihre Präsentation sowohl in digitaler als auch in analoger Form vor zwei verschiedenen Jurorengruppen vorstellen. 

Tobias Feuerbach hat mit seinem Thema „Die Grenzen des Menschen – Wie kommt es bei Piloten zum „Black Out“? den Juroren bewiesen, dass er komplexe physikalische und biologische Vorgänge korrekt und verständlich darstellen kann und dass ihm dabei auch eine sehr gute Performanz gelingt.

Am 17. September konnte Tobias seine Fähigkeiten auf der Bühne des Kinos International in Berlin vor mehreren hundert Zuschauern unter Beweis stellen, da seine Präsentation als eine der sechs besten bewertet wurde.

 

 

Die Verantwortliche für den Wettbewerb "Jugend präsentiert" und für die Begabtenförderung am SGL StD' Beate Schuster und Tobias Feuerbach in Berlin

 

 

 

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Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Den Pressetext zum Bundesfinale lesen Sie hier.

Foto: Gerhard Kopatz für "Jugend präsentiert"

Projekt Schau-Schubladen - Kunstausstellung in der Kreissparkasse

von Marthe Lumma

 

Die Schülerinnen und Schüler des einjährigen Grundkurses Bildende Kunst der Jahrgangsstufe 12 des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl hatten sich im gerade vergangenen Schuljahr (2015/16) unter der Leitung der Fachlehrerin Frau Lumma (2. von rechts) einer besonderen Herausforderung gestellt:

Die 21 Schülerinnen und Schüler widmeten sich dem Projekt, genau 21 antiquierte Schubladen aus dem Chemieschrank, die ausrangiert worden waren und scheinbar funktionslos, als Anlass zu nehmen um ein neues eigenes Kunstobjekt daraus zu schaffen.

Die Schublade löst sich dabei aus ihrer ursprünglichen Form als Schub-Lade und lädt zum Schauen ein. Neue, für den Betrachter ungewohnte Ansichten eines Alltagsobjekts ergeben sich.

 

"Japanischer Garten" von Caroline Walz

 

Die Schublade mit den Maßen 10 x 25 x 48 cm diente dabei lediglich als Rahmen um eigene Ideen zu verwirklichen. Dabei hatten die Schüler, bei denen das Abitur nun in unmittelbare Nähe rückt, die Möglichkeit, Interessenschwerpunkte individuell zu setzen und z.B. auch auf Berufswünsche oder Biografisches einzugehen.

So wurde gezimmert, bemalt, bepflanzt, geklebt und zerlegt.

Laura beispielsweise möchte gerne Modedesign studieren und hat die Schublade als Rahmen genommen um ein eigenes Miniatur-Modestudio inklusive eigener Kollektion hineinzubauen.

Caroline hat ihren eigenen Japanischen Garten darin angelegt und Julian H. überrascht den Betrachter mit einer Minigolfbahn.

Ein anderes künstlerisches Konzept verfolgte Francesca, die sich im Speziellen mit Form und Materialien der Schublade beschäftigte und hat diese in ihre Teile zerlegt und zu einem komplett neuen Möbelstück, einer funktionierenden Lampe, zusammengesetzt.

Nachdem die Schubladen fertig gestellt und im Rahmen des Kurses präsentiert worden waren, stellte sich die Frage, ob es nicht auch möglich wäre, diese auch in einem größeren Kontext auszustellen. Erfreulicherweise erklärte sich die Kreissparkasse Landstuhl dazu bereit.

"Aquarium" von Lena Glas

 

So mussten sich im letzten Schritt des Projekts die Schülerinnen und Schüler nun auch mit der Planung der Präsentation ihrer Objekte auseinandersetzen. Dazu gehörte zunächst eine Begehung des Ausstellungsraumes, des Foyers der Sparkasse. Danach wurden verschiedene Präsentationsmöglichkeiten erprobt: Sollen die Schubladen aufgehängt oder lieber einzeln auf Tischen zur Schau gestellt werden? Schließlich einigten sich die Schülerinnen und Schüler auf eine Präsentation auf in Stufen zu jeweils zwei Inseln angeordneten Kästen und in Vitrinen. Zu guter Letzt mussten die Schubladen noch passend arrangiert werden, so dass sie jeweils in ihrer Eigenheit bestmöglich zur Geltung kamen, und mit treffenden Titeln versehen werden. Das Ergebnis des Projektes kann bis 30.09.16 im Foyer der KSK Landstuhl betrachtet werden.

 

Die Begleittexte der Schülerinnen und Schüler zu ihren Schau-Schubladen finden Sie hier.

Das Plakat zur Ausstellung finden Sie hier.

Ausgezeichnet präsentiert - Die Belobigungsfeier 2016

Die Liste der ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler finden Sie hier.

 

von Alisa Müller (10b)

 

Die diesjährige traditionelle Feier zur Auszeichnung für besondere Leistungen während des vergangenen Schuljahrs stand diesmal unter dem Zeichen des Wettbewerbs „Jugend präsentiert“, bei dem das Gymnasium in den letzten Jahren ganz besonders erfolgreich war. Für den Festvortrag war nämlich eigens Markus Gottschling aus Tübingen angereist.

Jannis Straßer, Felix Gries und Lea Hoffman 

Der Wissenschaftliche Mitarbeiter bei der Forschungsstelle Präsentationskompetenz am Seminar für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen ist auch mitverantwortlich für den bundesweiten Schülerwettbewerb „Jugend präsentiert“.

Ausgezeichnet wurden insgesamt 90 Schülerinnen und Schüler, die sowohl soziales, fachbezogenes als auch allgemein schulisches Engagement zeigten. Diese erhielten selbstverständlich sowohl eine Urkunde als auch einen kleinen Preis – eine Brille zu Goethes Farbenlehre.

 

StD' Beate Schuster und Dr. Thomas Reinhold (r.) mit den erfolgreichen Teilnehmern beim Wettbwerb "Jugend präsentiert"

Das Event wurde mit dem Aufritt des Projektchors unter der Leitung von StD' Brigitte Rausch eröffnet, der nach der Willkommensrede der Schulleiterin OStD‘ Andrea Meiswinkel gleich noch ein zweites Lied vortragen durfte. Für ein besonderes musikalisches Vergnügen sorgten Lea Hoffman (Klavier), Felix Gries (Caron) und Jannis Straßer (Geige).

Nach diesem harmonischen Empfang stand, neben den zahlreichen Auszeichnungen, der Höhepunkt der Veranstaltung an – der Festvortrag des Rhetorikers Markus Gottschling. Dieser hielt einen Vortrag über das Präsentieren, erläuterte, was es überhaupt bedeutet, auf welche Dinge man achten sollte und welche rhetorischen und mediale Finessen man dabei einsetzen kann. Markus Gottschling äußerte sich selbst sehr erfreut darüber, am Sickingen-Gymnasium zu Gast zu sein, da er durch die Beiträge beim Wettbewerb ,,Jugend präsentiert“ bereits einen hervorragenden Eindruck vom SGL gewonnen hatte und nun erfreut war, die Schule nun einmal selbst besuchen zu dürfen. Auf seinen 45-minütigen Beitrag folgten dann auch die ca. 120 Auszeichnungen in Form von Urkunden, die die Schulleiterin vergab.

Zur Seite standen ihr dabei die Lehrkräfte Dr. Thomas Reinhold und StD‘ Beate Schuster, die die Veranstaltung vorbereitet und organisiert hatten. Letztere ist passenderweise für die Begabtenförderung am SGL zuständig und organisiert die Veranstaltung schon seit vielen Jahren. Nach der Überreichung der Auszeichnungen gab es zum Abschluss noch einen musikalischen Beitrag von Julia Kern (8d) am Klavier. Außerdem bestand die Möglichkeit, im Foyer des SGL noch an einem kleinen Umtrunk teilzunehmen. 

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Neben Lea Hoffmann und Jannis Straßer, die für ihr musikalisches Engagement bei vielen Veranstaltungen Urkunden erhielten, wurde Luca Kennerknecht für sein besonderes soziales Engagement als Pate für die Unterstufe ausgezeichnet, rechts die Unterstufenleiterin StD' Dr. Andrea Kolbe

 

Die Liste der ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler finden Sie hier.

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