Alle Türen stehen uns offen...oder?

So ermüdend langsam und träge sich die Schuljahre ab der 1.Klasse in sehnsüchtiger Erwartung der Sommerferien dahingeschleppt zu haben scheinen, so rasend schnell rauschen die letzten Tage nach den schriftlichen Abiturarbeiten, vollgepackt bis zum Rand mit organisatorischen Aufgaben und den Vorbereitungen für die mündlichen Prüfungen, an uns Abiturienten vorbei – zu schnell, als dass man sie richtig begreifen und auskosten könnte, die finale Gnadenfrist im sicheren Hafen Schule. Denn gerade jetzt, wenn das in Aussicht stehende Reifezeugnis uns in die Welt zu entlassen droht, möchte man gerne auf die Bremse treten; Zeit haben, sich mental zu verabschieden und die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Die Schule haben wir nämlich gemeistert, aber ein Leben fernab des straff durchorganisierten Schulalltags stellt vor unbekannte Herausforderungen, denen man sich nun – trotz allem – doch nicht ganz gewachsen fühlt.

Der traditionelle ökumenische Abiturgottesdienst in der prot. Stadtkirche Landstuhl, der jedes Jahr von den Abiturientinnen und Abiturienten des SGL mitgestaltet wird, bietet Raum für ebenjene Fragen und Zweifel, die sich anlässlich eines so einschneidenden Ereignisses auftun und im diesjährigen Motto des Gottesdienstes besonders sinnfällig werden: „Alle Türen stehen uns offen...oder?''

Für die passende melancholische Grundstimmung wurde gleich zu Beginn mit dem Lied „Über sieben Brücken musst du geh'n“ gesorgt, es folgte die Begrüßung durch Schulleiterin Andrea Meiswinkel und Schüler der MSS13.

Durch den gesamten Gottesdienst zog sich das Motiv der Tür, sei es in der Raumdekoration oder als Leitfaden in Fürbittgebeten, Psalmen und der Ansprache des Pfarrers Bröcker: Zwar wurde sowohl die Problematik der Wahl der „richtigen Tür“, also der richtigen Entscheidungen gerade zu Zeiten großer Unentschlossenheit, angesprochen, aber auch Mut und Zuspruch vermittelt gemäß des Bibelverses Lk11,9: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!“ - Wo auch immer man also im Leben steht, welche Tür auch immer einem vielleicht gerade vor der Nase zugeschlagen wurde; allein ist man nie, solange man auf Gottes Hilfe und den Beistand seiner Mitmenschen, Mitschüler und Freunde vertrauen kann.                                                                                                     Jutta Kühn, MSS 13