Du stellst meine Füße auf weiten Raum

von Christina Potdevin

 

Die Nervosität war bei vielen von uns groß, als am Freitag dem 7. März der Abiturgottesdienst der 13. Jahrgangsstufe des Sickingen-Gymnasiums stattfand, da danach nach wochenlangem Warten endlich die Ergebnisse der schriftlichen Abiturprüfungen bekanntgegeben werden sollten.

Um kurz nach 8 Uhr trafen wir nach und nach an der evangelischen Stadtkirche in Landstuhl ein, um gemeinsam unseren Abiturgottesdienst, der von Schülerinnen und Schülern der Religionskurse vorbereitet worden war, zu feiern.

Viele Eltern und Lehrer waren ebenfalls anwesend, um uns an diesem wichtigen Tag zu begleiten.

Sowohl der evangelische Pfarrer Christoph Bröcker als auch der katholische Pfarrer Michael Kühn hatten sich Zeit genommen, um an unserem Gottesdienst mitzuwirken.

Das Motto des Abiturgottesdienstes, „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, wurde gleich beim Betreten der Kirche deutlich: Der Boden war mit Fußabdrücken aus buntem Tonkarton verziert, die  nach vorne zum Altar führten. Wo die Fußspuren endeten stand später der Chor, bestehend aus einigen der Abiturientinnen und Abiturienten, und trug mehrere Lieder („Du stellst meine Füße“, „Wenn einer alleine träumt“, „I Will Follow Him“, „Da berühren sich Himmel und Erde“) vor.

Nach der Begrüßung aller Anwesenden durch unsere Schulleiterin Andrea Meiswinkel und Pfarrer Bröcker wechselten sich die Gesangsbeiträge mit einem Votum, einem Eingangs- und einem Fürbittengebet der Schüler sowie dem Vaterunser ab.

In seiner nach dem Eingangsgebet folgenden Ansprache bezog sich Pfarrer Kühn auf eine Stelle in der Bibel:

„Als [Jesus] seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.“ (Lukas 5,4-6)

Mit dem Abitur stünden uns unendlich viele Möglichkeiten offen unsere Zukunft zu gestalten, wenn wir den Mut dazu hätten uns in unbekannte Gewässer zu wagen, so Pfarrer Kühn. Er ermutigte uns dazu, nicht vor Unbekanntem zurückzuschrecken, da wir so vielleicht viele Chancen verpassen würden.

Auch ein Film, den einige der Schüler eigens für den Abiturgottesdienst gedreht hatten, wurde gezeigt. Dieser trug den Titel „Wiedersehen mit Freude“ und handelte davon, dass sich vier der heutigen Abiturienten in ein paar Jahren zufällig wiedersehen, sich über ihr jetziges Leben unterhalten und sich an ihre Schulzeit erinnern.

Die anwesenden Schüler, Eltern und Lehrer waren allesamt begeistert von der humorvollen Geschichte, es wurde viel gelacht und von der anfänglichen Nervosität war nichts mehr zu spüren.

Um kurz vor halb zehn endete ein schöner Gottesdienst mit dem Segen und vielen guten Wünschen für unsere Zukunft und wir Schüler machten uns aufgeregt auf den Weg zur Schule, um unsere Abiturergebnisse in Empfang zu nehmen.