Ich packe meinen Koffer...

Gedanken zum Motto des Abi-Gottesdienstes von Sabrina Ecker

 

Ich packe meinen Koffer und nehme… was nehme ich eigentlich mit? Nehme ich einen Koffer voller Erinnerungen mit oder einen Koffer, der mich bestmöglich für meine Zukunft ausrüstet?
Um zu wissen, was ich mitnehme, muss ich erst wissen, wer ich bin. Bin ich wie der Student [in unserem Anspiel] und versuche, möglichst viel Wissen mitzunehmen? Oder will ich eher wenig mitnehmen, um mich voll auf das Neue konzentrieren zu können?
Mein Ziel ist es, mich selbst zu verwirklichen. Meine Träume zu erreichen. Brauche ich dazu alles, was ich aus der Schule mitnehmen kann? Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, viel Wissen mitzunehmen, vielleicht geht es eher um die Erfahrungen, die uns reifen ließen. Fühle ich mich schon bereit, ein neues Leben anzufangen?
Die schönen Erinnerungen müssen auf jeden Fall mit. Nicht nur um der Zeiten Willen, sondern um in den ungewohnten, fremden Situationen einen Halt zu haben; etwas, das man kennt; etwas, das einen zum Lächeln bringt. Fühle ich mich nur durch den Unterricht auf meine Zukunft vorbereitet? Meine Antwort ist nein. Die Schule hat mich viel mehr gelehrt als nur Funktionen zu diskutieren oder Texte zu analysieren. Schule hat mir zwischenmenschliche Beziehungen näher gebracht.
Schule hat mir auch beigebracht, auf ein Ziel hinzuarbeiten und auch stressige Zeiten zu ertragen. Wir mussten lernen, die Aufgaben zu organisieren. Das werden wir alle auch weiterhin brauchen, egal ob Studium oder Ausbildung.
Nehmen wir alle also gleich viel mit? Ich denke nicht. Vielleicht nehmen manche eher die Erfahrung „Schule“ mit, während andere genau wissen, was sie vorhaben und deshalb ihre Schulbücher einpacken, sei es Mathe, Chemie oder Physik.
Manche möchten vielleicht aber auch einen kompletten Neuanfang starten und die Zeit hinter sich lassen, vor allem wenn sie als nicht so schön empfunden wurde. Sie reisen mit leichtem Gepäck, schließen mit der Zeit ab und sammeln viele neue Erfahrungen, die sie in ihren Koffer packen können. Vielleicht ist in ihrem neuen Leben auch kein Platz mehr für gewisse Dinge. Vielleicht müssen wir uns von Erinnerungen oder von Gepäck trennen, um uns verwirklichen zu können.
In meiner Hand liegt es allerdings nicht, Glück oder Erfolg einzupacken. Wie rüste ich mich, um dies zu erreichen? Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und positive Gedanken dürfen in unserem Gepäck folglich nicht fehlen. Gott sei Dank mussten wir uns vieles davon schon in der Schule aneignen.
Für das ganze Schulwissen scheint hier wenig Platz zu sein. Wir brauchen gewiss nicht alles, aber vergessen dürfen wir es nicht. Sicher werden nicht viele von uns in ihrem späteren Beruf sezieren müssen, aber die Erfahrung war es wert. Die Erfahrung der Selbstdisziplin und der Überwindung. Viele werden auch froh sein, nicht mehr regelmäßig den Matheunterricht besuchen zu müssen, die Erfahrung und Grundlagen sollten wir aber auf jeden Fall einpacken.
Was ist also das Wichtigste, das wir einpacken? Ist es eher das Schulwissen, die Erfahrungen oder doch die Werte, die wir mitnehmen und die uns ständig vermittelt wurden?
Der Kofferinhalt ist vor allem abhängig von der jeweiligen Person. Aber wir nehmen alle einen Koffer mit voller Erfahrungen, Erinnerungen und Erwartungen an die Zukunft.