Sag ich „Ja“ oder „Nein“?

von Chantelle Blauth und Ellen Winkler

 

Im Rahmen einer Präventionsveranstaltung für junge Fahrer in Bezug auf Alkohol und Drogen, initiiert von Frau Nußbaum-Lenninghaus, besuchten uns, die 12.Jahrgangsstufe, am 29.01.2015 die Polizisten Sebastian Fuchs und Christian Bruß vom Polizeipräsidium in Kaiserslautern.

Beide haben sich auf Alkohol- und Drogenmissbrauch im Straßenverkehr spezialisiert und trugen uns Aspekte aus den Themenbereichen Mobilitätsverhalten junger Fahrer, Verkehrskontrollen, Drogenkonsum und seine rechtlichen Konsequenzen vor.

Um die Aktualität des Problems und die Wichtigkeit Maßnahmen zu ergreifen, zu verdeutlichen, nannten uns die Polizisten erste Fakten: Jeden Tag gibt es durchschnittlich 18 Verkehrstote, 1300 Verletzte und alle zwei Stunden stirbt ein Jugendlicher auf Deutschlands Straßen.

Wenn junge Fahrer ihre erlangte Freiheit und Unabhängigkeit genießen wollen, ist es wichtig, über Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum Bescheid zu wissen. Bei einer Umfrage aus Hamburg hat jeder Dritte zwischen 12 und 25 Jahren angegeben bereits Erfahrungen mit Cannabis, welches zu den häufigsten Drogen im Straßenverkehr zählt, gemacht zu haben. Hier erkennt man noch einmal den Aktualitätsbezug.

Die beiden Polizisten betonten, dass dieser Vortrag nicht dem Stil einer Moralpredigt gleichen solle, jedoch sei es entscheidend, Wirkstoffe, Gefahren und Reaktionen von Drogen zu kennen. Denn nach euphorischen Phasen von Marihuana, Heroin, Amphetaminen oder Ecstasy folgen depressive Phasen und schließlich die Abhängigkeit.
Die Polizei ist geschult, Anzeichen für Drogenkonsum zu erkennen. Auch wir erhielten darüber hinaus einen Einblick in verschiedene Testmöglichkeiten bei Verkehrskontrollen und hatten die Möglichkeit Fragen zu diesen zu stellen. Sie informierten uns über die Promillegrenzen und auch deren rechtliche Folgen, sofern die Grenzen überschritten werden. Dies kann uns nicht nur den Führerschein kosten: Während für die Fahranfänger „kein Alkohol am Steuer” gilt, können alle anderen ab 0,3 Promille Alkohol im Blut mit dem Gesetz in Konflikt kommen und ihren Führerschein verlieren. Wie viel Promille nun ein Bier oder ein Glas Wein hervorrufen, das lässt sich für den Einzelnen schwer einschätzen, denn einen Richtwert gibt es nicht. Daher gilt es auf Nummer sicher zu gehen: Wer trinkt, sollte nicht mehr fahren!

Letztendlich kann man diese Unfallursachen, die 40 % der Unfälle der unter 25-jährigen ausmachen, leicht vermeiden: Einfach schon, indem man Fahrgemeinschaften bildet. In diesem Zusammenhang machten uns die Polizisten auf die Initiative „BOB“ aufmerksam. BOB kann jeder sein, der sich bereit erklärt, im Kreis von Freunden auf Alkohol zu verzichten und diese nach einer Feier oder einem Kneipenbesuch nach Hause zu fahren. Was bedeutet das für den Gastronom? Der BOB trinkt keinen Alkohol! Viele Kneipen und Diskotheken in Kaiserlautern machen bereits mit und unterstützen die Willensstärke des BOBs oft mit einem kostenlosen, alkoholfreien Getränk, oder bieten ihm dieses günstiger an.
Eine weitere Alternative wäre, das Taxi zu nehmen, denn eine Taxifahrt ist immer noch günstiger, als die persönlichen „Kosten“ eines unter Alkoholeinfluss verursachten Unfalls zu tragen.

Ob ich nun Ja oder Nein zu Alkohol oder Drogen sage, liegt letzten Endes bei mir selbst, doch sollte ich mir die Konsequenzen vor Augen führen, um einschätzen zu können, ob es sich lohnt die Risiken einzugehen.

Der informative, sachliche und doch einnehmende Vortrag der Polizisten trug auf alle Fälle dazu bei, dies besser abwägen zu können.