Schülerbegegnung in Spanien


Das Sickingen-Gymnasium Landstuhl bietet bei ausreichendem Interesse Spanischlernenden eine Schülerbegegnung in Spanien an. Da das Sickingen-Gymnasium (noch) keine Austauschschule in Spanien hat, werden unsere Schüler als "zahlende Gäste" in spanischen Familien untergebracht. Ziele waren die nordspanische Stadt León sowie 2009 Valencia. Beide Fahrten fanden bei den Schülern großen Anklang.  


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Schüleraustausch mit Spanien? – Das wünschen sich viele…

Einen Schüleraustausch mit Spanien wünschen sich viele deutsche Schulen. Die meisten suchen lange oder sogar vergeblich, denn während in Deutschland immer mehr Schüler Spanisch lernen (in anderen Bundes­ländern oft sogar schon als 2. Fremdsprache ab Klassenstufe 7) gibt es in Spanien nur relativ wenige (und von deutscher Seite sehr umworbene) spanische Schulen, die Deutsch anbieten, und an diesen Schulen wiederum eher wenige Schüler, die Deutsch lernen. Was also tun, wenn man seine Elftklässler mit einer Reise nach Spanien belohnen und zum „Durchhalten“ bis Klassenstufe 13 motivieren möchte?

 

Mit einem Billigbus an die Costa Brava?

Eine Bus- / Flugreise an die Costa Brava ist zwar zumeist günstig – doch was lernen die in einer Touristenbetonburg untergebrachten Schüler über das spanische Alltagsleben? Wenig! Von einem Gewinn für die Spanisch­kenntnisse kann in einer solchen deutsch-/englisch-/russisch- bestenfalls noch katalanischsprachigen Umgebung ebenfalls kaum die Rede sein.

 

KarteWie sollte - aus Spanischlehrersicht  - das Zielgebiet für eine Spanienfahrt also sein? Kulturell interessant, spanischsprachig (möglichst spanische Hochsprache) sowie aus Sicherheitsgründen eine niedrige Kriminalitätsrate aufweisend.
Damit die Lernenden dort nicht nur ihre Sprache – sondern auch ihre interkulturelle Kompetenz erweitern, sollte das Zielgebiet zum einen ein für Jugendliche interessantes Ambiente bieten, zum anderen nicht gerade von ausländischen Touristen / Studenten überlaufen sein, so dass ein intensiver Kontakt zu Spaniern und zur spanischen Alltagskultur möglich wird.

 

Warum „Schülerbegegnung“? Welches Konzept hat die Fahrt?

Das Konzept der Spanienfahrt in Jahrgangsstufe 11 sieht vor, dass die Lernenden als „zahlende Gäste“ in spanischen Familien, vermittelt durch ein spanisches Sprachenzentrum, untergebracht und bei ihrer „Entdeckungsreise“ durch die Stadt und das spanische Alltagsleben von Dozenten des Sprachenzentrums begleitet werden. Als ergänzendes Programm sind neben Besichtigungen Ausflüge, Kino, Tapasbummel sowie weitere Freizeitaktivitäten vorgesehen.

Darüber hinaus bemühe ich mich, Kontakt zu einer spanischen Schule vor Ort herzustellen, so dass die Landstuhler Gymnasiasten die Gelegenheit haben, sich mit gleichaltrigen spanischen Schülern auszutauschen.

 

Wie bewerteten Schülerinnen und Schüler auf ihren (anonymen) Feedbackbögen die Fahrten?

Die Jugendlichen fühlten sich zum einen sowohl in der Universitätsstadt León als auch in Valencia sehr wohl.  Die Gegensätze aus mittelalterlichen Gassen und neuen, modernen Vierteln mit großzügig angelegten Parks fanden großen Anklang. Gelobt wurde auch das Sprach-, Kultur- und Freizeitprogramm. Mit ihren ausgesprochen gastfreundlichen und um sprachliche Verständigung sehr bemühten spanischen Familien waren fast alle außerordentlich zufrieden. Die sprichwörtliche spanische Offenheit, Großzügigkeit und Gelassenheit im Umgang mit Zeit, der ganz andere Tagesablauf, Fahr- und Wohnstil, Lärmpegel, etc. haben bleibende Eindrücke hinterlassen, so dass die eigene Kultur hinterfragt und teilweise neu bewertet wurde.

 

Fazit: Solange keine Austauschschule in Spanien gefunden wird, stellen diese Fahrten – obwohl teurer als ein Schüleraustausch – für Schüler eine gute Alternative dar, ihre Spanischkenntnisse anzuwenden, zu intensivieren und gleichzeitig ihre interkulturelle Kompetenz um eine (spanische) Facette zu erweitern.


                                                                           Beate Rohnstock