Studienfahrt der MSS 12 nach Südfrankreich

Nach unserer 12-stündigen Busfahrt, ein finaler Blick aus dem Fenster: In der engen Schlucht schlängelt sich eine schmale Straße entlang des Tarns. Wir haben unser Camp erreicht.

Nach dem Frühstück ging es dann auch schon gleich mit dem Programm los. In Kleingruppen begaben wir uns zu verschiedenen sportlichen Aktivitäten, wie das Klettern, Kanu fahren und Höhlenkriechen.

Mit Kletterausrüstung und unseren Kletterspezialisten Frau Göller und Herr Reinhold ausgestattet, erklommen wir die Felsen. Tritte im Fels, gespannte Drahtseile und schwindelerregende Überquerungen von Brücken waren Hauptbestandteile der Kletterrouten. Atemberaubende Ausblicke belohnten dann unser Bezwingen des Klettersteigs. Nach einer Mittagspause begaben wir uns auf den Rückweg, der stets von guter Stimmung durch das gemeinsame Singen verschiedener Lieder mit unseren Lehrern geprägt war.

Spektakulär waren ebenfalls die Kanutouren. Gemeinsam mit Frau Voigt und der Jugendbetreuerin Leonie paddelten wir, vorbei an hohen Kreidefelsen, Weidebüschen und bewachsenen Ufern, in Zweier-Kanus über den Tarn. Um unsere Strecke nach St. Enemie fortzusetzen, mussten wir teilweise ein Wehr überwinden. Dies gelang mit Hilfe einer Kanurutsche. Nicht nur das, sondern auch die Wasserschlachten innerhalb der Gruppe belustigten uns immer wieder. Auch unsere Lehrer blieben von den Wasserattacken der Schüler nicht verschont. Nach einer anstrengenden Zeit auf dem Wasser war dann auch eine Pause nötig, da das Paddeln ziemlich in die Arme geht. Auf Kiesbänken hatten wir die Möglichkeit etwas Sonne zu tanken und im ruhigen Gewässer gegenseitige Kampfduelle auf den Kanus auszufechten. Das Highlight der Touren war allerdings der Sprung von einer zwölf Meter hohen Klippe in den Tarn. Adrenalin pur!

Etwas ruhiger ging es beim Höhlenkriechen zur Sache, wobei der Spaßfaktor auch hier nicht zu kurz kam. Voran auf allen Vieren oder im Entengang waren akrobatische Körperverrenkungen nötig, um enge Stellen zu meistern. Der Abschnitt, der sich Geburtskanal nennt, spricht da wohl für sich…  Nicht nur am Boden sondern auch in der Höhe bewegten wir uns durch die Höhlen. Somit mussten einige ihre Ängste beim Abseilen überwinden, um das Tageslicht wieder zu erblicken. Nachdem wir die Schlammhöhle verließen, wussten wir alle, dass ein Bad im Tarn unumgänglich war.

Nach einem anstrengenden Tag hatte jeder einen Bärenhunger. Während die Anderen im Tarn geplanscht oder eine Partie Tischtennis gespielt haben, gab es jeden Tag eine andere Kochgruppe, die sich um das Abendessen kümmerte. Diese Kochgruppe hatte auch morgens die Aufgabe das Frühstück vorzubereiten. Gegessen wurde in einem großen Gemeinschaftszelt. Die Angst der Lehrer, dass es jeden Tag Spaghetti Bolognese geben würde, konnten wir ihnen mit Gerichten aus der thailändischen, mexikanischen und auch schweizer Küche nehmen. Welch ein Schmaus…

Die Abende verbrachten wir gemeinsam im Freien oder in der Sitzgruppe in der Küche. Dabei wurde viel gelacht, gespielt und gescherzt, wobei ein gutes Glas Wein nicht fehlen durfte. Ganz nah an der Lagerfeueratmosphäre haben wir an einem Abend gemeinsam mit den Lehrern zum Spiel der Gitarre verschiedene Lieder gesungen. Das Gewitter konnten wir durch unseren lauten Gesang problemlos übertönen. Fraglich ist nur, ob es wegen uns abgezogen ist oder nicht… ;-).

Am letzten Tag der Woche wanderten wir nach St. Enemie, einem kleinen idyllischen Dorf, direkt am Tarn. Dort genossen wir die letzten gemeinsamen Stunden in Südfrankreich bei einem Café au lait und einem Eis.

Nachdem wir wieder zurück in unserem Camp waren, packten wir unsere Sachen zusammen und mussten mit einem weinenden Auge leider akzeptieren, dass der Bus nach Landstuhl bereits abfahrbereit war und die Woche in Südfrankreich somit zu Ende ging. Es hieß wieder: „Auf Ihr Brüder in die Pfalz…“!

Für alle mitgereisten Personen, egal ob Schüler oder Lehrer, war es eine super tolle Woche, die mit Sicherheit für immer in den Köpfen der Schüler bleiben wird!

Abschließend können wir sagen, dass der Tarn ein Eldorado für Wildwasserkanuten, Wanderer, Kletterbegeisterte und Campingfreunde ist.

 

Chantelle Blauth und Julius Meinlschmidt