Philosophie

Landstuhler Philosophinnen und Philosophen zu Gast im Mainzer Landtag

von Achim Jung

 

Als Auszeichnung für die besonders erfolgreiche Teilnahme des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl am Landeswettbewerb Philosophischer Essay hatte die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/ Die Grünen, Ruth Ratter, die beiden Landessiegerinnen Sophie Steidel und Ada Haen sowie die Schülerinnen und Schüler mit Leistungskurs Philosophie in den Mainzer Landtag eingeladen. Bei sehr heißem, sommerlichem Wetter machten sich die jungen Landstuhler Philosophinnen und Philosophen mit ihrem Philosophielehrer Achim Jung auf in die Landeshauptstadt, wo sie an einer Plenarsitzung des Landtags teilnehmen und die Debatten von der Besuchertribüne aus verfolgen konnten. Ruth Ratter freute sich ganz besonders, die Gruppe im Landtags begrüßen zu können, da sie das Projekt der Einrichtung eines Leistungskurses Philosophie am Landstuhler Gymnasium als ehemalige Philosophie- und Ethiklehrerin von Anfang an unterstützt und verfolgt hatte. Die Bildungspolitikerin, die sich besonders für mehr Bildungsgerechtigkeit und für Inklusion einsetzt, tritt auch nachdrücklich für einen höheren Stellenwert des Faches Philosophie am Gymnasium ein.

Im Foyer des Landtags begrüßte auch Julia Klöckner, die Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der CDU, die Gruppe aus Landstuhl, der sie zufällig im Foyer des Landtags begegnete. Sie wunderte sich darüber, dass es im westpfälzischen Landstuhl den einzigen Leistungskurs Philosophie in Deutschland gebe und bemerkte, dass auch sie im Rahmen ihres Theologiestudiums Philosophie studiert habe.

Während des sich an die Debatte anschließenden Abgeordnetengesprächs mit Ruth Ratter, an dem sich auch Richard Reick, der Persönliche Referent für Bildung und Kultur, beteiligte, wurden verschiedene Themen der Schulpolitik diskutiert. Insbesondere die konkete Umsetzung der Inklusion von Behinderten an den Schulen, die der Landtagsabgeordneten ein wichtiges Anliegen ist. Auch beim anschließenden Mittagessen im Landtagsrestaurant „Zum Deutschhaus“ gab es für die Schülerinnen und Schüler noch weiter Gelegenheit für Fragen an die Abgeordnete.

Schließlich begleitete sie die Gruppe noch ins nahegelegene Landesmuseum zum Besuch der Ausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“, ein Museumsbesuch, der für eine Schülergruppe vom Sickingen – Gymnasium eine selbstverständliche und angenehme Pflicht darstellte. Die zugleich sehr informativ und anschaulich gestaltete Ausstellungpräsentierte über historische Fakten hinter der romantisch verklärten Heldenlegende vom letzten Ritter.

Mit vielen bleibenden Eindrücken kehrten die Schülerinnen und Schüler am Abend nach Landstuhl zurück.

Wie können wir die Wahrheit erkennen? – Eindrücke aus der Vorlesung zum Thema „Geschichte der Philosophie“

von Anna Burger

Im Rahmen des Philosophie-Projekts besuchten wir unter anderem eine Vorlesung von Prof. Dr. Dr. Stefan Seit der Vorlesungsreihe „ Geschichte der Philosophie“, die sich mit dem Thema der Akademischen Skepsis beschäftigte.

Nachdem es anfangs etwas schwer fiel, dem Vortrag des Professors zu folgen, gelang es relativ schnell, in die Gedankenwelt der Skeptiker Arkesilaos und Korneades von Kyrene im Griechenland des zweiten Jahrhunderts vor Christus einzutauchen und obwohl das Thema „Geschichte der Philosophie“ zunächst etwas trocken anmutete, schaffte es Prof. Dr. Dr. Seit durch eine lebendige Vortragsweise, die Vorlesung interessant zu gestalten und seine Zuhörer mit Fragen, die sich bereits die alten griechischen Philosophen gestellt haben, zu fesseln.

Wie kann ich die Wahrheit erkennen? Wie kann ich zwischen wahr und falsch unterscheiden? Was können wir wissen? Und wie sollen wir demnach handeln? Diese Fragen wurden im Laufe der Vorlesung unter Zuhilfenahme von Quellen von Cicero, Diogenes Laertius und Sextus Empiricus und mit ausführlichen Erläuterungen des Professors beantwortet.

PD Dr. theol. Dr. phil. Stefan Seit

 

Wir alle kennen Sokrates‘ Ausspruch „Ich weiß, dass ich nicht weiß.“, aber Arkesilaos geht noch über diese Behauptung hinaus: Noch nicht einmal das könne der Mensch wissen. Gibt es Argumente für und gegen eine Annahme, existiert kein Maßstab für die Unterscheidung von wahr und falsch und kein Kriterium, das es ermöglicht, die Wahrheit zu erkennen. Demnach sollte man alle Behauptungen zurück halten.

Weder die Sinneswahrnehmung, noch die Vernunft, können nach den Skeptikern als Kriterium der Wahrheit in Frage kommen, denn wählt man eine Vorstellung, die durch eine Wahrnehmung der Sinne entstanden ist, als Kriterium, bräuchte man zugleich ein Kriterium, um zu entscheiden, ob die Vorstellung wahr ist, da es bei den Sinneseindrücken des Menschen auch zu Täuschungen kommen kann. Man bewegt sich im Kreis. Diese Vorstellung, die sowohl Wahr als auch Falsch umspannt, ist also nicht erkenntnistauglich und kann nicht als Kriterium dienen, genauso wie die Vernunft, die von Vorstellungen abgeleitet ist.

Deutlich wird dies an einem Beispiel: Taucht man einen Stab in Wasser, erscheint er geknickt, aber untersucht man den Stab mit den Händen, kann man keinen Knick fühlen. Seh- und Tastsinn widersprechen sich. Die Wahrheit existiert, kann allerdings nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Somit ist es nicht möglich, ein Urteil zu fällen.

Aber ist diese Geisteshaltung lebenstechnisch durchzuhalten? Im Alltag sind wir oft gezwungen, Position zu beziehen, und es existieren keine Einzelwahrnehmungen wie unter Laborbedingungen, sondern alle Wahrnehmungen ereignen sich im Kontext. Aus diesem Grund bestimmt Karneades als eine Art schwaches Wahrheitskriterium die Glaubhaftigkeit eines Ereignisses und legt nahe, sich unter Miteinbeziehung der Lebenserfahrung an Indizien zu orientieren, an dem, was meistens eintritt und wahrscheinlich erscheint.

Schließlich wurde die Vorlesung mit einer Fragerunde, bei der sich die Studenten untereinander und mit dem Professor austauschen konnten, beendet.

Besuch bei der Kant - Forschungsstelle an der Johannes - Gutenberg Universität in Mainz

von Silas Hauter

Am Montag, dem 02.02.15 wurde den Schülern und Schülerinnen im Rahmen des Uni - Projekts, die Kant - Forschungsstelle der Johannes - Gutenberg Universität in Mainz vorgestellt. 

Ihnen wurde eine Sammlung von Literatur über Immanuel Kant gezeigt und vor allem die Arbeit an den Kant - Studien beschrieben. Bei den 1896 gegründeten Kant - Studien handelt es sich um eine Zeitschrift der Kant - Gesellschaft, die wissenschaftliche Abhandlungen zur Philosophie Kants und philosophische Aufsätze in Bezug zu Kant veröffentlicht.

Die Kant - Studien erscheinen vierteljährig und vier Hefte bilden einen Band mit je ungefähr 250 Seiten. Die Redaktion dieser Bände wird von Dr. Margit Ruffing geleitet. Diese Redaktion sucht dann aus verschiedenen Beiträgen zu Kants Philosophie, die von Autoren aus aller Welt zugeschickt werden, aus, welche in den Studien veröffentlicht werden.

Die Schülerinnen und Schüler waren besonders vom vielen Material, in den verschiedensten Sprachen beeindruckt, welches der Kant - Forschungsstelle zur Verfügung steht.

 

Sie wurden auch davon überzeugt, dass die intensive Arbeit und Beschäftigung mit dem Material, interessante und wichtige Erkenntnisse liefert. Zusätzlich können sich die Studenten und Studentinnen sowie andere Interessierte an der Kant - Forschungsstelle zu Kants Philosophie informieren.

 

 

 

 

 

 

Dr. Margit Ruffing, die Leiterin der Kant-Forschungsstelle


Vorlesung bei Prof. Dr. Josef Rauscher: Filme über Philosophen und Filmen als Philosophieren

von Robert Majd

Die Vorlesung ist bei den Studierenden sehr beliebt. Prof. Dr. Rauscher stellte engagiert die Problemfragen der Philosophie dar und zeigte, wie sie durch filmische Inszenierungen verbreitet und gelöst werden können. 

Als Beispiel verwendete er den Film "Persona" von Ingmar Bergmann. Mit diesem Film zeigte er wie Probleme der Existenz - Philosophie betrachtet und angegangen werden können. Die Besonderheit des Films liegt darin, dass er eine Analogie zwischen der Identitätsbildung (der Schaffung des Selbst) und dem Drehen eines Spielfilms aufzeigt. Menschen nehmen die Wirklichkeit auf und verarbeitetn diese. Dessen Pendant ist die Kamera, die die Wirklichkeit filmt.

Im nächsten Schritt, dem sogenannten Filmschnitt, werden die Aufnahmen bearbeitet,passend zugeschnitten und dem Plot entsprechend sortiert. Anschließend werden sie auf eine Leinwand projiziert. Analog verarbeiten Menschen aus der Umwelt aufgenommenes, filtern es, sortieren es und projezieren es auf ihre Mitmenschen. Dieses einzigartige Produkt ist unsere Persönlichkeit. Dies war nur ein Teil der Vorlesung und weiterhin ging Prof. Dr. Rauscher auch auf Fragen der Erkenntnistheorie ein. Sein Interesse an der Philosophie übertrug sich dabei regelrecht auf die Zuhörerschaft und es gelang ihm die tiefen, komplexen Themen der Philosophie interessant darzustellen. 


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