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Uni-Projekt 2007/08

Seminar „Westpfalz 2030 – Szenarien des demographischen Wandels“

28. Januar 2008 bis 01. Februar 2008

Technische Universität Kaiserslautern

 

Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß

Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung

 

Der demographische Wandel ist aktuell in Deutschland ein Thema, welches oft in der

Öffentlichkeit, in Zeitungen und Fernsehen, diskutiert wird. „Wir werden weniger, älter und bunter“ ist eine häufig gewählte Beschreibung der zentralen zu

erwartenden Trends:

  • des quantitativen Bevölkerungsrückgangs (insgesamt weniger Einwohner),
  • der qualitativen Verschiebung der Altersstruktur (mehr Ältere, weniger Jüngere)
    und
  • einer steigenden Zuwanderung, die die Bevölkerung insgesamt internationaler werden lässt.

 

Dabei ist es grundsätzlich wichtig bei Entscheidungsträgern und in der Bevölkerung

Bewusstsein für die vielfältigen Herausforderungen zu schaffen, die sich

aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ergeben. Die oben dargestellten Bilder, die

im Rahmen eines Projektes von Studenten erarbeitet wurden, stellen ein Beispiel

dar, wie plakativ für die Ausbildung eines solchen Bewusstseins geworben werden

könnte. Die Veränderungen werden gerade auch für Jugendliche spürbar werden:

geschlossene Frei- / Schwimmbäder, längere Schulwege und weniger spezielle

Jugendangebote sind nur einzelne Beispiele möglicher Folgen. Grundsätzlich

müssen jedoch für einzelne Regionen und Gemeinden gezielt die zu erwartenden

Veränderungen analysiert und Lösungen für die Zukunft erarbeitet und

umgesetzt werden.

Der demographische Wandel ist ein Phänomen, das gerade auch in Rheinland-Pfalz

sehr bedeutsam ist und aus diesem Grund als Praxisbeispiel im Rahmen des

Seminars bearbeitet werden soll. Die Auswirkungen werden in unterschiedlichen

Politik- und Aufgabenbereichen spürbar werden, als Beispiele seien hier das

Wohnen im Alter, das Angebot von Kindergärten und Schulen und die

Rentenversicherung genannt. Weniger Kinder = weniger Schüler = weniger

Schulen = weitere Schulwege? Ob sich diese Gleichung so erfüllen wird, und was

das für Gemeinden bedeutet sind Fragen, die schon heute von Bedeutung sind. In

einigen rheinland-pfälzischen Gemeinden werden bereits heute Schulschließungen

vor dem Hintergrund der erwarteten Entwicklung in Betracht gezogen. Die zukünftig

zu erwartenden Veränderungen der Altersstruktur und der Rückgang der

Bevölkerung erfordern nicht nur in Bezug auf die Schulen bereits heute Strategien

und Handlungsansätze.

Die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und -zahl werden in verschiedenen

Teilräumen des Landes unterschiedlich ausfallen. Einzelne Regionen verzeichnen

bereits jetzt Bevölkerungsrückgänge, andere gleichzeitig noch starke Zuwächse, mit

jeweils unterschiedlichen Herausforderungen. Als „extremes Beispiel“ kann die

vorausberechnete Bevölkerungsentwicklung des Landratsamt für Statistik des

Landes Rheinland-Pfalz für die Stadt Pirmasens genannt werden, mit dem

verhältnismäßig größten Bevölkerungsrückgang um insgesamt mehr als ein Drittel

der heutigen Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050.

  • Wie werden sich die Folgen des demographischen Wandels auf die öffentliche Infrastruktur (Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder,…) auswirken? Werden beispielsweise Schulwege von einer Stunde die Regel?
  • Welche Folgen sind für die Ausstattung mit Versorgungseinrichtungen (Bäcker, Post, Lebensmittelgeschäfte,…) zukünftig zu erwarten?
  • Wie werden Auswirkungen auf Einrichtungen für Jugendliche spürbar werden?
  • Welche Herausforderungen ergeben sich für das Zusammenleben?
  • Welche Strategien und Lösungsansätze können entwickelt werden? Wer ist anzusprechen?
  • Welche Chancen ergeben sich für die Zukunft?

 

Dies sind nur einige der Fragen und Herausforderungen, die im Rahmen der

Veranstaltung von den Teilnehmerinnen an Hand von Szenarien für die Westpfalz in

Gruppen erarbeitet und gemeinsam diskutiert werden sollen. Die Erstellung von

Szenarien ist ein Ansatz zukünftige Veränderungen qualitativ zu beschreiben. Sie

stellen einen methodischen Ansatz dar, der neben der inhaltlichen Arbeit im Rahmen

des Seminars erlernt, praktiziert und diskutiert werden soll. Szenarien ergänzen die

vorwiegend quantitative Berechnung der Entwicklung der Bevölkerungszahlen der

Behörden.

Physik/E-Technik: Ergebnisse des Uni-Projekts 2008/09

Spannender Einblick in die Welt der Wellen und Teilchen

Im Rahmen des Universitätsprojekts vom 2. bis zum 5. Februar durften wir den Fachbereich Physik der TU Kaiserslautern besuchen. Als Erstes standen praktische Versuche auf der Tagesordnung. Unter Anleitung von Herrn Stabel experimentierten wir im Anfängerpraktikum mit Rönt­genstrahlen sowie mit dem Zerfall von radioaktiven Materialien. Wie ändert sich das Röntgenspektrum, wenn ich Spannung oder Strom­stärke der Röntgenröhre verände­re? Wie dick muss das Blei sein, um die β-Strahlung auf die Hälfte zu verringern? Die Computer „spuck­ten“ allerlei Exponentialkurven und Gaußglocken aus und unser theore­tisches Wissen wurde bestätigt.

Um unser schulisches Wissen zu erweitern führte uns Herr Prof. Aeschlimann mit seinem Vortrag „Atome sehen“ in die wunderbare Welt der Nanospektroskopie ein.

Aufgrund der Wellennatur des Lichts hat dieses nur ein begrenztes Auf­lösungsvermögen. Die Wellen sind im Vergleich zu Atomen so groß, dass diese nicht wahrgenommen werden können. Um Atome sichtbar zu machen gibt es zwei Möglichkei­ten: Man tastet die Oberfläche ab oder man beschießt sie mit Elekt­ronen. Der Elektronenstrahl hat ein höheres Auflösungsvermögen als Licht und so werden Atome sicht­bar. Beim Abtasten muss die Tast­spitze sehr präzise bewegt werden. Es ist so, als wollte man die Spitze des Mont Blanc auf einem Tennis­ball platzieren. Um diese Präzision zu erreichen, arbeitet man beim Rastertunnelmikroskop mit Piezo­kristallen, die ihre Größe abhängig von der anliegenden Spannung ver­ändern. Mit einem solchen Mikros­kop, einem Rastertunnelmikroskop, durften wir selbst arbeiten. Überra­schenderweise sind diese Mikrosko­pe nicht größer als eine Handfläche. Vorsichtig wird die Spitze des Ras­tertunnelmikroskops an die Oberflä­che herangeführt, bis sie nur noch wenige Nanometer entfernt ist. Nun wird der abgetastete Bereich immer weiter verkleinert und die Vergröße­rung immer stärker. Die Ergebnisse waren überraschend! So können wir heute die von dem österreichischen Physiker Ernst Mach um 1900 im­mer wieder gern gestellte Frage: „Atome? Hams eins gesehen?“ mit einem deutlichen „Ja“ beantworten.

 

Den letzten aktiven Tag des Projekts durften wir im Nano-Bio-Center der Universität verbringen, einem Rein­raum, in dem Platinen hergestellt werden. Frau Dr. Wolff, die Leiterin der Abteilung, erklärte uns zunächst, wie dort aus einer Siliziumscheibe in vielen Schritten eine funktionsfähi­ge Leiterplatte entsteht.

Bei der sogenannten Photolithogra­phie wird das Substrat (die zukünf­tige Platine) mit einem lichtemp­findlichen Photolack beschichtet und dann unter einer Schablone, die das gewünschte Muster abbildet, belichtet. Durch diesen Vorgang verändert sich an den belichteten Stellen des Lacks dessen Struktur so, dass er beim darauffolgenden Entwickeln zurückbleibt, während die nicht belichteten Stellen abge­waschen werden. Nun wird auf das gesamte Substrat eine Metallschicht aufgedampft und schließlich beim sogenannten „Lift-off“ dieses mit einer Substanz, die den belichteten Photolack lösen kann, in Verbindung gebracht, sodass am Ende nur noch das Metall und die Siliziumplatte üb­rig sind.

Diesen Vorgang durften wir nun selbst durchführen, wobei der Be­lustigungsgrad schon beim Betreten des Reinraumes enorm stieg, weil jeder einen Ganzkörperanzug anzie­hen musste. Unter Anleitung der an­wesenden Studenten und Forscher wurde das Bedienen der notwendi­gen Geräte zum Kinderspiel und so konnte jeder am Ende seine eigene Platine in den Händen halten.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die uns diese span­nende, abwechslungs- und lehrrei­che Woche ermöglicht haben, so­wohl von Seiten der Schule als auch von Seiten der Universität. Für alle, bei denen wir mit diesem Artikel tiefgreifenderes Interesse geweckt haben, steht ein höchst interes­santes Plakat in der Physik, Raum 606, bereit, auf dem alle erforsch­ten Themen nochmals genau erklärt werden.

Julius Weise, Sebastian Emmerich

Biologie - Ergebnisse des Uni-Projektes 2008/09

Ein Teil der Bio-Leistungskurs­schüler unserer Stufe bekam während des Uni-Projekts einen Einblick in den Fachbreich Bio­logie. Im Gegensatz zu den an­deren Gruppen hatten wir kein extra für uns entworfenes Pro­gramm, sondern besuchten, wie richtige Studenten, Vorlesungen und durften in Praktika rein­schnuppern. Die Woche begann mit einem sehr informativen und interessanten Vortrag des Fach­leiters der Biologie. Er stellte uns den Inhalt des Biologiestudiums vor und erklärte dessen Ablauf. Interessant zu sehen waren ver­schiedene Statistiken, die zeig­ten, welche Berufswege ehe­malige Biologie-Studenten der Technischen Universität Kaisers­lautern eingeschlagen haben. Diejenigen unter uns, die sich für ein Biologie-Studium interessier­ten, konnten sich außerdem über die geringe Arbeitlosenrate der ehemaligen Biologie-Studenten freuen. Was allerdings für fast alle sehr interessant war, war die genaue Erläuterung zum Thema „Bachelor/Master“, Abschlüsse, auf welche die momentanen Di­plom- und Magisterstudiengänge umgestellt werden. Diese Erklä­rung regte dann doch in dem ein oder anderen die Angst an.

Interessant waren die beiden praktischen Teile. Unser Projekt­leiter Herr Hartmann hatte für uns ein Praktikum arrangiert, bei dem wir selbst unser eigenes Blut untersuchen durften. Dazu mus­ste man sich in den Finger piek­sen, was für den ein oder ande­ren eine große Überwindung dar stellte. Jeder stellte seinen eige­nen Ausstrich her, welcher unter anderem auch mit Farbstoffen an­gefärbt wurde. Die Wartezeiten, in denen die Stoffe trockneten, verkürzte uns der leitende Doktor mit interessanten Vorträgen und einem kurzen Film über das Blut. Das Resultat, das man unter dem Mikroskop betrachten konnte, war ein buntes Bild, gemalt aus den verschiedenen Bestandteilen des Blutes. Das zweite Praktikum war ein reguläres Praktikum, an welchem wir zusammen mit ei­nigen Studenten eines höheren Semesters teilnahmen. Hier be­kamen wir die Gelegenheit, ein bebrütetes Hühnerei zu preparie­ren. Auch dieses Praktikum ließ einige wieder an ihre Grenzen stoßen, da man an einem Lebe­wesen arbeitete, welches danach nicht weiterleben würde. Nach viel Anfärben, im Eiweiß suchen und Mikroskopieren hat sich die Mühe meistens gelohnt. Man be­kam das, was eigentlich einmal zum Küken hätte wachsen sollen, zu Gesicht. Besonders fleißige und vom Glück gesegnete Schü­ler wurden sogar mit einem sicht­baren Herzschlag belohnt. Den Großteil unserer Uni-Woche machten jedoch die Vorlesungen aus. Wir besuchten Vorlesungen des ersten Semesters, wo wir teilweise Altbekanntes hörten, was auch in der Abi-Arbeit dran gekommen war, teilweise waren die Inhalte der Vorlesungen aber auch so komplex, dass man nach fünf Minuten nicht mehr nach­vollziehen konnte, um was es ging. Dies lag wohl daran, dass die Grundlagen vom Beginn des Semesters fehlten. Die Vorlesun­gen waren gut durchmischt, für jeden war etwas dabei und deck­ten viele Bereiche des Biologie-Studiums ab.

Ich persönlich denke, dass wir den Sinn des Uni-Projekts, näm­lich Hochschulluft zu schnuppern, am besten umsetzen konnten, da alle anderen Gruppen keine Vorlesungen besucht haben und ein sehr volles Programm hat­ten, wohingegen wir teilweise sehr lange Freiräume hatten, wie normale Studenten eben auch. Meiner Meinung nach kann man sagen, dass das Uni-Projekt für jeden eine wertvolle und inter­essante Erfahrung war: Teilwei­se mussten Ängste überwunden werden, teilweise war das Projekt richtungweisend: Einige wurden in ihrem Wunsch, studieren zu gehen, bestätigt, andere können jetzt mit gutem Gewissen sagen, dass ein Studium an einer norma­len Hochschule nichts für sie ist.

Lisa Rossel

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