Comenius

Laut, aber herzlich

Von Schülerinnen des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl

Fünf Schülerinnen und zwei Lehrern des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl wurde durch das europäische Projekt Comenius ein kurzer Aufenthalt auf der spanischen Insel Teneriffa ermöglicht. Ziel des Schulprojektes ist es, Vorurteile zwischen den Menschen in Europa zu überprüfen und abzubauen. Der erste Tag auf der Kanarischen Insel Teneriffa startete für die fünf Schülerinnen des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl in der Partnerschule IES Anaga, wo nach einer kurzen Schulführung die ersten Workshops zu den Themen Vorurteile gegenüber Spanien und landestypische Feiertage stattfanden. Zum Mittagessen gab es allerlei berühmte spanische Gerichte wie Paella oder auch viele kanarische Spezialitäten wie „Gofio“ oder „Papas con Mojo“. Als „Nachtisch“ überraschte eine 50-köpfige Karnevalgruppe mit Tänzerinnen und Trommlern, die eine unvergessliche Kostprobe des auf Teneriffa zelebrierten Karnevals gaben. Das Comenius-Projekt, das von der Europäischen Union unterstützt wird, befasst sich mit dem Motto „From Prejudices to deeper Insight“, was soviel bedeutet wie „Von Vorurteilen zu tieferen Einblicken“ (siehe auch „Stichwort“). Die Vorstellungen über die eigene Kultur und die Wahrnehmung anderer Nationen sind die Ausgangspunkte des Projektes. Teilnehmende Länder sind Spanien, Italien, Türkei, Slowakei, Norwegen sowie Deutschland. Um bestehende Vorurteile gegenüber anderen Ländern abzubauen, treffen sich ausgewählte Schüler in den einzelnen europäischen Teilnehmerländern. Die Schüler haben dabei die Möglichkeit, ihre ursprünglichen Vorstellungen genauer zu untersuchen, zu hinterfragen und zu diskutieren und so ihr Bild ständig zu erweitern. Die Projektsprache ist Englisch. Während des Austauschs wohnen die Schüler in Gastfamilien.

Das Leben in einer spanischen Familie konnten auch die Landstuhler kennenlernen. Von ihren Gastfamilien aus starteten sie ihre Ausflüge. Das Programm der folgenden Tage beinhaltete unter anderem eine Stadtrundfahrt durch Santa Cruz, einen Ausflug zum Teide, dem höchsten Berg Spaniens, mit einer Führung durch den dort anliegenden Nationalpark sowie Sonnenbaden am berühmten Strand El Médano.

Am letzten Tag wurden weitere Vorträge über die Kanaren und das spanische Schulsystem präsentiert. Im Anschluss reflektierten die Schüler nun auf Basis der neu gewonnenen Einsichten die Vorurteile gegenüber Spanien. Hierbei waren sich alle einig, dass Spanier definitiv laut sprechen, aber die Assoziation mit dem Stierkampf falsch ist, zumal dieser auf den Kanarischen Inseln sogar verboten ist. Der Tag klang für alle in der Stadt La Laguna aus, die den spanischen Eroberern in Lateinamerika als Muster für dortige Städtegründungen diente.

In diesen fünf Tagen auf Teneriffa erlangten alle Schüler einen Einblick in den Alltag der Familien und lernten Herzlichkeit, Aufrichtigkeit und Gastfreundschaft der Spanier kennen. Hinsichtlich der Vorurteile kann das Bild vom Paella essenden, Gitarre spielenden und faulenzenden Spanier nicht aufrechterhalten werden!

Darüber hinaus erkannten die Schüler, dass sie auch über Landesgrenzen hinweg erfolgreich zusammen arbeiten können, um gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten: „Der Absicht von Comenius, die europäische Integration zu unterstützen, indem wir Verständnis für verschiedene Kulturen aufbringen, miteinander kommunizieren und gemeinsam Projekte entwickeln, kommen wir nun immer näher!“, sind sie sich einig.

 

Rheinpfalz vom 20.03.2013

Zu diesem Text:
Dieser Gastbeitrag wurde von den Schülerinnen Pauline Adam, Lena Agné,  Chantelle Blauth, Patricia König und Stefanie Kugland verfasst.

 

Den vollständigen Bericht aus der "Rheinpfalz" vom 20.03.2013 lesen Sie hier.

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