Geschichte

Auf den Spuren der NS-Zeit - Exkursion durch Kaiserslautern

von Tina Klingel, Umut Günes (MSS 12) 

 

Am 9.Juni 2017 unternahmen wir mit dem Leistungskurs Geschichte der MSS 12 und der Kursleiterin Frau Brill eine Exkursion nach Kaiserslautern.

Dort wollten wir während eines Stadtrundganges die Orte besichtigen, an welchen damals in der NS-Zeit große Ereignisse stattfanden. Kurz nach unserer Ankunft starteten wir auch schon mit unseren Vorträgen, welche im Voraus angefertigt und an verschiedenen Orten geplant waren. Zunächst hörten wir etwas über die Historie des 1.FCK und dessen Verhältnis zum NS-Regime. Danach ging es weiter mit der Reichspogromnacht 1938 in Kaiserslautern, wobei es besonders in der Eisenbahnstraße, die damals Adolf-Hitler-Straße hieß, zu Ausschreitungen und Zerstörungen kam, die sich gegen Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger richteten.

Anschließend beschäftigten wir uns mit den Luft- und Bombenangriffen, durch die große Zerstörung in der Innenstadt angerichtet wurden. Am Stiftsplatz, an der Fruchthalle und am Schillerplatz hörten wir Vorträge über verschiedene Kundgebungen der Linken vor 1933, der Nazis und Anderen. Diese Veranstaltungen waren gekennzeichnet durch Propaganda und dazu gehörten auch die reichsweit bekannten Bücherverbrennungen 1933. Nachdem wir nun knapp die Hälfte des Programms erledigt hatten, legten wir im Café Extrablatt eine Frühstückspause ein.

Nach der wohlverdienten Pause, ging es weiter zum St. Martins-Platz, wo wir über die Machtergreifung der NSDAP in Kaiserslautern informiert wurden. In der Salzstraße erfuhren wir dann vom Schicksal der jüdischen Familie Wertheimer und von den unzähligen „Stolpersteinen“ für die ermordeten jüdischen Bürger, welche in ganz Kaiserslautern das Gedenken ermöglichen. Unser letzter Stopp war an der ehemaligen Synagoge, welche im August 1938 auf Beschluss des Stadtrats abgerissen und zerstört wurde.

Sie ist das offizielle Denkmal, für die jüdische Bevölkerung der Stadt, die der Shoah zum Opfer fiel. Heute befindet sich auf dem Synagogenplatz ein Mahnmal – ein Fragment der Außenmauer sowie sieben Sichtgeräte, welche die Computer-Rekonstruktion der Synagoge (bitte anklickenzeigen, sind aufgestellt. Auf dem Fragment sind außerdem die Namen aller jüdischen Opfer eingemeißelt. Danach erfolgte unsere Rückfahrt nach Landstuhl.

Insgesamt hatten wir einen sehr beeindruckenden Tag, der uns betroffen machte und an dem wir viel Neues über Kaiserslautern und den Nationalsozialismus gelernt haben. Wir erfuhren viel über Denkmäler und Plätze, an denen wir sonst täglich unachtsam vorbeilaufen – diesen werden wir in der Zukunft mehr Beachtung und Respekt schenken.

Unser Fazit: Letzten Endes, war dieser kurze Ausflug sehr lehrreich und wir hoffen, dass dies eine Inspiration für zukünftige Kurse darstellt. Denn man ist durch die jeweilige Lokalität noch mehr von der Historie beeindruckt als sonst.

Bildquelle: Synagogenplatz

 

Die virtuelle Rekonstruktion der Kaiserslauterer Synagoge von der TU Darmstadt finden Sie hier.

Kriegerdenkmale erkunden! Eine besondere Herausforderung im Geschichtsunterricht der 9. Klasse

Als Projektarbeit der 9 c/d haben wir Denkmäler des Ersten Weltkrieges in unserer Umgebung untersucht und bewertet. Innerhalb von 2 Wochen beantworteten wir Fragen, wie zum Beispiel: „Wie deutest du die Symbole des Denkmals?“ oder „Welche Bedeutung hat das Denkmal heute?“. Diese kniffligen Fragen erhöhten den Spaß an der Sache, ließen uns mehr über unser Dorf erfahren und so konnten wir selbstständig unser Wissen über den Ersten Weltkrieg erweitern.

Wir haben viel in den Ortschroniken nachgelesen und manche von uns haben auch den Ortsbürgermeister gefragt. Die Ergebnisse hielt jeder von uns sorgfältig in seinem Ordner fest.

Das Projekt bot uns die Möglichkeit das im Unterricht erworbene Wissen praktisch anzuwenden und war dazu eine willkommene Abwechslung zu den oftmals nur theoretischen Hausaufgaben, die wir sonst alleine zu Hause erledigen. Da wir manche Fragen mit unseren Freunden gemeinsam erledigen durften, also in Gruppenarbeit, wurde viel gelacht und der Spaßfaktor wurde erhöht.

Alles im allem war es eine gelungene, aufregende und abwechslungsreiche Projektarbeit, an die wir alle mit Motivation und Eifer herangingen und die uns letztendlich viel Spaß bereitet hat.

von Marie Lebeck, Selina Keßler und Lara Zwick

 

Eine sehr gelungene Arbeit können uns unter folgendem Link aufrufen. 

„Erinnern statt vergessen“

Es war eine aufwühlende Konfrontation mit der dunkelsten Seite deutscher Geschichte, als sich Schüler der MSS 12 und 13 in der Aula unserer Schule versammelten, um mithilfe des Berichtes von Margot Wicki-Schwarzschild den Opfern des Holocausts zu gedenken. Von Stina Vollmer, MSS12.

Am Morgen des 30. September verstummten 200 Schüler unter den erschreckenden Berichten einer der letzten Zeitzeugen des Holocausts: Margot Wicki-Schwarzschild. Sie besuchte unsere Schule, um auch hier mit Berichten von „Ausgrenzung, Demütigung, tiefster Verzweiflung und grenzenlosem Grauen“, aus ihrer Vergangenheit, das Vergessen zu verhindern. Sie appelliert mit dem Leitgedanken „Erinnern statt vergessen-Handeln statt schweigen“ und ruft auf zum Hinschauen statt Wegsehen.

Ihr Vortrag wurde eingeleitet durch den Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Roland Paul, welcher anhand von Dokumenten, Briefen und anderen Quellen einen informativen Einblick in die  Geschichte von Juden in der Pfalz, besonders hier in Landstuhl, gab. Darauf baute Margot Wicki-Schwarzschild ihre Berichte aus eigener Erfahrung auf.

Frau Wicki-Schwarzschild berichtet von ihrer Kindheit in Kaiserslautern, von ihrer Schwester, ihrer katholischen Mutter und ihrem jüdischen Vater und der Diskriminierung, die sie zu spüren bekamen. Die Erzählungen um die Schreckensnacht, in der sie nach Gurs gebracht wurden, und die Zustände des Internierungslagers erschrecken besonders. Der Vater wurde von Südfrankreich aus nach Auschwitz deportiert. Für Margot  Wicki-Schwarzschild, ihre Mutter und Schwester gab es Überleben. Vor allem auf die Initiative einer Schwester des Roten Kreuzes hin, des „Engels von Gurs“, die aufgrund eines Kommunionbildes der Mutter, das Margot in der Hektik der Deportation noch schnell aus ihren persönlichen Dingen mitgenommen hatte, die Umsiedlung der Familie nach Rivesaltes in das dortiger Kinderheim durchsetze. Dort arbeitete die Mutter, die beiden Mädchen wurden „nachträglich“ kathloisch getauft und konntenie ihren Schulabschluss machen konnten. Somit war es möglich, sich ab 1946 wieder schrittweise ein neues Leben aufzubauen.

In Kaiserslautern jedoch wohnt sie nicht mehr, sie ist bereits seit den 1950er-Jahren durch Heirat in Basel wohnhaft. Margot Wicki-Schwarzschild konnte sich mit ihrer Vergangenheit und Deutschland versöhnen,
aber durch den Tod ihres Vaters in Auschwitz, kann sie niemals vergeben. Das an unserer Schule diese Thematik behandelt wird, lobte sie sehr und die Interesse der Schüler, welche ihr nach dem Vortrag eifrig Fragen stellten bzw. ihre Interesse bekundeten, wusste sie zu schätzen.

Nach dem Vortrag begab sich das Organisationsteam, welches den Leistungskurs Geschichte der MSS 12 und ihren Lehrer Michael Loth umfasste, Roland Paul, unsere Schulleiterin Andrea Meiswinkel und Margot Wicki-Schwarzschild zur Landstuhler Zehntenscheune.
Dort legten sie Blumen, welche die Schüler der Stufe Zwölf und Dreizehn mitgebracht hatten, an einer Gedenktafel für die Opfer des Holocaust nieder. 

„Es war nicht alles schlecht in der DDR…“ ? – Für Günther Rehbein (82) aus Gera, Zeitzeuge und Opfer des DDR-Regimes, sind derartige Pauschalisierungen blanker Zynismus

von Michael Loth

Landstuhl. 09.November 2015. 

 

In der Aula des Sickingen-Gymnasiums hören über 200 Schülerinnen und Schüler der Oberstufenkurse MSS 12 und 13 den Vortrag Günther Rehbeins. Ergriffen folgen sie jedem seiner Worte. Rehbein schildert die Stationen seines Lebens unter der DDR-Diktatur.  Sein Leben hat er bis zum Fall der Mauer heute vor 25 Jahren als Staatsfeind überwiegend  in Gefängnissen der DDR und der Sowjetunion verbracht. Und das zunächst nur, weil er als politisch denkender Mensch 1952 seine Meinung geäußert hat: „Warum müssen die Menschen in der DDR sich mit Lebensmittelkarten aus einem begrenzten Nahrungsmittelangebot versorgen, während im Westen in der BRD eine unbegrenzte Menge an Waren mit Geld gekauft werden kann?!“ Auf diese Kritik folgen Haft, Verhöre, Demütigungen und Folter. Vor  jedem Verhör wird Rehbein in einen Käfig gepfercht: 1 Quadratmeter groß, 60cm hoch - wie ein wildes Tier. Danach Befragungen auf Russisch, Rehbein versteht kein Wort, weigert sich, die einzelnen Anklagepunkte zu unterschreiben, fordert einen Dolmetscher. Den Erhält er auch nach Wochen, doch die erste Erfahrung: Der linientreue Übersetzer schlägt ihn mit dem Ellbogen ins Gesicht, fährt ihn an. „Du Verräter! Du denkst doch etwa nicht, dass ich deine Antworten korrekt übersetze!“ Das Urteil stand sowieso bereits fest, so Rehbein vor den entsetzten Schülern.  Doch damit nicht genug. Erschreckender Höhepunkt seiner Verhöre: Als Rehbein sich völlig entkräftet mit seiner Hand auf den Tisch des Kommissars, der das Verhör leitet, stützt,  hackt dieser ihm mit seinem Messer die Daumenkuppe ab.  Es folgen Jahre der Tortur im Gulag Workuta im Polarkreis, einer Gegend, in der neun Monate lang Winter herrscht: „Vernichtung durch Arbeit“, kommentiert Rehbein. Doch es kommt noch schlimmer: Nach Stalins Tod 1953 gelingt es Konrad Adenauer nach längerem Zögern im Jahr 1955 in Russland inhaftierten Deutsche, darunter auch viele Kriegsgefangene, zu befreien. Rehbein erklärt den Schülerinnen und Schülern: „Adenauer verdanke ich mein Leben! Ohne ihn stünde ich heute nicht vor euch!“ Doch zu Hause wartet der nächste Schlag auf Rehbein: Seine Frau hat einen anderen, seine Tochter musste zur Adoption freigegeben werden. Von nun an steht Rehbein unter ständiger staatlicher Überwachung. Schließlich spricht ihn in den 1960er-Jahren abends nach einer Feier ein Unbekannter im Anzug mit Parteinadel am Kragen auf der Straße an: „Was, du lebst noch? Du hast den Gulag überlebt? Ich habe dafür gesorgt, dass du dorthin gekommen bist, pass also bloß auf, was du künftig tust!“ Rehbein brennen jetzt alle Sicherungen durch: Er packt den Stasi-Spitzel und reißt ihm die Parteinadel vom Revers: „Sag deinen Namen, du Lump, du Feigling!“ Wenig später wird Rehbein verhaftet, diesmal, wie er selbst sagt,  zurecht, doch er war sich der Folgen seines Angriffs völlig bewusst.  Das Regime sperrt ihn nach Bautzen, bietet ihm regelmäßig vorzeitige Entlassung an, falls er in die Partei eintritt. „Das habe ich stets verweigert, die Achtung vor mir selbst hat mir das untersagt.“

Nach dem Fall der Mauer engagiert sich Rehbein in der historischen Aufarbeitung des  DDR-Regimes, hält Vorträge als Zeitzeuge, konfrontiert Politiker mit der noch immer lückenhaften Aufarbeitung des erlebten Terrors. Vor allem erschrecken ihn Sätze wie zuletzt  im Rahmen der offiziellen Feier zur deutschen Einheit in Erfurt. Dort äußerste ein Politiker, nach 25 Jahren deutscher Einheit müsse doch nun endlich mal Schluss sein mit dem ständigen Aufarbeiten der DDR-Geschichte.“ Doch nicht für Günther Rehbein! Zumal sich auch ein Lichtblick gezeigt hat: 2010 erhält er einen Anruf aus Karlsruhe, am Telefon spricht eine Frauenstimme: „Hallo, ich habe dich gestern im Fernsehen als Gast einer politischen Talkrunde gesehen. Ich bin deine Tochter und möchte dich unbedingt kennenlernen!“

Literatur: Rehbein, Günther: Gulag und Genossen. Aufzeichnungen eines Überlebenden. Jena u.a. 62013.

„Dieser Film ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

So bewertete Filmwissenschaftler Horst Walther Veit Harlans Spielfilm „Jud Süß“, der am 30. Juni 2015 in der Aula des Sickingen-Gymnasiums Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 10 und MSS 12 vorgeführt wurde.

Der Film gilt als Vorbehaltsfilm und darf  nur mit begleitendem Vortrag öffentlich vorgeführt werden. Horst Walther, der Leiter des  Instituts für Kino und Filmkultur" ist deutschlandweit in Kinos unterwegs, um Filme der NS-Propaganda wie "Jud Süß", Hitlerjunge Quex, Kolberg oder Ich klage an mit einem interessierten Publikum zu analysieren.

Horst Walther: "Goebbels wollte einen Unterhaltungsfilm. Er wollte nicht so einen Film wie "Der ewige Jude" mit direkter Propaganda und Diffarmierung. "Der ewige Jude" war in Deutschland kaum beliebt. Goebbels wollte einen Unterhaltungsfilm, einen spannenden Film,  einen Film, den die Leute gern ansehen!"

In seinem einführenden Vortrag erklärt Walther drei Dinge, die für ihn die Besonderheit des Films ausmachen: Sein Unterhaltungswert, sein hohes technisches Niveau und das Schauspielerensemble. Denn mit Heinrich George, Werner Krauß, Kristina Söderbaum und Ferdinand Marian war "Jud Süß" exzellent besetzt. Und das zeigt sich auch in exzellenten schauspielerischen Leistungen, nicht zuletzt der Ferdinand Marians, der den Jud Süß spielt, sich aber nach dem Zweiten Weltkrieg davon distanziert, indem er betonte, extra schlecht gespielt zu haben.

Dann erläutert der Filmwissenschaftler den historischen Hintergrund des Films, der ab 1940 gezeigt wurde: Nämlich nach der Einführung der Nürnberger Rassengesetze, der Reichspogromnacht, der Enteignung der Juden, dem Beginn der Deportation und des Krieges.

"Jud Süß" beginnt im Jahr 1733: In Württemberg übernimmt zu dieser Zeit Herzog Karl Alexander die Regentschaft und schickt in seiner Geldnot einen Boten zum Juden Joseph Süß Oppenheimer, der einen Schrank voll edlem Schmuck hat. Süß avanciert zum Berater und Finanzsenator des Herzogs, presst durch Steuern der darbenden Bevölkerung das wenige Geld aus der Tasche. Und treibt durch Intrigen einen Keil zwischen Herzog und Volk. Bis sich das Volk erhebt. Und genau dies erwartet Goebbels auch von den Zuschauern seiner Zeit.

Nach dem Film analysiert Horst Walther, wie die Charaktere angelegt sind: Hier die aufrechten Schwaben, der Landschaftskonsultent Sturm, sein Schwiegersohn in spe und seine Tochter, auf die es der Jude Süß abgesehen hat. Jener, schlau und skrupellos, nutzt die Schwächen der anderen gnadenlos aus. Auch die des Herzogs, der ein prassender Lebemann ist. Ferdinand Marian als Jud Süß spielt seine Rolle ausgezeichnet. Wather, nicht ohne schauspielerisches Talent, erklärt: „Auf der einen Seite so, ja, dieses Schmierige: 'Wollen sie nicht ein bisschen Geld haben?' Nicht wahr. Und auf der anderen Seite: 'Zack, zack jetzt wird er da aufgehängt der Schmied, Hans Bogner.' Auf Befehl des Juden. Also diese ganzen Facetten, das kommt sehr gut rüber. Nicht zu vergessen seine Fähigkeit zu Erpressung und Vergewaltigung! Gnadenlos." Schließlich droht Jud Süß sogar mit seinem Gott: „Ach, beten. Bete nur zu deinem Gott! Bete! Aber nicht nur ihr Christen habt einen Gott. Wir Juden haben auch einen. Das ist der Gott der Rache. Auge um Auge, Zahn um Zahn!“
Deshalb baut sich auch heute für die Zuschauer ein überzeugendes Feindbild auf. Und genau das ist der Grund für das Verbot der freien öffentlichen Aufführung  des Films nach § 130 Strafgesetzbuch.

Die Schülerinnen und Schüler des Sickingen-Gymnasiums zeigten sich ergriffen von der Aktualität des Films: „Es ist verblüffend und zugleich erschreckend, dass die Stilmittel des verdeckt Propagandistischen auch heute noch benutzt werden, wenn auch in anderen Kontexten.“

Beindruckend ist aber auch die Leistung Horst Walthers, der in seiner Interpretation des Films die wesentlichen Punkte des Films lebhaft veranschaulicht.

Ein Hauch von Indiana Jones – der Archäologe Stefan Müller zu Besuch am Sickingen-Gymnasium

„Steven Spielbergs Indiana-Jones-Filmen haben nichts mit dem Alltag eines Archäologen zu tun – mit Ausnahme der Lehrtätigkeit an der Universität.“  So lautete der Kommentar des jungen Archäologen Stefan Müller (zur Zeit Uni Trier), der am Montag, den 17. November 2014, den Leistungskurs Geschichte der Klassenstufe 11 am SGL besuchte und über seinen Beruf informierte. Neben der archäologischen Forschung (Ausgrabungen, Auswertungen und Lehre) bieten sich berufliche Felder in den Bereichen Museen und Denkmalpflege oder auch in der Tourismusbranche an. Stefan Müller selbst hat die Forschung für sich entdeckt und wird seine Doktorarbeit auch innerhalb der Zeit der Ägäischen Bronzezeit, in welche auch die Schachtgräber von Mykene zeitlich einzuordnen sind, anlegen. Gerade erst ist er von einer Forschungsreise aus  der Ägäis zurückgekehrt, wo er mehrere Monate dazu geforscht hat.

Der Archäologe informierte darüber hinaus über Forschungsmethoden und Gegenstände der Archäologie und gab auch Einblicke in die Ägyptologie am Beispiel verschiedener Pyramidentypen und Arten von Hieroglyphen. Dabei erkannten die Schülerinnen und Schüler aktuelle Berührungspunkte zu Fächern wie Geschichte und Bildende Kunst. Gemeinsame Forschungsgegenstände sind z.B. die Statuen der Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton. Diese wurden in Athen als Sinnbild für die Stärke und Durchsetzungskraft der Demokratie in klassischer Zeit errichtet, sind aber letztlich nichts als reine Propaganda – waren es doch ausgerechnet die Spartaner, die Athen aus tyrannischer Herrschaft befreiten.  

Wer sich näher für Archäologie interessiert, kann sich über den Fachbereich Geschichte gern an Stefan Müller persönlich wenden (Ansprechpartner: Hr. Loth).

 

 


 

Die Schachtgräber von Mykene

von Stefan Müller

1. Einführung

Bei Mykene handelt es sich um eine der bedeutendsten Stätten während der sog. „Ägäischen Bronzezeit“ (ca. 3000 – 1050 v. Chr.) bzw. gar um die wichtigste auf dem griechischen Festland während der „Späten Bronzezeit“ (ca. 1600-1050 v. Chr.) – die letztgenannte wurde deshalb auch mit dem Namen „Mykenisch“ versehen, wobei diese aber ebenso unter dem Begriff „Späthelladisch“ bekannt ist. Während die Siedlungstätigkeit jedoch nicht auf diese beiden Jahrtausende beschränkt ist (sondern noch mehr als ein Jahrtausend länger läuft), ist ihre Nutzung in der Bronzezeit doch klar als die wichtigere und berühmtere hervorzuheben.

Im Nordosten der Peloponnes, in der Landschaft „Argolis“ liegend, erhebt sich zwischen zwei Bergen ein ca. 280 m hoher Hügel, auf welchem sich die Zitadelle, d.h. die Burg von Mykene befindet ...

 

Den vollständigen wissenschaftlichen Artikel des Archäologen Stefan Müller als PDF finden Sie hier!

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