Geschichte

Kolberg, ein nationalsozialistischer Propagandafilm

Am 27.04.2012 wurde den Schülern der 10. Klassen sowie der MSS 12 des Sickingen-Gymnasiums der nationalsozialistische Propagandafilm „Kolberg“ vorgestellt. Nach Begrüßung durch Herrn Loth wurde uns von Herr Horst Walter, Leiter des Instituts für Filmkultur, detailliert die Handlung des Films geschildert. Er nahm Bezug auf aktuelle Themen, sodass wir uns besser in die geschilderten Situationen hineinversetzen konnten. Er erläuterte, dass es fünf Arten von Propagandafilmen gibt und dies wären: antisemitische Filme, Antialliiertenfilme, Propagandafilme für die NSDAP und Euthanasie sowie Durchhaltefilme. Kolberg gehört zu der Kategorie Durchhaltefilm. Mit diesem Film sollten Parallelen des Zweiten Weltkrieges zur Kriegssituation im Jahr 1806 in dem kleinen Dorf Kolberg unterstrichen werden, das sich im Kampf gegen Napoleons Armee eisern wehrt, da die Menschen ihre Heimat verteidigten, ihre Liebe, ihre Familie aufgaben, um gemeinsam gegen die Franzosen zu kämpfen. Mit der nachgestellten Handlung des Film aus dem vorgenannten Krieg wollte Hitler mit Goebbels Hilfe die deutsche Bevölkerung zum Durchhalten bewegen und sie dafür mobilisieren, dass für einen Sieg selbst die größten Verluste in Kauf genommen werden müssen: Er wollte den Menschen vermitteln, dass sie trotz Hitlers geringer Chance auf den Sieg nicht aufgeben, sondern durchhalten und gemeinsam gegen den Feind kämpfen sollten. Auch dass ein Volk einen guten Führer wie Hitler benötigt, sollte der Film den Menschen vermitteln. „Kolberg“ war mit ca. 8,8 Millionen Reichsmark der teuerste Film, den die Nazis produziert hatten. Er wurde aufgrund eines direkten Auftrags von Goebbels gegen Ende des Jahres 1943 unter größten Anstrengungen gedreht , da in der schwierigen Kriegslage Tausende von Wehrmachtsoldaten als Statisten und Hunderte von Pferden eingesetzt wurden. Die nur noch 120 km entfernte russische Armee stand kurz vor dem Sturm auf Berlin. Drehschluss war im Dezember 1944. Die Uraufführung fand zum 12. Jahrestag der Machtübernahme Hitlers am 30.1. 1945 statt und der Propagandafilm wurde nur dieses eine Mal gezeigt. Er sollte die Menschen zum Durchhalten motivieren, kam aber zu spät, da sich diese nicht mehr für den Film interessierten. Der Film wurde nach 1945 in allen Besatzungszonen verboten, d.h., er kann heute nur auf Bestellung bei der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung vorgeführt werden, da er kriegsverherrlichend, rassistisch und volksverhetzend ist. Insgesamt wurden von den Alliierten 200 von 1150 Filmen archiviert und stehen unter Vorbehalt.

 

Viktoria Studener und Marcel Erford, Klasse 10c

Auf den Spuren Franz von Sickingens

In der Woche vom 30.01.12 bis 03.02.12 fand das alljährliche Uniprojekt am Sickingen-Gymnasium statt. Auch für die nicht naturwissenschaftlich Interessierten wurden Projekte angeboten. Im Geschichte-Projekt war „die Stadt im Mittelalter“ das Thema. Ein spannendes Thema, zu dem es viele Informationen und auch historische Schauplätze in unserer Nähe gibt. Zunächst mussten wir uns in das Thema einlesen und einarbeiten. Die Stadt im Mittelalter allgemein und dann konkret das Beispiel Landstuhl waren die Themen zu Beginn des Projektes.Dienstags fuhren wir bei eisiger Kälte nach Speyer. Dort nahmen wir an einer Stadtführung im mittelalterlichen Gewand teil, die nicht nur informativ war, sondern uns auch bei der weiteren Ausarbeitung des Projekts inspirierte. Am folgenden Tag machten wir unsere eigene Stadtführung durch Landstuhl, bei der wir uns gegenseitig wichtige Sehenswürdigkeiten erklärten, wie zum Beispiel das Moorbad. Ziel des weiteren Projektes war es, Ideen zu entwickeln, wie man Landstuhl mit seiner Burg Nanstein attraktiver gestalten könnte um so mehr Touristen anzulocken. Dazu überlegten wir uns zwei Konzepte, die dies möglich machen könnten.

Der Schauplatz „Burg Nanstein“ inspirierte uns besonders, es sollen historische Führungen vom Burgherrn selbst ausgeführt werden. Ein Gästeführer in der Rolle des Franz von Sickingens geleitet die Gäste durch sein bescheidenes Heim.. Nach Vorbildern wie das amerikanische „Hounted House“ oder die berühmte „Dungeon“-Kette erstellten wir ein gruseliges Halloween-Spektakel, welches die schauerlichen Seiten des Mittelalters repräsentiert.

Auch eine Schnitzeljagd durch Landstuhl für die Jüngeren unter uns haben wir erarbeitet. Bei ihr werden die Kinder an verschiedenen Sehenswürdigkeiten Rätsel lösen und so einen Buchstaben für das Lösungswort erhalten. An der Endstation, der Zehntenscheune, bekommen die Kinder im Museum von Landstuhl eine Belohnung. Somit wäre unser Plan, das Museum mehr zu bewerben,mit eingeschlossen. Desweiteren haben wir auf unserer Tour gemerkt, dass sowohl die Informationsbroschüre zur Stadt Landstuhl als auch das Erscheinungsbild einiger Sehenswürdigkeiten Verbesserungsmöglichkeiten bieten

Alles in allem war das Uniprojekt sehr informativ und interessant und hat uns Spaß gemacht.

 

Stadtrallye kann an den Start gehen!

 

Wie oben berichtet, erarbeitete im letzten Schuljahr eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Geschichts-Leistungskurses im Rahmen des Uniprojektes Möglichkeiten, die Stadtgeschichte unseres Schulortes Landstuhl einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Insbesondere die Idee, eine historische Stadtrallye für Kinder auszuarbeiten, stieß bei unserer Präsentation beim Publikum auf großes Interesse. Dies motivierte die Schülerinnen und Schüler zusammen mit der betreuenden Lehrkraft, Frau Brill, auch nach dem Abitur an diesem Projekt weiterzuarbeiten. Aus der Idee wurde Realität: gemeinsam wurde eine Stadtrallye erarbeitet, die v.a. auf Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I zugeschnitten wurde. Interessante Rätselaufgaben begleiten die Schüler auf einem Rundgang durch die Landstuhler Altstadt. Wer die kniffligen Fragen rund um so interessante Sehenswürdigkeiten, wie den Landstuhler Löwen oder das Alte Moorbad richtig löst, den erwartet eine kleine Überraschung. Als Hilfe für die betreuenden Lehrkräfte wurden ausführliche, aber kindgerechte Informationen zu den einzelnen Stationen erstellt. Eine Kopiervorlage der Rätselfragen für die Schüler ergänzt die Unterlagen, sodass Lehrer und Schüler ohne großen Vorbereitungsaufwand im Rahmen der Kennenlerntage zu Beginn des Schuljahres oder an einem Wandertag Landstuhl von einer ganz neuen Seite entdecken können. Geplant ist eine Übersetzung der Materialien, sodass sie auch sinnvoll im Rahmen unserer Schulpartnerschaften mit polnischen und französischen Schulen oder bei Besuchen unserer Partner im Comenius-Projekt genutzt werden könnten. (EB)

 

Die vollständigen Unterlagen für Lehrer und Schüler als PDF finden Sie hier!

 

Werner Maas am Sickingen-Gymnasium

Lautern, New York, Cambrigde - und zurück

 

LANDSTUHL:

 

Zeitzeuge Werner Maas erzählt Schülern des Sickingen-Gymnasiums aus seinem Leben

Nicht nur aufgrund seines jüdischen Glaubens ist das Leben des 91-jährigen Werner Maas bisher äußerst bewegt verlaufen. Der gebürtige Kaiserslauterer machte als Biologe in den USA Karriere. Zusammen mit seiner Frau Renata stellte er sich jetzt den Fragen der zwölften Stufe des Sickingen-Gymnasiums in Landstuhl.

Der 1921 in Kaiserslautern geborene Maas erzählte den Schülern, dass er eine „relativ schöne Zeit” am ehemaligen Humanistischen Gymnasium, dem heutigen Albert-Schweitzer-Gymnasium, erlebt habe. Lediglich ein Lehrer sei offen antisemitisch gewesen. Werner Maas konnte aufgrund einer Kinderlähmung nur schwer malen und zeichnen. Der nationalsozialistisch ausgerichtete Pädagoge habe in diesem Kontext der gesamten Klasse daraufhin erklärt: „Hier könnt ihr sehen, dass die Juden kein Talent für die schönen Künste besitzen.”

Aufgrund des steigenden Drucks durch die Nazis floh die Familie 1936 nach New York. Werner Maas' Vater Albert starb kurze Zeit später. Diese erschreckende Mehrfachbelastung - fremdes Land, Großstadt New York, Verlust des Vaters, Fremdsprache Englisch und dazu noch finanziell in Not - konnten die Landstuhler Schüler der Oberstufe sicher nur schwer nachempfinden. Näher am Horizont der Schüler waren Maas' lebhafte Schilderungen von unbeschwerten FCK-Stadionbesuchen mit dem Vater in der Zeit, in der die Nationalsozialisten noch nicht das Sagen hatten. Albert Maas sr. war Arzt und in den 30er Jahren neben seiner Praxis zuständig für die berühmten Pfälzer Kicker vom Betzenberg.

Von Paris aus mit dem Zug nach Italien und weiter per Schiff gelang die Ausreise in die Vereinten Staaten. In New York fuhr Maas zum ersten Mal mit einer U-Bahn. Mit seiner Mutter konnte er zwei Wochen bei entfernten Verwandten in Brooklyn wohnen, bevor sie nach Manhattan eigene Wohnräume bezogen.

Dank eines Stipendiums durfte Maas ein außergewöhnliches Internat besuchen: Mädchen und Jungen gingen gemeinsam in dieselben Klassen und der Unterricht fand zum Großteil im Freien statt. Dieses kreativ-freiheitliche Umfeld hat Werner Maas sehr gut getan. Im Alter von 18 Jahren genoss Maas die Ehre, als Jahrgangsbester Schüler die Abschlussrede halten zu dürfen.

Da er mehrmals positiv aufgefallen war, bekam er die Einladung eines Biologen, einen Sommer lang im Forschungslabor mitzuarbeiten. Da ihm das Forschen viel Freude bereitete, entschied er sich für ein Studium des Fachs Biologie. Mit erneut etwas Glück und einem Stipendium landete er schließlich an einer der renommiertesten Hochschulen der Welt: der „Harvard University”.

Nachdem er während des Studiums viele Ansatzpunkte für weiter gehende Forschungsprojekte erhielt, entschied er sich für eine wissenschaftliche Karriere. An der Universität traf er auch seine Frau Renata, die nach ihrer Promotion einer wissenschaftlichen Tätigkeit am selben Institut nachging.

Das Ehepaar Maas blieb New York treu verbunden. Werner Maas folgte dem Ruf einer Professur an der „New York University Medical School” und erlangte mit seinen Forschungsergebnissen in Mikrobiologie und Genetik internationale Anerkennung. Eines Tages erhielt er einen Brief von einem Kollegen der Universität Kaiserslautern, der ihn um einen wissenschaftlichen Artikel bat. Maas kam dieser Bitte gerne nach und merkte auf einem Begleitschreiben an, dass er aus Kaiserslautern stammt.

Daraufhin folgte eine Einladung in die Pfalz, die Maas zusammen mit seiner Frau prompt wahrnahm. Er besuchte unter anderem das Albert-Schweitzer-Gymnasium, wo ihm ein ehemaliger Lehrer alte Klassenarbeiten aushändigte.

Über den Lehrer kam der Kontakt zu Roland Paul zustande, dem stellvertretenden Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern. Paul war es auch, der den Vortrag im Sickingen-Gymnasium ermöglichte. Seit über 20 Jahren hält er Kontakt zum Ehepaar Maas, das mittlerweile etwa zweimal im Jahr einige Wochen in der alten Heimat verbringt.

Am Ende des Vortrags wollte ein Schüler den 91-jährigen Referenten mit der frechen Frage „Glauben Sie, dass der FCK absteigt?” herausfordern. Maas konterte locker: „Der FCK ist meinem Kenntnisstand nach bereits rechnerisch so gut wie abgestiegen.” Das hatte gesessen. Die etwa 90 Schülerinnen und Schüler applaudierten. (job) Die Rheinpfalz, 19.04.2012

"Nur noch einmal die Sonne sehen..."

„Nur noch einmal die Sonne sehen…“

Auschwitz Überlebende zu Gast im Sickingen-Gymnasium

 

Als die Kaiserslautererin Erna de Vries diesen Wunsch äußert, scheint bereits alle Hoffnung verloren. Auf dem Boden des Todesblocks 25 in Auschwitz-Birkenau muss die 19-jährige Jüdin die Nacht verbringen in der sicheren Gewissheit, am nächsten Tag ermordet zu werden. Um sie herum herrscht Chaos. Frauen heulen und raufen sich die Haare. SS-Wächter brüllen und prügeln die Häftlinge auf Lastwagen. Es geht in die Gaskammer.  

In der Aula des Sickingen-Gymnasiums herrscht angespannte Stille. Die Schülerinnen und Schüler folgen fassungslos dem eindrucksvollen Dokumentarfilm über die Lebensgeschichte der heute 84-Jährigen, den Geschichtsstudenten der Universität Münster im Rahmen des Projekts „Zeitlupe e.V.“ produziert haben. Der Film berichtet von ersten Einschüchterungen und Übergriffen in ihrer Kindheit in Kaiserslautern, wie sie während der Pogromnacht 1938 an das Grab ihres Vaters flüchtete, bis hin zur Deportation ins Vernichtungslager Auschwitz. Wie ein Wunder überlebt sie. In letzter Minute wird sie aus der Menge der für die Gaskammer bestimmten Häftlinge herausgeholt und in das Konzentrationslager nach Ravensbrück gebracht. Da ihr Vater evangelisch war, wird sie als sogenannter „Mischling“ eingeordnet, was ihr das Leben rettet. Die Anspannung der Schüler legt sich ein wenig. Was sonst nur distanziert an Fakten in Geschichtsbüchern zu lesen ist, gewinnt durch die Zeitzeugin Erna de Vries ein Gesicht. Ihre Mutter, erzählt sie in der sich anschließenden Gesprächsrunde, habe ihr beim Abschied die letzten Worte mit auf den Weg gegebenen, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten: „Du wirst überleben und erzählen, was man mit uns gemacht hat.“

Margit Mohr diskutiert anlässlich des Jahretages der Reichsprogromnacht am SGL

Der 9. November 1938 im Dialog

Margit Mohr diskutiert mit Schülern des Sickingen-Gymnasiums

Aus Anlass des Jahrestages der Reichspogromnacht fand am 9.11.2007 im Sickingen-Gymnasium Landstuhl eine Diskussionsrunde von Schülerinnen und Schülern mit der Landtagsabgeordneten und ehemaligen Lehrerin Margit Mohr statt.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden als historische Streiflichter die Eckdaten der Judenverfolgung während des Nationalsozialismus präsentiert. Authentisches Filmmaterial von der Sprengung der Kaiserslauterer Synagoge im Oktober 1938 führte dann vor Augen, wie gegenwärtig die Repressionen gegen jüdische Mitbürger auch hier bei uns waren. Im Anschluss daran kam es zu einer spannenden und interessanten Diskussion, die von Frau Mohr geleitet wurde. Dabei wurde betont, dass die Gräueltaten des Nationalsozialismus von Menschen begangen wurden und es daher nicht selbstverständlich ist, dass ähnliche Verbrechen in Zukunft ausbleiben. Gemeinsam wurde darüber nachgedacht, wie man aktiv im eigenen Umfeld dagegen ankämpfen könne. Alle waren sich einig, dass schon vermeintliche Kleinigkeiten wie Witze über behinderte Menschen oder Ausländer deren Würde verletzen und deshalb vermieden werden sollten. Zum Abschluss präsentierte die Schülerin Kathrin Leis als Live-Lyric den Text „Kristallnaach“ der Gruppe BAP. In Verbindung mit Bildern von historischer und aktueller Fremdenfeindlichkeit weitete der Song abschließend allen Teilnehmern den Blick für die Brisanz des Themas.

Kooperatiion mit Hochschulen und anderen Institutionen der Region

Hier finden Sie eine Dokumentation der Zusammenarbeit des Fschbereichs Geschichte mit den Hochschulen der Regionen und mit anderen Institutionen, die historisch relevante Themen bieten.

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2010/11: Eine historische Woche

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