Biologie - Ergebnisse des Uni-Projektes 2008/09

Ein Teil der Bio-Leistungskurs­schüler unserer Stufe bekam während des Uni-Projekts einen Einblick in den Fachbreich Bio­logie. Im Gegensatz zu den an­deren Gruppen hatten wir kein extra für uns entworfenes Pro­gramm, sondern besuchten, wie richtige Studenten, Vorlesungen und durften in Praktika rein­schnuppern. Die Woche begann mit einem sehr informativen und interessanten Vortrag des Fach­leiters der Biologie. Er stellte uns den Inhalt des Biologiestudiums vor und erklärte dessen Ablauf. Interessant zu sehen waren ver­schiedene Statistiken, die zeig­ten, welche Berufswege ehe­malige Biologie-Studenten der Technischen Universität Kaisers­lautern eingeschlagen haben. Diejenigen unter uns, die sich für ein Biologie-Studium interessier­ten, konnten sich außerdem über die geringe Arbeitlosenrate der ehemaligen Biologie-Studenten freuen. Was allerdings für fast alle sehr interessant war, war die genaue Erläuterung zum Thema „Bachelor/Master“, Abschlüsse, auf welche die momentanen Di­plom- und Magisterstudiengänge umgestellt werden. Diese Erklä­rung regte dann doch in dem ein oder anderen die Angst an.

Interessant waren die beiden praktischen Teile. Unser Projekt­leiter Herr Hartmann hatte für uns ein Praktikum arrangiert, bei dem wir selbst unser eigenes Blut untersuchen durften. Dazu mus­ste man sich in den Finger piek­sen, was für den ein oder ande­ren eine große Überwindung dar stellte. Jeder stellte seinen eige­nen Ausstrich her, welcher unter anderem auch mit Farbstoffen an­gefärbt wurde. Die Wartezeiten, in denen die Stoffe trockneten, verkürzte uns der leitende Doktor mit interessanten Vorträgen und einem kurzen Film über das Blut. Das Resultat, das man unter dem Mikroskop betrachten konnte, war ein buntes Bild, gemalt aus den verschiedenen Bestandteilen des Blutes. Das zweite Praktikum war ein reguläres Praktikum, an welchem wir zusammen mit ei­nigen Studenten eines höheren Semesters teilnahmen. Hier be­kamen wir die Gelegenheit, ein bebrütetes Hühnerei zu preparie­ren. Auch dieses Praktikum ließ einige wieder an ihre Grenzen stoßen, da man an einem Lebe­wesen arbeitete, welches danach nicht weiterleben würde. Nach viel Anfärben, im Eiweiß suchen und Mikroskopieren hat sich die Mühe meistens gelohnt. Man be­kam das, was eigentlich einmal zum Küken hätte wachsen sollen, zu Gesicht. Besonders fleißige und vom Glück gesegnete Schü­ler wurden sogar mit einem sicht­baren Herzschlag belohnt. Den Großteil unserer Uni-Woche machten jedoch die Vorlesungen aus. Wir besuchten Vorlesungen des ersten Semesters, wo wir teilweise Altbekanntes hörten, was auch in der Abi-Arbeit dran gekommen war, teilweise waren die Inhalte der Vorlesungen aber auch so komplex, dass man nach fünf Minuten nicht mehr nach­vollziehen konnte, um was es ging. Dies lag wohl daran, dass die Grundlagen vom Beginn des Semesters fehlten. Die Vorlesun­gen waren gut durchmischt, für jeden war etwas dabei und deck­ten viele Bereiche des Biologie-Studiums ab.

Ich persönlich denke, dass wir den Sinn des Uni-Projekts, näm­lich Hochschulluft zu schnuppern, am besten umsetzen konnten, da alle anderen Gruppen keine Vorlesungen besucht haben und ein sehr volles Programm hat­ten, wohingegen wir teilweise sehr lange Freiräume hatten, wie normale Studenten eben auch. Meiner Meinung nach kann man sagen, dass das Uni-Projekt für jeden eine wertvolle und inter­essante Erfahrung war: Teilwei­se mussten Ängste überwunden werden, teilweise war das Projekt richtungweisend: Einige wurden in ihrem Wunsch, studieren zu gehen, bestätigt, andere können jetzt mit gutem Gewissen sagen, dass ein Studium an einer norma­len Hochschule nichts für sie ist.

Lisa Rossel