Raumplanung - mit geschärftem Blick durch Kaiserslautern (Uni-Projekt 2008/09)

 

Mit geschärftem Blick  durch Kaiserslautern

In Zusammenarbeit mit dem­ Lehrstuhl Regionalentwicklung u. Raumordnung der Technischen Universität Kaiserslautern er­kunden Schülerinnen und Schü­ler des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl stadtplanerische Leit­bilder in Kaiserslautern im Rah­men einer „Winterschool“.

Diese „Winterschool“ zum The­ma „Raumentwicklung in der Westpfalz und in Kaiserslau­tern“ möchte jungen, qualifizier­ten Menschen an Gymnasien die raumstrukturelle Ausgangssitua­tion in ihrer Heimatregion und die Einflussmöglichkeiten der örtli­chen und überörtlichen Raumpla­nung erläutern. Ergänzend sollen die Entwicklungslinien in der ört­lichen Raumplanung und aktuelle Planungsvorstellungen im Sinne nachhaltiger und qualitativ hoch­wertiger Stadtentwicklung auf­gezeigt werden. Mit dieser „Win­terschool“ soll ein Bewusstsein für die Qualität der Region und der Stadt als Wohn- und Arbeits­standort geschaffen werden und dafür, wie die Potenziale für die­sen Raum weiter entwickelt und in Wert gesetzt werden können.

Die Veranstaltung wurde von Dipl.-Ing. Lothar Benzel, Lehr­stuhl Regionalentwicklung und Raumordnung inhaltlich und or­ganisatorisch begleitet. Die Ein­beziehung von Referenten aus der Praxis ermöglichte einen viel­fältigen Zugang zu den Themen.

Neben einer allgemeinen Einfüh­rung in die Entwicklungslinien der örtlichen Raumplanung von Dipl.-Ing. Lothar Benzel arbeiteten die Schülerinnen und Schüler des Si­ckingen-Gymnasiums Landstuhl an einer literatur­gestützten Un­tersuchung von vier verschiede­nen Leitbildern der örtlichen Raumplanung. Spannender noch als die Theorie dieser Leitbilder war die Erkenntnis, dass sich auch in Kaiserslau­tern diese Leit­bilder konkret im Stadtbild wieder finden lassen. In einer schwerpunktbezogenen Stadtbe­gehung suchten die angehenden Abiturienten diese Stadtteile auf und zwar jeweils für das Leitbild der „Gartenstadt“ die Bahnsied­lung, für die „aufge­lockerte Stadt“ den Bänjerrück, für das Leitbild des verdich­teten Bauens die Betzenbergsiedlung und eine „Arbeiter­kolonie“. Die Schü­lerinnen und Schü­ler dokumentierten Ihre Eindrücke von den Stadtteilen und stellten positive und negative Aspekte in Anlehnung an vorher erarbeitete Anforderungen an ei­nen lebenswerten Wohnstandort gegenüber. Erstaunt zeigten sie sich, dass man nun - mit geschul­tem Blick für Fragestellungen der Stadt- und Raumplanung - sein eigenes Wohnumfeld und das der näheren Umgebung viel bewuss­ter und mit anderen Augen wahr­nimmt.

 

Wie könnte das Pfaffge­lände in Zukunft aus­sehen?

 

Ein wesentliches Gebiet der Arbeit am Fachbereich Regionalplanung und Raumentwicklung ist nicht nur die Analyse und Bewertung bestehender Strukturen, sondern auch die Konzeption und Planung von Neuem. Immer wieder wer­den im städtischen Raum Flächen zur Umnutzung frei. Im Rahmen des Praktikums an der Universität simulierten die Schülerinnen und Schüler eine heikle Planungs­aufgabe - Die Neubebauung des Pfaffgeländes. Dabei wurde die ganze Komplexität der Aufga­be deutlich: Welche Nutzung er­scheint sinnvoll? Wie muss auf die bestehende Infrastruktur und die baulichen Gegebenheiten in der Nachbarschaft des Geländes eingegangen werden? Welche Störungen sind durch die B37 und die Bahntrasse zu erwarten und wie muss diesen begegnet werden? In vier Gruppen ent­standen Planungsvorschläge, die das Erlernte und die Erfahrungen dieser Woche an der Universität positiv verarbeiteten und sich ge­stalterisch durchaus sehen lassen können.

 

Die Westpfalzstrategie.

 

Aus eigener Anschau­ung ist jedem bewusst, dass nicht nur in Kai­serslautern sondern auch in der gesamten Westpfalz planerische Herausforderung bestehen. Dies reflektierten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen weiterer Vorträge. So z.B. über „Konver­sion als Instrument der Raum­entwicklung in der Westpfalz und in Kaiserslautern“ vom Leiter der Veranstaltung, Dipl.-Ing. Lothar Benzel. Die Suche nach Lösun­gen für die drängenden Probleme konnten die angehenden Abitu­rienten im Vortrag „Strategische Weiterentwicklung der Region Westpfalz - Westpfalzstrategie“ von Dipl.-Ing. Mark Schlick, (Ent­wicklungsagentur Rheinland-Pfalz) nachvollziehen.

Auch wenn selbstredend nach dieser Woche nicht alle Absol­venten dieser „Winterschool“ am Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung ein Studium anstreben, so bleibt doch für alle der Einblick in die Probleme un­serer Region und in die komplexe Aufgabe der Fachleute, diese Probleme zu lösen.