Uni-Projekt 2006/07

Uni-Luft im Klassenraum schnuppern

LANDSTUHL: TU Kaiserslautern lässt Abiturienten des Sickingen-Gymnasiums studentisch arbeiten

 

 

Wer weiß eigentlich, worum es bei dem T-City-Wettbewerb geht? Welche Standort-Verbesserungsmög-lichkeiten gibt es für den Einzelhandel in der Innenstadt? Und wie verändert sich eigentlich die Stadt Landstuhl durch den demografischen Wandel? Antworten auf diese und noch einige andere Fragen suchten die Schüler des Abiturjahrgangs des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl in einer Projektwoche an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Gemeinsam mit studentischen Tutoren entwarfen sie Fragebögen, erstellten Grafiken und zogen Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen. Am Freitag präsentierten sie ihre Arbeiten in der Aula des Gymnasiums.

In seinen Begrüßungsworten zitierte Gerhard Dohna, Direktor des Sickingen-Gymnasiums, einen Satz aus der Zeit, wonach sich die gute Schule nach außen öffne. „Ein Kriterium für eine gute Universität ist, dass sie sich zu den Gymnasien hin öffnet."

Neben den Fachbereichen Elektrotechnik, Mathematik und Biologie öffnete vor allem der Studiengang Raum- und Umweltplanung seine Türen für die Schüler. Initiiert wird die Kooperation von Thomas Lieser, der als Lehrer die schulische Betreuung übernahm. In Hans-Jörg Domhardt, Akademischer Direktor des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung, fand er einen engagierten Partner an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Ziel der Kooperation ist es, den Schülern einen Einblick in die Arbeitsweisen an einer Hochschule zu ermöglichen und das selbstständige Arbeiten zu üben. Die Gelegenheit dazu nutzten unter anderem auch Sebastian Mohrhardt und Davina Czekalla. Beide hatten durch den Besuch des Erdkunde-Leistungskurses bereits eine erste Idee von den Inhalten, die sie bearbeiten mussten. Beide fanden das eigenständige Arbeiten ungewohnt, aber interessant. „In der Schule bekommt man das meiste vorgekaut und kann noch ein paar Mal nachfragen", schildert Davina ihre Eindrücke, „an der Uni muss man sich das meiste selbst erarbeiten." Wenn die Schüler allerdings Schwierigkeiten hatten, standen die Studenten als Tutoren mit Rat und Tat zur Seite.

Zum Beispiel Lynn Schelisch und Carina Stephan, die eine Gruppe von Schülern betreute, die eine Einzelhandelskonzeption für Geschäfte rund um die Stiftskirche entwickelten. Sie fanden es „gut zu sehen, dass durch den Unterricht schon Vorahnung da war". Auf der anderen Seite eröffnete sich auch für die Studenten eine andere Sicht auf die Dinge: „Es war interessant zu beobachten, wie die Schüler die Probleme sehen, weil man selbst so in der eigenen Welt drin ist", erzählt Stephan. Sie glaubt, das Schwierigste an der ungewohnten Arbeitsweise sei für die Abiturienten gewesen, so lange zu arbeiten, bis eine Arbeitsphase abgeschlossen ist und nicht nach einer vorgegebenen Zeit einfach aufzuhören.

Die Entscheidungen der Schüler für oder gegen ein Studium wurde durch die Projektwoche nicht beeinflusst. Für die meisten stand schon davor fest, welchen Weg sie einschlagen möchten. Das Bestreben der Universität, besonders der Raum- und Umweltplaner, den potenziellen Studenten von morgen zu zeigen, dass im Studium ganz konkrete Inhalte untersucht werden, die mit dem Lebensraum jedes Einzelnen zu tun haben, wurde mit den ausgewählten Fragestellungen voll erfüllt. (ipf)

 ( Rheinpfalz 5.2.2007)