Mit Mozart durch Europa - Schulkonzert 2006

Mit Mozart durch Europa

 

Mit dem Prélude aus „Te Deum“, der bekannten Eurovisionsmeoldie von M.A. Charpentier, leitete das Schulorchester unter der Leitung von Joachim Pallmann einen anspruchsvollen Musikabend am Sickingen-Gymnasium Landstuhl ein um gleich im Anschluss mit dem Priestermarsch aus der „Zauberflöte“ schon zu Beginn des Abends den roten Faden zu knüpfen, der die Zuschauer durch das Programm führen sollte.

„Mit Mozart durch Europa“ - ein Beitrag des Gymnasiums zum Mozartjahr und zugleich eine musikalische Reise, die viele Stationen des Lebens Mozarts aufgriff und teils spielerisch umsetzte.

Mozart war ein vielgereister Mann, mit 19 Jahren war er schon fast acht Jahre auf Reisen gewesen, heute vor 240 Jahren war er als 10-jähriger in Paris, dann später als 15-jähriger in Mailand, als 21-jähriger in München. Und auf allen Stationen hat er, das gefeierte „Wunderkind“, deutliche Spuren hinterlassen.

Und so nahmen die Darbietenden die Zuschauer mit auf eine musikalische Reise und zeigten nicht nur etwas von der Vielfalt des Werkes dieses außergewöhnlichen Musikers sondern auch von der Vielfalt des musikalischen Spektrums am Sickingen-Gymnasium.

Nach dem Orchester überzeugte Susanne Mauerer am Klavier mit der Fantasie in D-Moll. Mit Souveränität und nicht ohne spielerischen Witz gelang es Carolin Donauer am Saxophon eine sehr heitere Fassung der Canzone des Cherubin aus „Figaros Hochzeit“ zu spielen. Diese heitere Note wurde auch bei der „kuriosen Europa-Kantate“ mit vielen versteckten, teils bekannten, teils irritierenden Zitaten aus Mozartwerken aufgegriffen. Dieses von der Orff-AG, dem Instrumentalensemble und dem Schulchor unter der Leitung von Frau Brigitte Rausch beinahe dramaturgisch aufgebaute Medley fand seinen Höhepunkt in dem bekannten Song aus dem Dschungelbuch: „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“.

Auf sehr konzentrierte Weise wiederum wurde das Publikum von Stefanie Frazier am Klavier mit dem Allegro aus der Sonate in G-Dur an die ernstere Seite in Mozarts Werk herangeführt - hervorragend gespielt und vom Publikum entsprechend gewürdigt.

Im Bereich der Vokalmusik konnte Susanne Maurer mit dem Stück „Dans un Bois solitaire“ überzeugen und leitet über zu der Darbietung des Projektchores, bei dem auch Lehrerinnen des Gymnasiums mitwirken, die das Thema des Abends mit einer schwungvollen Abfolge von „Liedern in der Europasprache“ interpretierten.

Einen Einblick in die Vielfalt der musikalischen Arbeit am Gymnasium gab das Quartett um den Bassisten Uli Geßner mit völlig unerwarteten Klängen: Maximilian Pallmann am Vibraphon versetzte das Publikum mit seiner souverän beschwingten Darbietung des schwierig zu spielenden „Take Five“ von P. Desmond regelrecht in Staunen. Ebenso beachtenswert bei diesem Stück war die große Taktfestigkeit des Schlagzeuges Alexander Bernhard und der rhythmische Druck des Klavierspiels von Sebastian Emmerich, der gleich im Anschluss mit einer grandiosen Soloeinlage einer Ballade in F-Dur eine ganz andere Seite seines musikalischen Spektrums zeigte.

Die mehrfach mit Landes- und Bundespreisen ausgezeichnete Schülerin Heike Bodesohn wurde gleichsam von den vielen Zuschauern erwartet um nach all den Jahren der Bühnenpräsenz festzustellen, dass die junge Künstlerin noch professioneller geworden ist.

Für stürmischen Schlussapplaus sorgte die Schulband unter der Leitung von Hans Buhl, die einen weiteren Einblick gewährte in die hohe Qualität der Instrumentalmusik am Gymnasium und besonders durch die sicheren Bläsersätze für Freude beim Publikum sorgte.

Nach der Europahymne zum Finale hatte der Zuschauer das Gefühl, wertvolle „Reiseerinnerungen“ dieses musikalischen Streifzugs durch Europa mitnehmen zu können und das Bewusstsein, das Musik Grenzen überwinden kann - nicht zu letzt auch die scheinbaren Grenzen der jungen Musiker, die an diesem Abend über sich hinausgewachsen sind.