Vortrag über die „Nachkriegskarriere“ des „Schlächters von Lyon“

Peter Hammerschmidt, Nachwuchshistoriker aus Miesenbach, war von September bis Januar Vertretungslehrer am Sickingen-Gymnasium. Was zu Beginn kaum einer wusste: Hammerschmidt deckte brisante Details über die Beziehungen des NS-Kriegsverbrechers Klaus Barbie zum Bundesnachrichtendienst (BND) auf.

Bereits im Rahmen seiner Staatsexamensarbei entdeckte er Anhaltspunkte, die dafür sprachen, dass Barbie für den BND gearbeitet hat. Nach mehreren Anfragen beim BND und einer Beschwerde beim Kanzleramt, bekam er letztendlich doch Akteneinsicht und sein Verdacht bestätigte sich.

 

Am 29.2.12 hielt Peter Hammerschmidt in der Aula des Sickingen-Gymnasiums einen Vortrag über die Person Klaus Barbie und wie es dazu kam, dass er diese faszinierenden Informationen über ihn herausgefunden hatte. In seinem Vortrag erklärte er, wer Klaus Barbie eigentlich war und warum man ihn den „Schlächter von Lyon“ nannte. Nikolaus (Klaus) Barbie war ein mehrfach verurteilter Kriegsverbrecher. Unter anderem folterte er katholische Priester mit Elektroschocks, hängte sie an den Füßen auf, ließ Kinder hungern und prügelte sie. Barbie war für die Folterung und Ermordung von Mitgliedern der Résistance – unter ihnen Jean Moulin – in Lyon verantwortlich. Darüber hinaus wurden ihm zahlreiche weitere Verbrechen zur Last gelegt, unter anderem das Massaker in  Saint-Genis-Laval, die Deportation der jüdischen Kinder aus dem Waisenhaus in Izieu sowie zahlreiche Erschießungen im Gefängnis Fort Montluc. Dabei ging er mit äußerster Brutalität und Rücksichtslosigkeit vor.

 

Hammerschmidt zitierte in seinem Vortrag Schreiben des BND, rekapitulierte die Biographie Barbies vor und nach 1945 und bot seinem Publikum einen Einblick in deklassifizierte Akten der CIA. Am 13.03. wurden Ausschnitte des Vortrags in einem Bericht des ZDF-Magazins „Frontal 21“ ausgestrahlt, der die Recherchen Hammerschmidts beim Bundesamt für Verfassungsschutz in den Mittelpunkt rückte.

 

Das Bild zeigt Peter Hammerschmidt und die Schulleiterin OStD' Andrea Meiswinkel

 

Hier sehen Sie den Bericht des ZDF aus der Sendung "Frontal 21"                                   

                                                                                                                                        Markus Himmerlich