Warum Inklusion? - Sarah Rosenkranz zu Gast im Ethikunterricht

Am SGL gibt es bis jetzt kaum behinderte Schülerinnen oder Schüler. Als die Gebäude früher gebaut wurden, wurde daran nicht gedacht. Unsere Bibliothekarin, Sarah Rosekranz, war letztens bei uns im Unterricht und erzählte uns, wie das Leben im Rollstuhl so ist. Sie selbst konnte das SGL als Schülerin nicht besuchen, sondern musste in ein Internat in Heidelberg. Im Ethikunterricht der 7. und 8. Klasse diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Sarah Rosenkranz über das Leben mit Behinderung und über Inklusion in der Schule. 

Hamza und Ahmed, 8. Klasse

 

Inklusion­ – Ja oder Nein?

Bisher gibt es am Sickingen-Gymnasium noch keine schwerbehinderten Schülerinnen und Schüler. Sollte sich das ändern?

Eine Inklusion hat viele Vor- und Nachteile.

Wenn es schwerbehinderte Schüler an unserer Schule gäbe, würden wir rücksichtsvoller werden und lernen, wie man mit Schwerbehinderten umgeht. Sie und wir bekommen durch die Inklusion eine bessere bzw. eine gute Bildung. Außerdem werden behinderte Kinder besser in die Gemeinschaft integriert und hätten somit einen gleichen Bildungsstand wie wir.

Aber eine Inklusion hat auch Nachteile. Es werden einige Kosten entstehen, denn man müsste noch Rampen, mehrere Fahrstühle und breitere Gänge bauen. Die Veranstaltungen, wie z.B. Wandertage, Klassenfahrten und die Bundesjugendspiele müssten ebenfalls behindertengerecht gestaltet werden. Es besteht auch die Gefahr, dass behinderte Kinder gemobbt werden. Im Schulsport müssten für sie auch andere Schwerpunkte gesetzt werden.

Winnie und Anina, 7. Klasse

 

Warum Inklusion?

Was würde sich ändern wenn es Behinderte an unserer Schule gäbe?

Es gibt viele körperlich  behinderte Kinder, die nur auf eine für sie vorgesehene Schule gehen können. Dabei sind sie  durchaus in der Lage, eine ,,normale‘‘ Schule zu besuchen. Aber es müssten dazu einige Dinge geändert oder neu gemacht werden. Bisher gibt es noch kaum körperlich behinderte Schüler an unserem Gymnasium. Aber sie sollten an unserer Schule aufgenommen werden.

So werden sie im alltäglichen Leben integriert und nicht ausgeschlossen. Wir haben irgendwann den gleichen Bildungsstand und lernen im Umgang mit ihnen auch etwas dazu. Für die behinderten Schüler ergeben sich bessere Arbeitsmarktchancen und für uns die Vorbereitung auf mögliche Pflege unserer Eltern oder darauf, kleine Kinder zu haben. Unsere sozialen Fähigkeiten verbessern sich dadurch auch.

Unsere Schule müsste Rampen und weitere Fahrstühle bauen lassen. Behinderte sind zwar körperlich eingeschränkt, doch man könnte den Sportunterricht und die Wandertage so verändern, sodass die behinderten Schüler auch Teilhaben können.  

Aber es hat auch Nachteile. Die behinderten Schüler könnten von den anderen gemobbt werden aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung. Aber wir sind der Meinung, an unserer Schule wäre das nicht der Fall.

Wieder eine andere Sache ist die geistige Behinderung. Geistig Behinderte sind wahrscheinlich nicht in der Lage, an unserem Unterricht teilzunehmen, da ihr Handeln und Denken eingeschränkt ist. Wenn sie an unserem Unterricht teilhaben würden, bräuchte sie Hilfe von Personal, das sich auf die Arbeit mit geistig behinderten Kindern spezialisiert hat.

Hoda und Lisa, 8. Klasse

 

 

Seit einigen Jahren wurde in Rheinland-Pfalz die sogenannte Inklusion eingeführt. D.h, auch körperlich eingeschränkte Kinder dürfen "normale" Schulen besuchen. Es gibt ein paar Gründe, die gegen eine Inklusion sprechen, allerdings auch viele die für eine Inklusion sprechen. 

Gegen die Inklusion sprechen die vielen und vor allem teueren Umbaukosten, die die Schule für Fahrstühle, breitere Türen etc. übernehmen muss. Ein weiteres Kontra wäre, dass andere Kinder die körperlich eingeschränkten Kinder mobben oder ausschließen könnten. In so einem Fall wäre es für die Kinder besser, eine behindertengerechte Schule zu besuchen. Der Sportunterricht müsste umgestaltet werden oder die körperlich eingeschränkten Kinder dürften gar nicht erst mitmachen, was wiederum zur Ausschließung führt. Aber nicht nur das, denn Wandertage oder Klassenfahrten müssten auch umgestaltet werden oder die Kinder dürften wieder nicht dabei sein. 

Natürlich gibt es auch sehr viele Vorteile, die für eine Inklusion sprechen. Es ist zwar möglich dass eingeschränkte Kinder ausgeschlossen werden, allerdings kann auch das komplette Gegenteil passieren. Andere Kinder würden den Umgang mit körperlich eingeschränkten Kindern lernen, sie würden vorsichtiger werden und die eingeschränkten Kinder würden in Kontakt mit anderen Kindern kommen. Ein anderer Grund ist, dass die körperlich behinderten Kinder sich nicht benachteiligt/vernachlässigt fühlen. Der zukünftige Job der körperlich eingeschränkten Kinder spricht für die Inklusion, da die Kinder mit einem Abschluss einer "normalen" Schule bessere Jobaussichten hätten. Ich persönlich bin für die Inklusion, da ich der Meinung bin, dass wir alle Menschen sind und keiner anders behandelt werden sollte. Niemand der körperlich eingeschränkt ist, hat es verdient, schlechter behandelt zu werden. 

Mirena, 7. Klasse