Das Logo des Sickingen-Gymnasiums. Dunkelblaues Quadrat mit weißem Schriftzug des Schulnamens in der linken oberen Ecke. Silhouette der Burg Nanstein im Anschnitt unten rechts.

Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz - Kandidaten am SGL

Spannende Podiumsdiskussion auf Einladung der Schülervertretung - von Lisa Marie Wolf — 06.03.2026

Die Schülerinnen und Schüler des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl erhielten am Donnerstag, den 5. März 2026, die spannende Gelegenheit, politische Perspektiven aus erster Hand und außerhalb des Klassenzimmers kennenzulernen. Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wurden die Kandidaten des Wahlkreises 46 (Kaiserslautern-Land) zu einer Podiumsdiskussion in der Turnhalle am Schulstandort Wallhalben eingeladen. Daniel Schäffner (SPD), Marcus Klein (CDU), Sven Simer (AfD), Moritz Neumann (FDP), Bernd Schellhaas (Freie Wähler) und Alexander Weinert (Die Linke) diskutierten vor einem Publikum der Jahrgangsstufen 10-12 von 08:00 Uhr bis 09:45 Uhr über aktuelle politische Themen. Jonas Becker übernahm die Moderation und befragte die Kandidaten primär über Themen, die für Jugendliche besonders relevant sind oder von Schüler/innen gewünscht wurden.
In einer kurzen Ansprache erläuterte der Schulleiter, Herr Wehmann, die Relevanz des Informierens und des politischen Meinungsaustausches bzw. der Annahme anderer Meinungen als Grundlagen der Demokratie.
Es folgte eine Vorstellungsrunde aller Kandidaten. Diese erklärten auch ihren Weg zur Parteimitgliedschaft. Besonders interessant war dabei die Vielfalt der Ereignisse, die die Kandidaten zur Politik geführt haben. Während Herr Schellhaas unter anderem zum Eintritt in seine Partei motiviert wurde, weil er das Übernehmen von Verantwortung für die nächsten Generationen als wichtig empfand, weckten die freiheitseinschränkenden Maßnahmen durch die Corona-Pandemie das politische Interesse bei Herrn Neumann. Die Erkenntnis, wie wichtig politisches Engagement ist, stand jedoch bei allen Kandidaten im Vordergrund.
Zur Eröffnung der Debatte befragte der Moderator die Kandidaten zu der durch den Bildungsminister initiierten Abschaffung der unangekündigten Hausaufgabenüberprüfungen. Für die direkt betroffenen Schülerinnen und Schüler war dies ein besonders spannendes Thema. Einigen Kandidaten war es wichtig hervorzuheben, dass Vorsicht vor der Vermittlung falscher Werte geboten sein sollte. Die Reaktion auf plötzliche Herausforderungen im ,,wahren Leben“, müsse auch beigebracht werden, so Bernd Schellhaas. Die Mehrheit der Kandidaten führte jedoch die dennoch vorhandene Forderung von Leistung und die Entlastung der Betroffenen an. Es wurde zudem eingebracht, dass auch andere Themen in der Bildungspolitik wesentlich seien und diskutiert werden müssten.
Der stark verzögerte Umbau unserer Schule, verbunden mit dem generellen Rückstand an Investitionen in Schulgebäude, wurde anschließend erwähnt. Herr Schäffner und Herr Klein äußerten sich als Mitglieder des Kreistages zu der falschen zeitlichen und aufwandsorientierten Einschätzung der Sanierung und kündigten geplante Gespräche zur Erörterung des weiteren Verlaufs an. Herr Klein stellte generell klar, dass bereits hohe Summen in die Unterhaltung von Schulgebäuden fließen würden. Einigkeit herrschte trotzdem darüber, dass in diesem Bereich mehr und gezielter investiert werden sollte. Von einigen Kandidaten wurde hier auch mehr Unterstützung der Kommunen durch das Land gefordert.
Der ländliche öffentliche Nahverkehr, der vor allem für Jugendliche ohne Auto und Führerschein relevant ist, wurde ebenfalls eingebracht. Als Lösungsmöglichkeit für fehlende Transportmöglichkeiten am Wochenende und am Abend wurden Alternativen wie Bürgerbusse oder autonome Zubringer sowie eine bessere Analyse des Bedarfs eingebracht.
Besonders intensiv wurde die Diskussion, nachdem die Kandidaten durch den Moderator mit verschiedenen Skandalen und Kritik konfrontiert wurden. Herr Klein wies den Vorwurf, Friedrich Merz sei ein Kanzler ,,gegen die Bevölkerung“ zurück und betonte seine verantwortungsvolle Übernahme schwieriger Aufgaben. Die Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen die AfD sorgten für stärkere Diskussionen. Konkret wurde das Beispiel von der Mutter des parlamentarischen Geschäftsführers Damian Lohr aufgeführt, die seit 2016 in der Fraktion beschäftigt ist. Während Herr Simer die Schwierigkeit, vertrauenswürdige Bewerber für Stellen zu finden erwähnte und Frau Lohr als jahrelang in hohem Maße engagierte Person herausstellte, sprach sich beispielsweise Herr Schäffner klar gegen ein solches Verhalten aus.

Als letztes Thema diskutierten die Abgeordneten über die Risiken sozialer Medien. Dabei wurden vor allem das fehlende Verständnis für Algorithmen und die Vorschläge von Altersbeschränkungen zum Schutz der Jugendlichen aufgegriffen. Konkrete Lösungsansätze reichten von mehr Medienbildung bis zum Appell, Vereinen beizutreten.
Abschließend hatten alle Kandidaten nochmal die Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern eine Botschaft zu vermitteln. Hervorstechend wurde der Wunsch nach einer hohen Wahlbeteiligung und der Auseinandersetzung mit Parteiprogrammen geäußert.
Da ein Teil der anwesenden Schülerschaft bereits wahlberechtigt ist, diente die Podiumsdiskussion als einzigartige Möglichkeit, mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen. Auch für alle anderen Anwesenden bot sie eine aufschlussreiche Gelegenheit, sich politisch zu informieren.
Im Namen aller Anwesenden bedanken wir uns sehr herzlich bei den Kandidaten, aber auch bei unserem Moderator Jonas Becker, bei Herrn Axt, der die Organisation der Veranstaltung übernahm, sowie bei allen anderen involvierten Personen.