Das Logo des Sickingen-Gymnasiums. Dunkelblaues Quadrat mit weißem Schriftzug des Schulnamens in der linken oberen Ecke. Silhouette der Burg Nanstein im Anschnitt unten rechts.

Zwischen zwei Schulsystemen: Deutschland und Türkei

Wie sich Schulalltag, Unterrichtszeiten und Lernen in beiden Ländern unterscheiden — 26.01.2026

Von Mehmet Kuzey Özden (10b)

Seit 2 Jahren besuche ich das Sickingen-Gymnasium Landstuhl in Deutschland. In der Türkei, wo ich früher lebte, besuchte ich die Schule Bahçeşehir Voleji in Ankara. In der Türkei fing meine Schule um 8:30 Uhr an und dauerte bis 16:35 Uhr, das sind 8 Stunden und 5 Minuten insgesamt. In Landstuhl fängt der Unterricht früher an, aber endet auch früher, um 13:04 Uhr oder um 14:50 Uhr, unabhängig von der Anzahl der Unterrichtsstunden. Das macht insgesamt zwischen 5 Stunden und 9 Minuten und 6 Stunden und 55 Minuten. Ich denke, dass das System in Deutschland besser als in der Türkei ist, weil man sich mit der kürzeren Zeit in der Schule danach noch mit anderen Dingen beschäftigen kann. Außerdem ist der Unterricht in den Fächern selbst auch einfacher, auch für mich, der ich kein Muttersprachler bin. Zum Beispiel das Thema Genetik lernt man in der 10. Klasse im Bio-Unterricht in Deutschland, aber in der Türkei lernt man das gleiche Thema im Nawi-Unterricht. Im weiteren Verlauf gibt es auch große Unterschiede zwischen den Hausaufgaben beider Länder. Ein Beispiel dafür ist, dass tägliche Hausaufgaben in Deutschland oft bestehen aus nur ein paar Übungen aus ein paar Fächern. Im Gegensatz dazu werden in der Türkei meistens 20 Fragen pro Fach gegeben und es wird auch von den Schülern erwartet, dass sie extra Übungen wie Tests, die oft aus 20 Fragen bestehen, und Probetests, die aus 90 Fragen und 6 Fächern (Türkisch, Türkische Revolutionsgeschichte und Atatürkismus, Religion, Englisch, Mathe und Nawi) bestehen. Noch etwas Besonderes ist das Prüfungssystem in der Türkei, da gibt es auch nur 2 Klassenarbeiten wie in Deutschland aber es gibt auch 2 staatliche Prüfungen für den Übergang auf das Gymnasium am Ende der 8. Klasse und für den Übergang zu den Universitäten am Ende der 12. Klasse. Und diese Prüfungen führen zu einer großen Konkurrenz zwischen den Schülern, in einer Situation wie in einem Wettbewerb sind. Und das erzeugt Stress bei vielen Schülern. Deshalb finde ich, dass die Schule in Deutschland sehr viel einfacher, entspannter und damit besser für die Schüler ist.

Der Text entstand im Unterricht "Deutsch als Zweitsprache"
Symbolbild: ChatGPT